Exakt 25 Meter misst der Euro-Kombi, den die Spedition beim Thüringer Pilotversuch im Einsatz hatte. Foto: Jens König
Der Einsatz von überlangen Lkw schont den Geldbeutel und die Umwelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Fachhochschule Erfurt nach einem Pilotversuch auf den Thüringer Straßen.
Erfurt. Fast zwei Jahre lang rollte der 25 Meter lange Riesen-Lkw auf der Autobahn A 4 von Hermsdorf nach Ohrdruf und zurück. Ohne Beanstandung oder gar Zwischenfälle, wie die zuständigen Polizeidirektionen bestätigten. "Ohne die gelbe Rundumleuchte hätten die meisten Autofahrer den Euro-Kombi gar nicht bemerkt" , versicherte Professor Uwe Adler von der FachhochschuleErfurt. Er hat mit Studenten den fast zweijährigen Test auf Thüringer Straßen wissenschaftlich begleitet. Eine Studie bescheinigt dem Einsatz der Fahrzeuge zahlreiche Vorteile. Neben sinkenden Kosten zählt dazu die Entlastung der Umwelt durch sinkende Emissionen. Der Euro-Kombi sei eine Alternative für den Transport leichter aber großflächiger Güter, so Adler. Er hoffe, dass die Argumente der Studie die Gegner des Einsatzes solcher Fahrzeuge umstimmen, so Thüringens Verkehrsminister Christian Carius
(CDU). Im Kabinett soll über eine mögliche Beteiligung des Landes an einem bundesweiten Test beraten werden.
Auf einen Einsatz der Fahrzeuge drängt der Geschäftsführer der Nordhorner Spedition Rigterink, Detlef Claus. Die SPD lehnt dagegen weitere Tests mit Gigalinern ab.
Die Ergebnisse des Pilotversuchs
Durch den Einsatz eines 25 Meter langen Gigaliners auf einer festgelegten Strecke zwischen Hermsdorf und Ohrdruf erzielte die Speditionsfirma Rigtering bei unverändertem Gesamtgewicht von 40 Tonnen ein um gut die Hälfte vergrößertes Ladevolumen. So war es während des Tests möglich, täglich zwei Fahrten eines gebräuchlichen Sattelzuges einzusparen. Die begleitende Studie der Erfurter Fachhochschule errechnete daraus eine jährliche Einsparung von etwa 12.000 Liter Dieselkraftstoff und eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes um rund 32 Tonnen.