Michael Oehler und Silveen Pippoleit mit den letzten Tribünen-Karten für das Ostderby am Sonntag gegen FC Hansa Rostock. Foto: Sascha Fromm
Der Heimauftakt wird zum Fußballfest. Wenn der FC Rot-Weiß am Sonntag, 14 Uhr, Rostock empfängt, ist eine große Kulisse garantiert.
Erfurt. Es herrscht ein Kommen und Gehen in der Geschäftsstelle. Die Schlange vor dem Verkaufsbüro scheint nicht abzureißen. "Der Flur war in dieser Woche noch nie leer", sagt Michael Oehler, der Leiter des Ticketservice. Selten waren Karten für ein Erfurter Spiel derart begehrt wie gegen den FC Hansa. Hinzu kommt das gestiegene Interesse an Dauerkarten. Knapp 1000 sind bereits veräußert, deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. "Zuletzt war so ein Andrang vor zwei Jahren", erinnert sich Silveen Pippoleit und verweist auf die Startphase der ersten Drittliga-Saison. Damals fand die Eröffnung gegen Dresden, das DFB-Pokalspiel gegen die Bayern und das Derby gegen Jena binnen drei Wochen statt. Die Tickets wurden der Management-Assistentin damals förmlich aus den Händen gerissen. Obwohl Hansa Rostock trotz des sportlichen Niedergangs anscheinend noch immer einen klangvollen Namen besitzt, ist der aktuelle Fan-Ansturm etwas überraschend. Nicht nur wegen des verpatzten Starts in Stuttgart (1:3). Auch hat Rot-Weiß die Preise für die Tageskarten vor dieser Saison erhöht. Ein Stehplatz kostet im Vorverkauf statt 8,50 nun 10,50 Euro, ein nicht überdachter Sitzplatz am Marathontor statt 10 Euro ab sofort 12,50. Auch die Tribünenplätze sind im Schnitt zwei bis drei Euro teurer geworden.
"Wir mussten die Eintrittspreise erhöhen, weil die Kosten am Spieltag mittlerweile explodieren", sagt Silveen Pippoleit. Den Ärger vieler Fans darüber kann sie nachvollziehen, bittet jedoch um Verständnis: "Es gab Spieltage, da blieb bisher von den Einnahmen nichts übrig." Außerdem sei der Verein den Anhängern mit attraktiveren Dauerkarten entgegengekommen - so spart man gegenüber dem Einzelkauf bis zu 111 Euro. Ein Angebot, das ankommt. Für Pippoleit und Oehler beginnen die Tage momentan in den frühen Morgenstunden und enden häufig erst, wenn es schon dunkel wird. Kein Problem für die beiden Fleißarbeiter. Wohl wissend, dass sich viele Fans erst nach Feierabend in die Schlange stellen können. Und eine Belohnung wartet ja auch noch - in Form eines vollen Stadions.