Schulentwicklungsplan stößt verstärkt auf Widerstand

  • Das Zirkus-Projekt ist eines der Zugpferde. Foto Sabine Spitzer
Gegen die geplante Schließung der Kirchheilinger Regelschule "Professor Arnold" protestiert der Bürgermeister des Ortes Klaus Schwarzkopf (pl). Mit einem offenen Brief wandte er sich jetzt unter anderem an die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und an Landrat Harald Zanker.
Kirchheilingen. Vier Regelschulen weniger im Kreis sieht der Schulentwicklungsplan ab dem Jahr 2011 vor, mit dem die Fraktionen des Kreistages in die Sommerpause geschickt wurden. Nun regt sich verstärkt Widerstand gegen die Auflösung der Schulen in Bickenriede, Struth, Hüpstedt und Kirchheilingen. Für Kirchheilingen wäre es das komplette Aus als Schulstandort. Daher richtete sich der Bürgermeister der Gemeinde Klaus Schwarzkopf jetzt mit einem offenen Brief an politische Entscheidungsträger wie Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht , Kultusminister Christoph Matschie und Landrat Harald Zanker.

Darin bittet er, die Schließung zu verhindern. Denn in der Dorfschule, die bereits seit 180 Jahren besteht, funktioniere die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus, Schule und Kindern. Man ziehe gemeinsam an einem Strang, so Klaus Schwarzkopf. Schüler wie Eltern würden sich mit der Schule identifizieren, das Umfeld sei vertraut und die Klassenstärke überschaubar. "Wohl hat der Geburtenrückgang der letzten Jahre auch hier seine Spuren hinterlassen und so muss die Schule nach Aufhebung der Einzugsbereiche um jeden Schüler kämpfen", gibt Schwarzkopf zu.

Das aber sei der Einrichtung gelungen, das beweisen die zuletzt konstanten Klassenstärken der fünften Klassen. Auch die nachweislich solide Bildungsarbeit, die geleistet wurde, listet der Bürgermeister auf. So sei unter anderem das vom Bundespräsidenten ausgezeichnete Zirkus-Projekt ein Zugpferd, das sich in vielfältige Arbeitsgemeinschaften einreiht. "All das steht nun auf dem Spiel, weil Schule Geld kostet, das nicht sofort und unmittelbar einen zählbaren Gewinn abwirft; weil finanzschwache Landkreise als Schulträger jahrelang allein gelassen worden sind und jetzt die finanzpolitische Notbremse zu ziehen versuchen", so Schwarzkopf.

Die Folge sei ein großer weißer Fleck in der Schullandschaft, noch längere Fahrstrecken für Schüler und irgendwann überfüllte Schulzentren. Bei der Schließung der Schule stehe auch die weitere Betreibung der Sporthalle auf der Kippe. Denn neben dem Schulsport nutzen der Kindergarten, zahlreiche Sport- und Feuerwehrgruppen sowie Osteoporosepatientengruppen die Halle. "Dies würde bei einer Schließung den Wegfall eines erheblichen kulturellen Lebens in der Gemeinde und in den umliegenden Gemeinden bedeuten", ist der Bürgermeister sicher.

Ebenso wäre die als Anbau an die Halle errichtete Kegelbahn bei einer möglichen Schließung in Frage zu stellen. Schwarzkopf bittet in seinem offenen Brief die Entscheidungsträger, zunächst abzuwarten, wie sich bereits eingeleitete Maßnahmen auswirken. Und um Unterstützung, damit der Erhalt der Professor-Arnold- Regelschule auch in den kommenden Jahren gesichert wird. Der neue Schulentwicklungsplan sieht auch Schließungen der Grundschule Seebach (diese wird von der Thepra fortgeführt) und des Hortes in Wendehausen vor.

Auch der Schulteil des Salza-Gymnasiums in Herbsleben soll dicht machen. Ab 31. Juli des nächsten Jahres sollen die Kinder in Bad Langensalza unterrichtet werden, schon ab Klasse fünf. Bei dieser Variante würde der Kreis Berechnungen zufolge 3000 Euro sparen. Bei der Schließung der Kirchheilingener Regelschule berechnete die Kreisverwaltung Einsparungen in Höhe von rund 130 000 Euro.


Sabine Spitzer / 29.07.10 / TA
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