Schlosser Lars Modes in der KD-Produktion. Foto: Eckhard Jüngel
Interessante Aufträge hat die KD Stahl- und Maschinenbau GmbH in Bernterode bei Worbis. Unter anderem plant und baut sie in Teutschenthal (Sachsen-Anhalt) eine Anlage, mit der die dortige Kaligrube bis 2020 verwahrt werden soll.
Bernterode/Worbis. Von 1905 bis 1982 wurden bei Teutschenthal Kalisalze abgebaut. Dabei entstanden riesige unterirdische Hohlräume. Drei Gebirgsschläge, der letzte davon im Jahr 1996, waren am Rand von Halle deutlich spürbar, ließen Hohlräume zusammenbrechen und die Erdoberfläche zerstieben. Zur Sicherung vor weiteren Gebirgsschlägen müssen daher die unterirdischen Hohlräume gesichert und verwahrt werden. Hierzu will man sie mit Versatz- stoffen verfüllen und die Verbindungsstrecken durch Dammbauwerke verschließen. Weiterhin sind die Zugangsschächte zu sichern. Dafür bauen die Eichsfelder noch dieses Jahr eine Dickstoffversatzanlage. Sie soll laut sachsen-anhaltischem Umweltministerium Anfang 2011 in Betrieb gehen. Für KD ist es nicht das erste Engagement im Bergbau. Wo früher in Sollstedt Salz gefördert wurden, konstruierten die Bernteröder eine Anlage, in der riesige Beutel (Bigpacks) mit Industriestäuben befüllt und unter Tage gebracht werden. "Wir betreuen die Werke in Bleicherode, Sondershausen, Sollstedt und die Deutsche Asphalt", erklärt Geschäftsführer Michael Duwe. Für den Citrusessenzenhersteller MCI aus Kirchgandern fertigte man Edelstahlbehälter und Rohrleitungen, für den Spanplattenproduzenten Werzalit in Niederorschel ganze Anlagen mit Handlingsrobotern. Vielen werden zudem die großen Stahlwagen in den Röhren des Höllbergtunnels in Erinnerung sein.
Sie schoben sich in der Bauphase durch den Berg. Von ihnen aus konnten die Bauleute am First arbeiten. Für den Haynröder Automobilzulieferer Griwe schließlich schneidet KD Teile zu. Zu den interessantesten und verantwortungsvollsten Engagements gehört die Betreuung des Bergwerks Asse in Niedersachsen. Es war in jüngster Zeit im Gespräch wegen seiner Atommüllfässer, die wieder aus dem Salzstock geholt werden sollen. Acht bis zehn Leute sind ständig vor Ort, sagt Monika Duwe, Buchhalterin bei KD. Generell seien von den 130 Beschäftigten rund die Hälfte ständig bei den Kunden. Zu den wichtigsten Säulen der Eichsfelder gehört nämlich die Instandhaltung der Anlagen, die zuvor hier entwickelt und dann konstruiert wurden. Allesamt übrigens nicht in Serienproduktion, sondern als spezielle Sonderanfertigungen. Das, so Michael Duwe sei die Überlebensstrategie seiner Firma: Dinge herzustellen, die sonst keiner bauen will. "Wir sind die Problemlöser für die Industrie", bringt es der KD-Chef auf den Punkt.