Das sanierte Gästehaus schmiegt sich an den Butterturm. Foto: Susann Fromm
Trist und baufällig so präsentierte sich über Jahre das kleine Fachwerkhaus, das sich an den Butterturm in Bad Langensalza schmiegt. Nun wird es dank Privatinitiative wiederbelebt.
Bad Langensalza. Winzig sieht das Fachwerkhaus aus, das zwischen dem Butterturm und dem Behindertenwohnheim in der Mauergasse steht. Doch der Eindruck täuscht: Wer durch das Tor tritt, merkt, dass sich das Gebäude nach hinten ausdehnt. Vor Jahren kauften Thomas Kühmstedt und seine Frau Katrin die heruntergekommene, leerstehende Immobilie. "Eigentlich wollten wir sie abreißen und Stellplätze schaffen", verriet der Architekt, welche Ursprungspläne es gab. Doch dazu war ihm und seiner Gattin das Haus dann doch zu schade. Also diskutierte das Paar eifrig, wie sich das Haus nutzen ließe. Auch die Stadtverwaltung wurde in die Gespräche mit einbezogen. Heraus kam ein Konzept, das bislang in Bad Langensalza einzigartig ist. Kühmstedt pachtete den benachbarten Butterturm von der Stadt mit dazu und baute beide Immobilien zu einer Oase für Touristen aus. 2008 begann die Sanierung. Voraussichtlich im September werden die ersten der insgesamt sechs Ferienwohnungen belegt. Betrieben wird das Haus von Katrin Kühmstedt, auch die vier großen Kinder werden hier und da mithelfen und später vielleicht sogar ganz mit einsteigen. Noch sind allerdings die Handwerker Hauptakteure in der Mauergasse 1. Jede der sechs Wohnungen wurde ganz individuell ausgestattet. So nahm sich ein Malermeisterteam der krummen und schiefen Wände und Decken an.
Tapeten finden sich in den Zimmern nicht, dafür aber Wände, die so verputzt sind, dass keine der anderen gleicht. Muster wurden teils per Stempel, teils auch mit anderen Techniken angebracht. Hinzu kamen zum Teil knallige Farben, die zusammengenommen aber sehr harmonisch wirken. Eine der Ferienwohnungen erhält sogar ein Zimmer im Butterturm. In den oberen Etagen des Turmes wird ein kleines Café eingerichtet. "Wir planen hier aber keinen Dauerbetrieb", betonten die Kühmstedts. Vielmehr soll der Genuss in der Höhe etwas Besonderes bleiben. Kleinere Festgesellschaften können hier feiern, ebenso natürlich die Gäste der Ferienwohnungen. Ende des Monats sollen die Möbelwagen anrollen, dann werden die ersten Ferienwohnungen vermietet. Neugierige müssen aber nicht draußen bleiben, versicherte Familie Kühmstedt. "Es wird auch einen Tag der offenen Tür geben", sagte der Besitzer. Voraussichtlich zum Tag des offenen Denkmals soll dieser stattfinden. Ob dann alle Gästezimmer offenstehen, hängt davon ab, ob sich bereits Touristen einquartiert haben. "Mindestens eine Musterwohnung werden wir aber öffnen", hieß es.