Kosten zur Wiedereröffnung der Beratungsstelle zu hoch
Porträt
Nur mit einer Förderung könnte in Sondershausen die Beratungsstelle der Thüringer Verbraucherzentrale wieder öffnen. Foto: Nico Kiesel
Vor einem Vortrag im Gesundheitsamt Sondershausen über gesunde Ernährung beklagten sich die Teilnehmer der Selbsthilfegruppe "Herz-Kreislauf", dass es keinen direkte Ansprechpartner der Verbraucherzentrale Thüringen mehr in Sondershausen gibt. Unsere zeitung erkundigte sich, warum das so ist.
Sondershausen. Seit nun schon fast zehn Jahren gibt es keine Beratungsstelle mehr in Sondershausen. Mitglieder der Selbsthilfegruppe "Herz-Kreislauf" bedauerten das jetzt im Vorfeld einer Veranstaltung über gesunde Ernährung im Alter. Nachdem die Zuwendungen sowohl vom Land als auch von der Kommune wegen knapper Kassen gestrichen werden mussten, konnte die Verbraucherzentrale die Mittel nicht mehr aufbringen, die freiwillige Leistung einer Beratungsstelle vor Ort zu erhalten. "Nordhausen ist ja ganz gut zu erreichen und die erste Anlaufstelle in Nordthüringen", verweist der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale, Ralph Reichertz, auf Anfrage unserer Zeitung. Ziel sei es gewesen, wenigstens eine Beratungsstelle pro Kreis zur Verfügung zu stellen. Aus Kostengründen könnten derzeit auch keine neuen Berater eingestellt oder neue Büros eröffnet werden, fügte er hinzu. Die Personalkosten seien jetzt schon an der Schmerzgrenze. Zum Beispiel könne die Beratungsstelle in Artern nur noch aufrecht erhalten werden, weil der dortige Vermieter der Büroräume auf große Teile seiner Miete verzichten würde, macht der Geschäftsführer deutlich. Momentan bedienen 13 Berater und Beraterinnen die 15 Anlaufstellen. Einige von den Kollegen würden schon jetzt drei Stellen anfahren, mehr gehe beim besten Willen nicht, macht er deutlich. Da auch der Kyffhäuserkreis und der Kreis Sömmerda recht dünn besiedelt seien, müsse dort Nordhausen und Artern vorerst als Anlaufstelle ausreichen.
Wie der Internetseite der Thüringer Verbraucherzentrale zu entnehmen ist, wird auch ein Telefonservice (0900) 1 77 57 70 geboten. Allerdings ist der kostenpflichtig (1,00 Euro/Min.) Aber es gibt dennoch Positives zu berichten. Mit 15 Beratungsstellen sei Thüringen bundesweit sogar ganz gut besetzt, so Reichertz. Lediglich Bayern und Sachsen-Anhalt besäßen mit 16 Büros mehr Beratungsstellen. Die meisten Bundesländer hätten aber deutlich weniger Anlaufstellen für die Verbraucher. Nach dem Einsatz von einigen Freiwilligen, die immer wieder Anträge gestellt und vermittelnde Gespräche mit den Bürgermeistern geführt haben, konnten in Gotha und Weimar in Kooperation mit den Städten sogar neue Beratungsstellen eröffnet werden. "Dieser Umstand brachte für alle Beteiligten, sowohl für die Verbraucher, die Städte und auch für uns als Verbraucherzentrale nur Vorteile", frohlockte Geschäftsführer Ralph Reichertz und macht sich so Hoffnung auf mehr.