Spanische Nacht lockte 3200 Besucher in Weimarhallenpark

  • Die Bühne und die Fassade der Weimarhalle erstrahlten in den spanischen Farben Gelb und Rot. Foto: Thomas Müller
Mit gefüllten Kühltaschen und Decken pilgerten am Samstagabend Familien in den Weimarhallenpark zur "Spanischen Nacht" mit der Staatskapelle Weimar.
Weimar. Selbst der Himmel schien mit den Veranstaltern im Bunde und belohnte die Anstrengungen im Vorfeld mit spanischen Temperaturen. Rund 3200 Weimarer und Gäste gingen mit auf die musikalische Reise. Damit war die Konzertnacht zwar etwa weniger besucht als im Vorjahr die Amerikanische Nacht mit ihren 3800 Besuchern. Auf den Terrassen blieben Plätze leer. Doch die Sommerferien mögen ihren Tribut gefordert haben, viele sind verreist.

Am Teich und auf den Wiesen rechts und links vor der Bühne lagerten die Konzertbesucher dicht an dicht bevorzugt unter den Bäumen am Ufer. Das wäre beinahe ins Auge gegangen, denn vor Beginn des Konzerts löste sich ein kapitaler Ast und klatschte zum Glück ins Wasser. Wer keinen Klappstuhl, keine Decke mitgebracht hatte, hockte sich auf die Stufen vor den Fenstern der Halle oder auf die Beetumrandung. Salate und Brote wurden ausgepackt, Wein und Selters herumgereicht Picknick mit Musikgenuss pur für alle Generationen.

Trotzdem zeigten sich am Schluss auch Caterer Torsten Montag und sein Team sehr zufrieden ("Unser Konzept ist aufgegangen"), welche das Konzertpublikum mit spanischen Leckereien verwöhnten. Ihre Tapas beispielsweise waren bereits kurz nach Beginn der Pause ausverkauft.

Die Staatskapelle musizierte wie aus einem Guss Werke fast ausschließlich spanischer Komponisten. Derweil kickten im hinteren Bereich des Parks Kinder Fußbälle á la Klose und Podolski. Eine kleine Prinzessin huschte im weiß´en Kleid und barfuß auf dem Kiesweg hin und her, während Carmen alias Nadine Weissmann die Habanera sang. Für das vom ersten Kapellmeister Martin Hoff geleitete Konzert war die Sopranistin eigens aus Spanien eingeflogen worden.

Hatten Zuhörer im Vorjahr noch über ein in ihren Augen zu kurzes Programm geklagt, die Spanische Nacht übererfüllte sämtliche Erwartungen mit ihrem zwölfteiligen Konzertprogramm bis Mitternacht. Eine Zugabe musste sein und wurde bereitwillig gegeben. Die Bühne und auch die Fassade der Weimarhalle erstrahlten in den spanischen Farben Gelb und Rot. Einen abschließenden Höhepunkt setzte das Feuerwerk der "vulcanos fireworker" aus Unterwellenborn. Nicht für jeden allerdings wurde die bislang wärmste Konzertnacht zu einem ungetrübten Erlebnis: Ein Mann erlitt einen Schwächeanfall, zwei weitere konfrontierten die Rettungssanitäter sogar mit weitaus dramatischeren gesundheitlichen Problemen.

Im nächsten Jahr pausiert die Konzertnacht, um dann 2012 mit nordischen Impressionen zurückzukehren.


Christiane Weber / 05.07.10 / TA
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