Tambach-Dietharzer Kletterhöhle wird Ende der nächsten Woche zur Filmkulisse
Porträt
Das Hülloch eignet sich bestens fürs Überkopf-Klettern - und wird nächste Woche zur Filmkulisse für Elefanten. Foto: privat
Für moderne Trend-Sportarten ist die Naturausstattung rund um Tambach- Dietharz bestens geeignet. Nicht nur Nordic Walking, Mountainbike-Fahren und an einem Tag im Jahr sogar Wildwasser-Paddeln können hier betrieben werden, nein Tambach-Dietharz ist auch Mekka für Kletterer.
Tambach-Dietharz. Mit gleich zwei felsigen Herausforderungen an Kletterer wartet die Natur auf. Die eine ist der Falkenstein - mit seinen fast 100 Metern Höhe seit der Erstbesteigung 1852 ein Magnet für Kletterer. Die andere ist das Hülloch, eine Felsenhöhle, deren Potenzial erst vor kurzem erkannt wurde. Jetzt läuft das Hülloch dem Falkenstein den Rang ab, denn es ist total in, horizontal statt vertikal zu klettern. Bouldern nennt man das. Alle Welt bouldert, man kann auch sagen, klettert wie die Fledermäuse am Felsendach entlang. Viele fangen in der Halle an. Man braucht nur ein paar Kletterschuhe, keine Kenntnisse über Knoten und Haken und sonst etwas, so Sportstudent Dirk Uhlig (31). Jeder kann es probieren. Beim Bouldern liegen dicke Matten am Boden und mildern eventuelle Abstürze. Auch am Hülloch. Während man zum Falkenstein erst einmal eine relativ lange Wegstrecke mit schwerer Kletterausrüstung hinter sich bringen muss, liegt das Hülloch direkt an Ortsrand von Dietharz im Schmalwassergrund. Von der Straße aus, die Richtung Schmalwassertalsperre führt, ist man im Nu dort. Das Naturdenkmal aus Porphyr wurde 2007 für den Klettersport erschlossen. Das Hülloch-Höhlendach wird als ca. 30 Meter breit, 25 Meter tief und 15 Meter hoch beschrieben. Als wir es erschlossen hatten und 2008 in einem Kletterführer vorstellten, verbreitete sich das wie ein Lauffeuer, sagt der Erfurter Kletterspezialist Uhlig, der alle Genehmigungen von den Eigentümern eingeholt und mit Kletterfreunden die Routen präpariert hat. Die Jungs hangelten sich in luftiger Höhe am Felsdach entlang, bohrten Löcher in das Gestein, brachten Haken an, die bis zu zwei Tonnen halten können, beschrieben die Routen, von denen einige den höchsten Schwierigkeitsgrad aufweisen. Es gibt über 150 Kletterfelsen und 1500 Kletterwege in Thüringen, im Landkreis Gotha ist auch der Lauchagrund bei Tabarz ein guter Ort dafür, aber nichts sei mit dem Hülloch und seinem hohen Anspruch vergleichbar, sagt Uhlig. Man sei darüber ganz glücklich, erspare das doch weite Wege, in die Dolomiten zum Beispiel.
Weite Wege will sich auch die Filmproduktionsfirma sparen, die ab heute am Hülloch anrücken wird. Nicht am Samstag - denn dann ist am Schmalwasser Rafting-Trubel. Drei Tage lang werden die Freizeitsportler dann vom Hülloch verbannt.