Schmiedefeld war Gastgeber im Schülercup der Spezialspringer und Kombinierer

  • Auf der Richard Möller Schanze in Schmiedefeld - hier Benjamin Prestel - fand der Schülercup statt. Foto: Ingo Herzog Auf der Richard Möller Schanze in Schmiedefeld - hier Benjamin Prestel - fand der Schülercup statt. Foto: Ingo Herzog
Der Deutsche Schülercup machte drei Tage lang auf der Schmiedefelder Höh' Station. Bei der ranghöchsten nationalen Wettkampfserie für 12- bis 14-Jährige gewann vom Heimspiel-Trio der Kombinierer Nils Albrecht Bronze. Zudem gab es eine Goldmedaille für das Organisationsteam des WSV Schmiedefeld.
Schmiedefeld. Die Begründung lieferte Rainer Berkenkopf, der DSV-Wettkampfbeauftragte, beim Finale am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz: »Der Kraftakt der Schmiedefelder, vor allem beim Präparieren der Schanze, kann nicht hoch genug gelobt werden. Trotz der warmen Temperaturen wurde eine top Anlage geboten. Überhaupt merkt man, dass hier ein großes Herz für den Nachwuchs schlägt. Auch die Wettkampfabläufe trotz teilweise schwieriger Witterung wurden perfekt gehandhabt.« Der 51-jährige Versicherungskaufmann aus Winterberg schüttelt zudem immer noch den Kopf: »Ich habe vorige Woche jeden Tag angerufen, ob es was wird. Vorsichtshalber noch einmal am Donnerstagabend während der OK-Sitzung. Die Antwort vergesse ich nicht: Es regnet zwar, aber wir führen durch!«

Die rund 100 Mädchen von 12 bis 14 Jahren und die Jungen der Altersklassen 12 und 13, aus sechs Landesverbänden, erlebten drei stimmungsvolle Tage. Allerdings sorgte nach den 13 Entscheidungen die magere Ausbeute der 20 Thüringer von fünf Medaillen (1 mal Gold, 2 mal Silber und 2 mal Bronze) für einiges Stirnrunzeln bis hin zur Trainerschaft.

Die Tränen von Justin Lisso (AK 13) vom Sonntag nach dem zweiten Springen auf der HS 48-m-Schanze dürften mittlerweile getrocknet seit. Der Spezialspringer aus der Schmiedefelder Skischule, der jetzt das Oberhofer Gymnasium besucht, wurde mit 40,5 m und 41,5 m »nur« Zwanzigster. Klar ist das ärgerlich, wenn man in den Trainingstagen zuvor bei etwa gleichem Absprungtempo von um die 64 km/h bis zu 46 m flog.

Natürlich entschädigte der 9. Platz mit 44 m beim Pocketsprung am Freitag, bei jenem vorsorglichen Sprung sollte das Wetter verrückt spielen, etwas. Dass zudem trotz mehrfachen Anlaufes eine stürmische Windsbraut das Samstagspringen verhinderte, kam noch bitter hinzu. Kombinierer Adrian Griebel (AK 12) schaffte beim Cup-Heimspiel bei den fünf Starts Platzierungen zwischen 13 und 23 und landete damit im gehobenen Mittelfeld.

Nils Albrecht (AK 13), der dritte Schmiedefelder in der Thüringen-Auswahl bewies erneut, dass er zu den DSV-Assen des 1999er Jahrganges gehört. Mit Rang sieben am Freitag beim alpinen Technikrennen mit Langlaufskiern auf der Piste am Eisenberg, bei traumhaftem Winterwetter begann, es. In den Sprungläufen wurden es mit Sätzen bis 45 m die Plätze fünf und zehn. In seiner Spezialdisziplin, dem Zweikampf, trumpfte der Frauenwalder, nunmehr Oberhofer Gymnasiast, als Sechster und einem furiosen Bronzefinale über 5 km auf. »Ich bin als Vierter los. Schon nach rund 3 km hatte ich die Medaille. Mehr war heute nicht drin. Die Beiden vor mir hatten nach dem Springen einen zu großen Vorsprung«, beschrieb Nils Albrecht das Renngeschehen. Nächste Cup-Station ist am zweiten Februarwochenende Johanngeorgenstadt in Sachsen. Für die Thüringer kann es da nur besser werden.

Bliebe noch diese amüsante Begebenheit von jenem regnerischen Donnerstagabend, an dem es grünes Licht gab. Bei Aufräumungsarbeiten im Landratsamt hatte man einen 50 Jahre alten, großen Pokal gefunden. Ilmkreis-Chef Benno Kaufhold beauftragte Marcus Klauder, Schmiedefelder Bürgermeister, diesen dem WSV zu überreichen. Just das geschah am vergangenen Donnerstag in der entscheidungsmutigen Kampfrichterrunde. »Es ist ein Pokal von einer Deutschen DDR-Meisterschaft hier in Schmiedefeld. Der war übrig geblieben, weil es damals mitunter auch schon miserables Wetter gab«, sorgte aufklärend ein schmunzelnder Ralf Krieg, der überaus versierte Zeitmessmann, für Heiterkeit vor dem dreitägigen Mammutprogramm.

Ergebnisse:

Deutscher Schülercup, WSV Schmiedefeld, Sieger und beste Thüringer Platzierungen, Technik-Wettkampf (650-m-Piste; unter anderem Slalom, Sprunghügel und Umtreten).

S 12 - 14 weiblich: 1. S. Görlich (Lauscha) 1:55,91 Min., 5. L. Schmieder (Ruhla) +22,84 s

S 12 m: 1. J. Ritzer (Oberaudorf) 1:49,61, 10. P. Gröschel +15,62 s; 15. M. Feix (b. Zella-Mehlis) +19,37 s;

S 13 m: 1. T. Kopp (Bad Elster) 1:49,63, 3. J. Gebstedt (Ruhla) +0,90 s; 6. K. Pfeuffer (Biberau) +4,27 s; 7. N. Alberecht (Schmeidefeld) +4,76, 9. T. Forbrich (ZM)

HS 48 m 1. Sprunglauf (1 Sprung), S 12-14 w: 1. H. Kraus (Aue) 96,9 (43,5 m), 2. S. Görlich (Lauscha) 93,8 (42 m), 4. L. Schmieder (Ruhla) 88,8 (39,5 m), 2. SL: 1. H. Kraus 198,1 (42/42); 2. S. Görlich 179,4 (39/39,5), 5. L. Schmieder 158,8 (35,5/34)

S 12 m, 1. Sprunglauf: 1. L. Roth (Meßstetten) 111,9 (46 m), 10. T. Haasch (Ruhla) 102,1 (44 m); 14. A. Griebel (Schmiedefeld) u. J. Ostertag (Ruhla) je 99,6 (je 41,5 m), 2. SL: 1. L. Roth 226,5 (45,5/47), 13. J. Ostertag 193,7 (39/41,5); 17. P. Gröschel (Zella-Mehlis) 187,9 (38/40,5)

S 13 m, 1. SL: 1. T. Kopp (Bad Elster) 113,8 (47 m), 5. L. Mannhardt (Steinbach-Hallenberg) 110,5 (45 m); 8. T. Quent (Ruhla) 106,8 (44,5 m); 9. J. Lisso 105,6 (44 m); 10. N. Albrecht (b. Schmiedefeld) 105,5 (45 m); 13. M. Gehring (Biberau) 102,2 (43 m); 14. J. Gebstedt (Ruhla) 102,1 (44 m)

2. SL: 1. T. Kopp 229,9 (46,5/47), 5. N. Albrecht 219,8 (44,5/45); 9. L. Mannhardt 215,9 (43,5/44) 10. M. Gehring 214,0 (43,5/44); 12. Gebstedt 207,7 (42,5/43)

Kombination, S 12 m, 1. WK (1 Sprung), 1,25 km: 1. A. Schnieger (Oberstdorf) 3:35,9, 8. J. Ostertag (Ruhla) +37,1 s; 13. A. Griebel (Schmiedefeld) +49,4 s; 15. P. Gröschel (Zella-Mehlis) +54,4 s

2. WK (2 Sprünge), 2,5 km: 1. N. Siegemund (Klingenthal) 7:31,2, 11. J. Ostertag +1:23,6, 12. P. Gröschel +1:24,9; 15. A. Griebel +2:00,9

S 13 m 1. WK (1 Sprung): 1. T. Kopp (Bad Elster) 6:49,1 , 4. T. Forbrich (Zella-Mehlis) +17,9 s; 6. N. Albrecht (Schmiedefeld) +42,5 s; 8. M. Gehring (Biberau) +54,3 s; 13. K. Pfeuffer (b. Biberau) +1:22,4

2. WK (2 Sprünge) 5 km: 1. T. Kopp 14:04,4, 3. N. Albrecht +1:03,1; 6. T. Forbrich (Zella-Mehlis) +1:40,6; 8. M. Gehring +224,1; 12. K. Pfeuffer +3:12,2

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Werner Bache / 27.01.12 / TA
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