RWE-Co-Trainer Fuchs trifft auf Ex-Verein Hansa Rostock
Porträt
Er denkt gerne an seine Rostocker Zeit zurück: RWE-Co-Trainer Trainer Henri Fuchs will am Sonntag trotzdem einen Sieg gegen die Hansestädter einfahren. Foto: Sascha Fromm
Allein die erwarteten 12.000 Zuschauer dokumentieren: Das Spiel des FC Rot-Weiß gegen Rostock (Sonntag, 14 Uhr) ist kein alltägliches. Für Henri Fuchs ist es sogar etwas ganz Besonderes. Er trifft seine alte Liebe wieder.
Erfurt. "Ja", sagt er und lächelt gedankenverloren. "Bei Hansa hatte ich meine schönste Zeit." Zwölf Treffer steuerte Fuchs als 19-jähriger Jungspund in der letzten DDR-Oberliga-Saison zum Rostocker Meistertitel bei. Es folgte der Aufstieg in die 1. Bundesliga und mehrere Stationen. Seiner Heimatregion blieb der gebürtige Greifswalder jedoch verbunden und kehrte 1998 noch einmal für drei Serien zurück. Selbst der Umzug nach Erfurt, wo er seine Spielerkarriere ausklingen ließ und die Trainerlaufbahn begann, ließ den Kontakt zu ehemaligen Weggefährten wie Juri Schlünz oder Timo Lange nicht abreißen. Die erste Liebe vergisst man eben nicht. Am Sonntag nun steht er auf der anderen Seite. Fast 20 Jahre nach dem letzten Duell zwischen Rot-Weiß und Hansa in Erfurt (1:1 im Oktober 1990) muss der Co-Trainer die Sympathien für den alten Verein ausblenden. "Man muss das im Kopf trennen können - egal, was das Herz sagt", verrät Fuchs. Zumal seine Rot-Weißen den Sieg nötiger brauchen. "Die Rostocker haben ja schon drei Punkte im Sack." Der 3:0-Sieg am ersten Spieltag über Aalen hat Cheftrainer Stefan Emmerling in seiner Meinung bestätigt, dass Hansa zum Kreis der Aufstiegsanwärter gehört. "Aber ich bin auch von unserem Kader überzeugt", sagt er und berichtet von einer "gewissen Erleichterung", für die der 2:1-Testspiel-Erfolg über Hertha BSC in der Woche gesorgt hat. "Das hat uns allen gut getan. Dieses Selbstvertrauen gilt es jetzt zu nutzen." Die große Kulisse, darunter 3000 Hansa-Anhänger, soll zusätzlich beflügeln. Allerdings sind die personellen Sorgen größer geworden. Zu den Langzeitverletzten (Becker, Pagenburg, Handke, Drexler) gesellte sich Humbert. Anhaltende Kniebeschwerden zwingen den Franzosen dazu, sich operieren zu lassen. Zudem sind Weidlich (Adduktorenprobleme) und El Haj Ali (Fersenprellung) angeschlagen. Über ihren Einsatz kann erst kurzfristig entschieden werden. Alternativen sind Hauswald sowie Smisek oder Semmer. "Sie haben ihre Sache gegen Hertha nach ihren Einwechslungen ordentlich gemacht", lobt Emmerling.
Noch hält er sich bedeckt, mit welchem System sein Team dem Zweitliga-Absteiger begegnen will. Die Kompaktheit in der zweiten Halbzeit gegen die Berliner deutet aber auf eine Variante mit Reichwein als Stoßstürmer und drei offensiven Mittelfeldspielern dahinter hin. "Auf jeden Fall standen wir im Zentrum kompakter, haben nichts zugelassen", sagt der Trainer, der die Rostocker ebenfalls gut kennt. Allein mit fünf Spielern aus Hansas Startelf arbeitete er bei seinen Ex-Vereinen Emden und Ahlen zusammen. Es wird also ein großes Hallo und viele freundliche Worte geben,am Sonntag im Steigerwaldstadion. "Nur auf dem Platz nicht", schränkt Henri Fuchs ein. Dort werde sich nichts geschenkt, zumal einige Erfurter auch auf Bewährung spielen. Nach der englischen Woche mit den Partien gegen Rostock, Koblenz und Bremen II will der Verein entscheiden, ob man noch jemanden verpflichten (muss). Die Transferperiode endet am 31. August.Vorruassichtliches Aufgebot:Orlishausen - Malura, Pohl, Möckel, Hillebrand - Zedi, Stenzel - Weidlich, Pfingsten-Reddig - Semmer - Reichwein.