Kneipen-Atmosphäre und leise Töne in Arnstadt

  • 19. ""Jazz-Weekend" in Arnstadt - hier das Duo Stockhausen und Snetberger in der Bachkirche in der Kreisstadt. Foto: Hans-Peter Stadermann 19. ""Jazz-Weekend" in Arnstadt - hier das Duo Stockhausen und Snetberger in der Bachkirche in der Kreisstadt. Foto: Hans-Peter Stadermann
Im Ergebnis ist zum Jazzweekend festzuhalten, dass es der IG Jazz auch in diesem Jahr gelungen ist, auf beeindruckende Weise den Spagat zwischen dem Populären und dem Anspruchsvollen vorzuführen. Erfreulich auch, dass die Besucherzahlen nur knapp unter denen des Vorjahres lagen, hatte doch die IG Jazz insgeheim befürchtet, dass es wegen des Feiertages Christi Himmelfahrt zu einem Einbruch bei den Besuchern kommen könnte.
Arnstadt. Der Kneipenjazz erwies sich auch in diesem Jahr zu Recht als Publikumsmagnet. Trotzdem liegt es in der Natur der Dinge, dass die Höhepunkte für den reinen Musikfan in den Sonderkonzerten lagen. So in diesem Jahr in der Bachkirche - und nicht in der Oberkirche, wie wir, vom Druckfehlerteufel getrieben, berichtet hatten.

Das Duo Stockhausen & Snetberger bot am Freitag einem andächtig lauschenden Publikum ein Konzert der Sonderklasse. Es war ein Duett der leisen Töne und für manchen wirkte es zunächst reichlich unterkühlt. Der Trompeter Markus Stockhausen, der Sohn des berühmten "Neutöners" Karlheinz Stockhausen, beschwor mit elegisch-elegantem Vortrag die guten alten Zeiten von Chet Baker und dem Miles Davis der Ära des Cool-Jazz herauf. Der ungarische Gitarrist Ferenc Snetberger war ihm ein genialer Dialogpartner, der nachtwandlerisch und oft herrlich minimalistisch seinen Partner unterstützte.

So war dieses makellose Konzert alles andere als Fast Food. Es war eher wie beim chinesischen Liebesspiel, bei dem der Höhepunkt immer wieder kunstvoll und genussreich hinausgezögert wird. Dieses perfekte kunstvolle Vergnügen wurde vom Publikum am Ende durch nicht enden wollenden Applaus belohnt.

Nach dem Jazzweekend ist vor dem Jazzweekend, denn natürlich beginnen schon jetzt die Vorbereitungen für das nächste Jahr. Da 2012 die 20. Auflage des Jazzweekends starten wird, werden Überlegungen angestellt, dieses immer populärer werdende Fest um einen Tag zu verlängern und bereits am Mittwoch mit einem Konzert zu beginnen.

Ein erfreulicher Ausblick und Anlass, abschließend der IG Jazz an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich zu danken für dass diesjährige Jazzweekend und für die Vorbereitung des nächsten Jazzfestes Glück und Erfolg zu wünschen.


Klaus Ehring / 09.06.11 / TA
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