Flughafen Erfurt wegen Rettungsübung stundenlang gesperrt

  • Zur Notfallübung am Flughafen Erfurt besprühten drei gigantische Löschfahrzeuge das Trainingsflugzeug, eine alte IL-18 sowjetischer Bauart, mit Wasser. Foto: Sascha Fromm Zur Notfallübung am Flughafen Erfurt besprühten drei gigantische Löschfahrzeuge das Trainingsflugzeug, eine alte IL-18 sowjetischer Bauart, mit Wasser. Foto: Sascha Fromm
Der Flughafen Erfurt war für eine Rettungsübung in der Nacht zu Samstag für mehrere Stunden vollständig gesperrt. Etwa 210 Einsatzkräfte mit 60 Fahrzeugen trainierten das Retten von Verletzten nach einer missglückten Notlandung eines Flugzeuges.
Erfurt. An der Übung beteiligten sich die Berufsfeuerwehr Erfurt, mehrere freiwillige Feuerwehren sowie die Bundespolizei, das THW und DRK-Rettungsdienste.

Gegen 22.40 Uhr erhielt die Flugsicherung des Flughafens einen Funkspruch, dass ein Flugzeug in Schwierigkeiten geraten sei und notlanden müsse. Kurz darauf ging ein weiterer Notruf ein, weil die Elektronik in dem Flieger ausgefallen war. Bei der Notlandung gegen 23 Uhr geriet dann ein Triebwerk in Brand. Für die Übung wurden die Feuerwehren in einem Bereitstellungsraum am Flugplatz zusammengezogen.

Das sei durchaus realistisch, erklärt Flughafenchef Matthias Köhn. Bei den meisten Flugunglücken, meldet die Maschine aus der Luft Probleme. Bis zur Landung sei dann fast immer ausreichend Zeit, die Rettungskräfte zu alarmieren und am Flughafen zu positionieren.

Zu der simulierten Landung rückte zuerst die Flughafenfeuerwehr aus. Drei gigantische Löschfahrzeuge besprühten das Trainingsflugzeug, eine alte IL-18 sowjetischer Bauart, mit Wasser. Fahrzeuge der Erfurter Berufsfeuerwehr löschten parallel dazu mehrere Brände auf der Landebahn. Nachdem auch der Brand am Flugzeug gelöscht war, begannen Feuerwehrleute die ersten Verletzten aus der Maschine zu bergen.

Besonders schwierig für die Einsatzkräfte war, dass mehrere Passagiere in einem Schockzustand von der Unglücksstelle weggelaufen waren. Die Beamten der Bundespolizei machten diese mit Wärmebildkameras auf dem weitläufigen Gelände des Flughafens ausfindig, und übergaben sie den Sanitätern.

Knapp 15 Minuten nach Beginn der Übung waren alle Verletzten gerettet und DRK-Helfern übergeben. Um die Übung realistisch ablaufen zu lassen, waren die Verletzten realistisch geschminkt worden. Auch ihre Verhalten entsprach den Verletzungsmustern.

Nach einer Sichtung durch einen Notarzt erfolgte die medizinische Erstversorgung in bereitgestellten Zelten. Danach wurden die Opfer in Krankenhäuser transportiert. Bei dem Stürmischen Wetter in der Nacht zu Samstag, drohten allerdings einige der Rettungszelte weg geweht zu werden.

Nach einer Stunde war die Übung erfolgreich absolviert. Es habe alles sehr reibungslos geklappt, sagte Dietmar Adlung, vom Amt für Brandschutz in Erfurt. Er versicherte, dass auch während der Übung der Brandschutz in der Stadt gewährleistet war, da freiwillige Feuerwehren die Aufgabe der Berufsfeuerwehr übernommen hatten.

Der Erfurter Flughafen war nach Ende der Übung gegen zwei Uhr wieder frei gegeben worden. Notfallübungen muss ein internationaler Flughafen aller zwei Jahre durchführen. Als Zeitpunkt sei bewusst die Nacht gewählt worden, erklärt Flughafenchef Matthias Köhn. Einmal, um zu überprüfen, wie das Zusammenspiel der einzelnen Beteiligten auch im Dunkeln funktioniert. Zum anderen aber auch, weil zu dieser Urzeit keine Starts oder Landungen geplant waren.

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Kai Mudra / 13.11.10 / TA
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Kommentare
13.11.10 - 21:22
luschi
Flughafen Stundenlang gesperrt. Leute da ist Nachts nie was los, dass müsstet Ihr doch in Bindersleben schon seit einigen Jahren mitbekommen haben. Eine alte IL-18 sowjetischer Bauart- was für eine Bauart sonst. Das Ding wurde nur bei den Russen gebaut, reife Leistung.
13.11.10 - 16:13
Monka
Flughafen Stundenlang gesperrt. Leute da ist Nachts nie was los, dass müsstet Ihr doch in Bindersleben schon seit einigen Jahren mitbekommen haben.
13.11.10 - 16:09
Luschi
Eine alte IL-18 sowjetischer Bauart- was für eine Bauart sonst. Das Ding wurde nur bei den Russen gebaut, reife Leistung.
 
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