In Haarhausen geborener Maler wird noch heute verehrt
Porträt
Arthur Heyer hat auch diesen Katzennachwuchs gemalt. Das Gemälde ist in Besitz der Nationalgalerie in Budapest.
Arthur Heyer, ein berühmter Tiermaler, wurde in Haarhausen geboren. Seine Spuren hat er vor allem in Ungarn hinterlassen.
Arnstadt. Bei einer Stadtführung, woran auch eine Gruppe ungarischer Touristen teilnahm, fragte die Gruppenleiterin, Frau Dr. Katharina Berzeviczy: "In der Nähe der Stadt muss es den Ort Haarhausen geben, wo unser Tiermaler Heyer geboren wurde?" Das ist so. Und an seinem Geburtshaus, der alten Schule, befindet sich eine Tafel, die an ihn erinnert. Eduard Arthur Heyer wurde am 28. Februar 1872 in Haarhausen als Sohn des Dorfschullehrers geboren. 1875 zog die Familie nach Gotha, ab 1889 studierte er an der Kunstgewerbeschule Berlin. Dabei entstanden seine ersten Zeichnungen für die satirische Wochenschrift "Die Wespe" (Berlin) und für das "Schorerer Familienblatt".
Nach dem Studium erhielt Heyer Aufträge vom Tarulat Verlag Budapest, ab 1896 lebte er dann auch in Ungarn. Dort wurde er vor allem durch seine vielfältigen Tierbilder bekannt, besonders aber durch Hundeund Katzenbilder. Diese fanden auch Eingang in die Kunstgalerie Ungarns in Budapest. Aber auch in der Heimat wurde er gewürdigt: Bereits 1903 bzw. 1904 fanden Ausstellungen von Heyers Bildern in Gotha und Weimar statt. Es folgten Ausstellungen mit Tiergemälden in Coburg, Gotha, Wien, München, Leipzig und Weimar. 1911 erhielt Heyer den Andrassy- Preis für seine Landschaftsund Tierbilder. Herzog Carl Eduard verlieh 1913 den Professorentitel an den Künstler. Doch der Krieg ging auch an Heyer nicht spurlos vorbei. Von 1914 bis 1918 gehörte er zu den 40 Künstlern, welche für den Bong Verlag Berlin als Kriegsmaler tätig waren. Am 31.Juli 1931 wurde Prof. Eduard Arthur Heyer in einem Staatsbegräbnis auf dem Ehrenfriedhof in Budapest beigesetzt. Bis 1962 wurden die Gräber auf dem Budapester Ehrenfriedhof gepflegt und erhalten, berichtete Frau Dr. Berzeviczy. Auf Befehl der ungarischen Staatspartei begann man 1962, die Gräber der Künstler und Wissenschaftler einzuebnen, nach vielen Wirren wurde für Prof. Heyer 1982 ein sogenanntes Heyer-Denkmal (ein Scheingrab, mit einen Grabstein mit eingemeißelten Namen und Blumenziergebinde) errichtet. 1992 wurde das Ehrengrab erneuert. Das einzige erhaltene Selbstbildnis befindet sich im Besitz des Ungarischen Nationalmuseums Budapest. Dort sind auch heute noch Gemälde vom Tiermaler Heyer zu sehen.