Steven Uhly, Schriftsteller, in der ZDF-Sendung "aspekte" am Bahnhof Jena-Paradies. Fotos: ZDF
Die ZDF-Sendung "aspekte" hat mit einem Fernseh-Beitrag über Rechtsextremismus im thüringischen Jena scharfe Kritik bei den Zuschauern ausgelöst. Zahlreiche Thüringer beschwerten sich daraufhin in einem offenen Brief über die undifferenzierte Berichterstattung. Im Gegenzug versucht Schriftsteller Uhly nun, sich und den Sachverhalt zu erklären.
Ich habe mit "Adams Fuge" ein Buch geschrieben, in dem ein V-Mann des Verfassungsschutzes vorkommt. Er ist in der rechtsradikalen Szene von Dresden aktiv, läuft insgeheim zu den Nazis über und entwickelt ein Computerspiel, in dem es darum geht, die in Deutschland lebenden Türken zu ermorden. Eine Fiktion, gewiss, aber durch den Terrorismus des NSU hat der Stoff eine gewisse Aktualität erhalten. Offenbar hat sich sonst kaum jemand damit beschäftigt, dass die rechtsradikale Szene in Deutschland immer noch dem Vernichtungsgedanken des Dritten Reichs nachhängt. Als Autor dieses Buches wurde ich von der Redaktion Aspekte des ZDF nach Jena eingeladen. Zunächst sollte es Zwickau sein, aber dann wurde ich darüber informiert, man habe in Jena zwei interessante Persönlichkeiten ausfindig gemacht, mit denen ich zusammentreffen solle. Es gab ein telefonisches Vorgespräch, mit dem ich zufrieden war, weil man mir zuhörte. So stieg ich früh in den Zug und kam um elf Uhr an. Noch nie in meinem Leben war ich in Jena gewesen, Jena-Paradies war bis dahin nur ein Bahnhof auf dem Weg nach Berlin. Nun aber stieg ich hier aus und stellte schnell fest, dass ich nicht warm genug angezogen war. Die meiste Zeit des Tages verbrachte ich deshalb fröstelnd. Nach meinem Treffen mit dem TV-Team ging es ins historische Stadtzentrum zum Kaffee-Trinken. Jena, das erkannte ich schnell, war eine typische mittelgroße deutsche Stadt. Es gab keinen Anlass, vor irgendetwas Angst zu haben. Nach dem Kaffee fuhren wir zum Bahnhof zurück, um meine Ankunft zu drehen. Auf dem Weg dorthin schlug das Kamerateam, das aus Dresden angereist war, den Westbahnhof vor, denn der lag näher. Aber das Aspekte-Team wollte Jena-Paradies, wegen der Bezeichnung: Paradies. Dort angekommen, wurde ich gebeten, mehrmals die Treppe vom Bahnsteig herunter zu kommen. Anschließend sollte ich unter dem Schild Jena-Paradies entlanglaufen und kurz stehen bleiben. Später wurde dann genau in dieser Szene der Satz aus dem Off ergänzt: "für Leute mit Migrationshintergrund kein Paradies". Mein Vater ist Bengale, meine Eltern lernten sich in London kennen, als meine Mutter schwanger wurde, kehrte sie allein zurück. Ich bin als Deutscher unter Deutschen in Köln geboren und aufgewachsen, und war dort während meiner gesamten Kindheit immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt, weil ich anders aussah. Als ich größer wurde, zu groß, um gefahrlos diskriminiert zu werden, wurden die Reaktionen subtiler und es kam ein positiver Rassismus hinzu, der genau so unangenehm war. Dann fiel die Mauer, und im Januar 1990 fuhr ich mit einer Freundin in einem großen Audi 100 bei Helmstedt über die Grenze, um endlich die DDR kennen zu lernen. Unser Auto erregte Aufmerksamkeit, vermutlich auch unser Verhalten. Was uns aber besonders auffiel, war die Freundlichkeit der Menschen. Ich war damals ganz beseelt von dieser Freundlichkeit, denn es kam mir so vor, als hätten wir im Westen über all unserem Wohlstand etwas Wesentliches verloren. Doch dann begann die Zeit, in der ständig Berichte über rechtsradikale Gewalttaten in Deutschland zu hören und zu sehen waren: Rostock, Hoyerswerda, Solingen, Mölln. Im Westen gab es Lichterketten, und ich erlebte, wie sich die Zivilgesellschaft vom Generalverdacht, darin verwickelt zu sein, befreite. Während die Politiker eine eher klägliche Rolle spielten, veränderte sich das Land, die Menschen lernten sich selbst kennen - und die meisten wussten jetzt: Ich bin kein Täter, denn so etwas würde ich nie tun. Das hat West-Deutschland gut getan, und Menschen wie ich haben es gespürt als eine große Erleichterung, die durch die Bevölkerung ging. Genau deshalb fühle ich mich inzwischen sicherer im Westen als früher, obwohl mir bewusst ist, dass es eine Menge "Kontinuitäten" gibt, über die nicht ausreichend nachgedacht wird.
Ich habe Angst, mich im Osten frei zu bewegen
Damals begann meine Angst vor dem Osten, und diese Angst hält bis heute an. Denn im Osten verlief die Entwicklung anders. Als ich Ende der 90er-Jahre in der Zeitung las, die lokale Polizeibehörde rate ausländisch aussehenden Menschen davon ab, die Bahnstrecke zwischen Leipzig und Berlin zu benutzen, weil man dort ihre Sicherheit nicht garantieren könne, verlor ich gänzlich das Bedürfnis, dorthin zu reisen. Und vor ein paar Tagen las ich in der Zeitung, dass im Osten fünfmal mehr Menschen von Rechtsradikalen ermordet worden sind als im Westen. An dieser Stelle des ersten Interviews vor dem Bahnhof Jena-Paradies sagte ich, ich hätte einfach Angst, mich im Osten frei zu bewegen. Durch die Verkürzung auf diesen einen Satz wurde der Beitrag auf ein negatives Gefühl zugespitzt. Nach der Bahnhofs-Szene ging es zu Pfarrer Lothar König. Als König mich begrüßte, fragte er sofort, wo ich her sei. "Aus Köln", antwortete ich, aber das war ihm nicht genug. So musste ich also meine Eltern ausweisen. Daraufhin sagte er: "Ah, Bengale bist du" - und ich widersprach: "Nein. Ich bin Deutscher." Wir gingen in sein Büro und gerieten sehr schnell in einen vorsichtigen Schlagabtausch. Ich gestehe, dass ich mich unwohl fühlte, denn ich hatte das Gefühl, ins Westdeutschland der 70er Jahre zurückversetzt worden zu sein. König ging von einer Spaltung der Gesellschaft in Links und Rechts aus und zog die Bezeichnung "Mitte" radikal in Zweifel. Ich konnte diese Meinung nicht teilen. Unsere Diskussion war intensiv und ironisch, wir tasteten einander ab. Das Fernsehteam unterbrach uns, um König zu interviewen. Im Beitrag sieht es dann so aus, als hätte ich ihm all die Fragen gestellt, auf die er antwortet, aber in Wahrheit saß ich nur dabei und hörte zu. Das Team fragte ihn, ob an dem, was ich in meinem Roman erzähle (V-Mann, der zu den Nazis überläuft) überhaupt etwas dran sei. Er sagte: "Das ist die Realität." Dann ging er einen Schritt weiter: "Der Verfassungsschutz macht sich inzwischen gar nicht mehr die Mühe, V-Leute auszubilden. Stattdessen kaufen sie hohe Nazi-Funktionäre. Sie geben ihnen viel Geld, damit die ihnen Informationen liefern. Und was für Informationen können das schon sein, die ein Nazi gibt? Jedenfalls nichts, was von Bedeutung ist." Mein nächster Gesprächspartner sollte ein NPD-Aussteiger namens Uwe Luthardt sein. Ich fror immer noch, inzwischen aber vor allem vor Hunger. Wir unterhielten uns, als die Kamera ausgeschaltet war. Anschließend wurde er interviewt und gab seine Statements ab.
"Was machst du hier? Du bist doch Führer."
Wir befanden uns in einem Döner-Laden. Plötzlich kam ein bulliger Türke auf unseren Tisch zu und sagte zu Uwe Luthardt: "Was machst du hier? Du bist doch Führer." Luthardt erklärte ihm, er sei ausgestiegen, aber der andere schien es nicht richtig zu glauben. Er blickte uns an und sagte: "Wissen Sie, mit wem Sie da zusammen sind?" Wir erklärten ihm den Grund unserer Anwesenheit. Das Fernsehteam lud ihn ein, vor der Kamera zu sprechen, aber er lehnte ab. Von Luthardt erfuhr ich, dass sich beide schon seit längerem kannten. Der Türke sei in Wahrheit kein Türke, sondern Kurde und früher bei der PKK gewesen, bevor diese verboten wurde. Die Leute vom Fernsehteam starrten mich ungläubig an, denn auch diese Konstellation kommt in meinem Roman vor. Eine der beiden Redakteurinnen, eine Deutsch-Türkin, unterhielt sich länger mit dem türkischen Besitzer und anderen Männern. Später kam sie zu uns und erzählte amüsiert, die Männer hätten gesagt, sie hätten überhaupt keine Angst. Als sie aber gefragt habe, ob sie das auch vor der Kamera sagen würden, hätten alle abgewiegelt. Sie hätten Familie und Kinder, das müsse sie verstehen.
Im Interview betonte Luthardt, die V-Leute seien Nazis. Er plädierte wiederholt für ein Verbot der NPD, damit dieser Geldfluss vom Staat in die rechte Szene aufhört.
Für den Film, der am 18. November ausgestrahlt wurde, reiste der deutsch-bengalische Autor Steven Uhly in die Saalestadt und erklärte vor laufender Kamera, er habe Angst, sich in Ostdeutschland frei zu bewegen. Dazu wurden Bilder gezeigt, die die freundlichen Seiten der Stadt geschickt ausblendeten. Foto: ZDF
Nach dem Gespräch kam ich noch einmal zu Wort. Mich hatte die ganze Zeit die Frage beschäftigt, was Fiktion denn ist, wenn sie uns in die Lage versetzt, Dinge sichtbar zu machen, bevor sie sich in der Wirklichkeit zeigen. Es heißt für mich, dass "Fiktion" keineswegs mit "frei erfunden" gleichgesetzt werden darf. Vielmehr fügt sich hier Bewusstes mit unbewusstem Wissen zusammen, und das ermöglicht oftmals eine Komplexität, zu der wir im Alltag nicht fähig sind. Mit anderen Worten: Ich sprach vor der Kamera als der Romanschriftsteller, als der ich glaubte, nach Jena eingeladen worden zu sein. Das war es, was ich beisteuern konnte: Autor eines Buches zu sein, in dem es darum geht, wie Radikalismus, Polarisierung und Schwarz-Weiß-Denken immer in zwischenmenschliche Sackgassen führt, sei es in der Familie, in der Gesellschaft oder zwischen Staaten. Zum Abschluss fuhren wir zum "Braunen Haus", das in einem malerischen Viertel von Jena liegt. Auf der Fahrt erzählten sich die Leute vom Fernsehteam, die Nazis würden dort Leute filmen und registrieren. Daraufhin weigerte ich mich auszusteigen. Das wurde hingenommen. Wir fuhren zurück nach Jena-Paradies. Es war 16.30 Uhr, wir hatten fünfeinhalb Stunden ununterbrochen gefilmt. Ich ging ein paar Mal die Treppe zum Bahnsteig hinauf. Die Off-Stimme im Film sagte dann später, ich führe erleichtert zurück. Das hatte ich zwar nicht gesagt, aber es traf zu, weil der lange Dreh vorbei war . Eine letzte Frage, die mir gestellt wurde, lautete: "Was haben Sie Neues gelernt?" Ich überlegte und sagte: "Nicht viel, ehrlich gesagt, vieles wusste man ja schon." Damit meinte ich die rechtsradikale Szene. Dann die letzte Frage. Nein, mein Bild vom Osten hatte sich nicht verändert, es (das Bild!) war ja auch nicht so schlimm gewesen. Angst ist eben kein Bild, sondern nur ein Gefühl. Der Fernsehbeitrag hat Angst zu einem Bild von Jena gemacht, und Jena mit dem ganzen Osten gleichgesetzt. Ich selbst, mit meinem Migrationshintergrund, stehe da wie ein potenzielles Opfer. Der Beitrag reitet so sehr darauf herum, dass ich den alten positiven Rassismus Westdeutschlands wiedererkenne. Er hat sich modernisiert - wirklich gewandelt hat er sich jedoch nicht.
Auf das suggestive Spiel der Bilder und der Off-Stimme achtete ich nicht
Als der Beitrag ausgestrahlt wurde, fiel mir das zuerst nicht weiter auf. Ich sandte beiden Redakteurinnen eine SMS und gratulierte ihnen. Ich wäre niemals auf den Gedanken gekommen, dass man darin eine Diffamierung Jenas oder gar des ganzen Ostens sehen könnte, denn darum war es ja beim Dreh nie gegangen. Der Beitrag beschäftigte sich meines Erachtens mit Rechtsradikalismus. Auf das suggestive Spiel der Bilder und der Off-Stimme achtete ich nicht. Erst durch die wütenden Reaktionen vieler Jenaer wurde mir klar, dass man den Beitrag so verstehen kann. Erst später erkannte ich, dass der Film so wirkt, als hätte alles ich erlebt und gesagt. Dabei war fast nichts übrig geblieben und es waren Dinge hinzugekommen, die ich nie gesagt hatte. Ich habe kein "Bild" vom Osten und würde niemals den Ausdruck "ostdeutsche Angstzone" verwenden. Ich bleibe dabei: Meine Grunderfahrung im Osten, im Januar 1990, war die Freundlichkeit der Menschen. Und auch dabei bleibt es: Ich habe Angst, den Osten zu bereisen, obwohl ich ihn gerne kennen lernen würde. Es stimmt: In Jena hatte ich keine Angst. Es war heller Tag, wir bewegten uns im Zentrum oder im Auto. Aber würde ich allein die Stadt erwandern? Könnte ich problemlos in die Vororte gehen, allein aufs Land fahren? Vielleicht, aber ich würde es nicht riskieren. Was, wenn ich durch Zufall auf eine Gruppe von Neonazis treffe? Im Westen ist mir das noch nie passiert. Woher soll ich wissen, wie das im Osten ist? Der Osten ist immer noch ein fremdes Land für mich, den Wessi. Was ist mit den Medienberichten über ausländerfreie Zonen, über Hetzjagden auf Ausländer, die in aller Öffentlichkeit stattfanden, ohne dass jemand eingriff? Was ist mit der Tatsache, dass die NPD in sämtlichen Ostländern außer in Berlin und Brandenburg mindestens 4 Prozent der Stimmen erreicht hat in den letzten Landtagswahlen, während sie in den Westländern höchstens knapp über 1 Prozent gekommen ist? Sicher, die Wahlbeteiligung im Osten ist sehr gering gewesen, so dass die absoluten Zahlen der NPD-Anhänger in etwa mit den Zahlen im Westen übereinstimmen. Aber warum gehen die Leute nicht wählen? Gerade die große Zahl von Menschen, die sich nicht am demokratischen Prozess beteiligen, macht mir den Osten unkenntlich. Ich bleibe lieber im Westen, und ich kenne eine Menge Leute, denen es ähnlich geht. Ich bin von den Autoren des Beitrags auf diese Angst reduziert worden. Es tut mir leid für die Stadt Jena, dass sie auf äußerst suggestive Weise so negativ dargestellt wird. Es ärgert mich, dass ich nun Bestandteil eines so einseitigen Fernseh-Beitrags bin und es anfangs nicht wahrnahm. Was bleibt, ist eine weitere unangenehme Episode deutsch-deutscher Verwerfungen. Es ist in meinen Augen der immer selbe Mechanismus, der hier zum x-ten Male ausgelöst wurde: Wessis, die nicht genau genug hinsehen, und Ossis, die sich so verkannt fühlen. Es ist ein Täter-Opfer-Mechanismus, dessen Ursachen vermutlich in der Art und Weise liegen, wie die Wiedervereinigung zustande gekommen ist: eben nicht als Vereinigung, sondern als Beitritt. Erboste Leute haben mein Buch auf Amazon mit Negativ-Kommentaren überzogen, einer nannte mich einen "kleinen Nazi", ein anderer empfahl mein Buch zur Verbrennung. Amazon hat diese Kommentare gelöscht. Aber ich frage mich: War das, was man im Fernsehen sah, so schlimm, dass es gerechtfertigt ist, mich zu diffamieren und zu dämonisieren? Was sind das für Menschen, die sich nun zum Pöbel machen? Rechtsradikale offenbar nicht. Und doch verhalten sie sich ganz ähnlich. Trittbrettfahrer, die jede Gelegenheit nutzen, ihren Hass aufzuheizen, gibt es überall. In meinen Augen beginnt Radikalität bereits da.
Zur Person
Foto: ZDF
Steven Uhly wurde in Köln geboren, als Sohn einer Deutschen und eines Bengalen. Er wuchs mit seiner Mutter und seinem spanischen Stiefvater auf, machte im Jahr 1983 das Abitur und ging später nach Valencia, wo er sich zum Dolmetscher ausbilden ließ. Nach seiner Rückkehr begann er, in Köln und später in Bonn spanische und portugiesische Sprache sowie Literatur und Germanistik zu studieren. 1988 verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Lissabon. Nach seiner Promotion verbrachte Steven Uhly fast fünf Jahre in Brasilien, bevor er nach Deutschland zurückkehrte und sich mit seiner Familie in München niederließ. Hier arbeitete er zunächst ein Jahr lang als Dozent an der Ludwig-Maximilians-Universität, bevor er zusammen mit seiner Frau den Münchner Frühling Verlag gründete und sich selbständig machte. Sein erster Roman "Mein Leben in Aspik" erschien 2010 im Secession Verlag.
Schöne Klarstellung. Anstatt auf Herrn Uhly hermzuhacken - denn ich denke er hat klar formuliert, was er gemeint hat - sollte man sich fragen, was eine Sendung eines öffentlich-rechtlichen TV-Programmes dazu bringt in einem Boulevard-Journalismus á la BILD zu verfallen. Man sollte mal darüber nachdenken, das ein Grund dafür der Verkaufsdruck von Medien ist. Medien müssen für die Leute interessant sein, nicht etwa wahrheitsgemäß und differenziert. Das ist traurig und vielleicht rüttelt das mal einige Menschen wach und animiert dazu differenzierte Medien zu lesen. Denn ein Medium ohne rezipienten überlebt nicht, aich nicht beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
02.12.11 - 11:08
hm
hm eigentlich hat weder der aspekte beitrag,noch dieser artikel wirklich etwas zu sagen. auch nicht herr uhly. DOCH, eine sache, in jena war es kalt. mich wundert es, dass so wenig leute eine neigung zur kritischen selbstreflektion haben. in der hinsicht, sind anscheinend alle beteiligten in ihrer welt stehen geblieben. herr uhly, genauso wie aspekte etc. bedauerlich, man kann sich auch aus der selbstverschuldeten unmündigkeit befreien.......
01.12.11 - 08:23
Jo
@Heidrun Zirolis: Perfekt getroffen! Leider sind nicht alle Kommentare so konstruktiv!
30.11.11 - 23:22
Heidrun Zirolis
Es gehört Mut dazu, in einer eskalierten Situation wie dieser so die Hosen herunterzulassen (und damit auch wieder neue Angriffsfläche zu bieten). Bei aller auch weiterhin berechtigten Kritik sollten das die Kommentatoren, die hier so auf Steven Uhly herumhacken, honorieren. Für Herrn Uhly habe ich zwei Wünsche: 1. Dass er so schnell wie möglich seine mediengeprägte und in Jena wirklich unbegründete Angst abstreifen, ein objektives Bild gewinnen und sich vielleicht auch mal wieder hier blicken lassen möge. Vielleicht, ohne vorherige Werbung im ZDF, im Rahmen einer Lesung. Bei mir ist er willkommen. 2. Dass er erkennen möge, dass er offensichtlich selbst auch eine Neigung hat, gewollt oder ungewollt zu provozieren und zu stigmatisieren, was dann eben entsprechende Gegenreaktionen auslöst. Die Leute, die sein Buch auf Amazon als Reaktion auf die Schleichwerbung und Diffamierung des Ostens nun schlecht bewerten, jetzt als Pöbel, hassgetriebene Trittbrettfahrer und Radikale zu beschimpfen, ist so sinnlos wie unangemessen. Hätte er diesmal einfach dazu geschwiegen, hätte sich das in den nächsten Tagen beruhigt. Nun geht das Treiben in die nächste Runde und ich muß mich für diejenigen Mitbürger schämen, die auf die Provokation hereinfallen und das billige Bild vom radikalen Osten zu bestätigen scheinen.
30.11.11 - 23:22
sardanapal
@Markus "seit bekannt ist, dass die Polizei in Sachsen, insbesondere Dresden, bei offensichtlich rechten Straftaten die Aufnahme einer Anzeige verweigert. Rechtes Gedankengut macht auch vor der öffentlichen Verwaltung nicht Halt." -- Es scheint, Sie sind der Einzige, dem es bekannt ist. Beweise dazu gibt es natürlich nicht, wie immer in solchen Fällen.
30.11.11 - 17:58
Kurze
@ Markus: Danke für Ihr Feedback. Ich meinte mit "Ecken" allerdings keine bestimmte "Ecke". Vielleicht habe Sie das "bestimmt" vor dem Wort "Ecken" missverstanden: es war nicht im Sinne von "konkret" gemeint, sondern im Sinne von "sicherlich". Wie auch immer - ich gehe einfach mal von mir aus: Ich habe eine gewisse Angstschwelle, und Angst ist, wie irgendwo in diesem Zusammenhang schon mal erwähnt wurde, keine Meinung, sondern ein Gefühl, also schwer erklärbar und häufig nicht rational. Ich würde z.B. generell nachts dunkle Ecken meiden, egal in welcher Stadt, egal in welchem Land, aus Angst vor Übergriffen jedweder Art - nicht nur rassistisch motivierter.
30.11.11 - 15:51
Markus
@Kurze: Ich pendle zwischen München und Jena, kenne also beides. Dass Sie sagen, es gäbe Ecken, die man meiden sollte, macht mich stutzig. In München gibt es diese nicht, in ganz Bayern sind mir noch keine untergekommen. Auch in Jena nicht (da kenne ich allerdings nicht so viel wie von München, meiner Heimat). Aber offenbar kennen Sie Jena ja besser, und darum irritiert mich das mit den Ecken. Und noch zu @Rainer: "Nirgendwo in Deutschland werden mehr rechte Straftaten gezählt als in dem bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen" - Statistiken zu dem Thema würde ich nicht sonderlich trauen, und das nicht erst, seit bekannt ist, dass die Polizei in Sachsen, insbesondere Dresden, bei offensichtlich rechten Straftaten die Aufnahme einer Anzeige verweigert. Rechtes Gedankengut macht auch vor der öffentlichen Verwaltung nicht Halt.
30.11.11 - 13:56
Richard Meichelt
danke herr uhly über diesen bericht über die sendung "aspekte". diese sendung hab ich gelegentlich verfolgt und immer wieder festgestellt, das ein latenter hass gegenüber den neuen bundesländern mitschwang. waren es nun die gelder die ja immer noch in den osten fließen, oder die grenznahen wettbewerbsvorteile in thüringen gegenüber hessen und bayern... dieser bericht passt mal wieder genau in dieses raster! diffamierungen und radikale ansichten gibt es eben nicht nur von links und rechts sondern auch vom ZDF! öffentlich-rechtlich! bitte liebes zdf, setzt diese reißerische und verdummende sendung ab! es schaudert mich ehrlich gesagt! ein moderator dieser sendung hat ja auch mal ein buch über den osten geschrieben. dieses buch ließ auch kein gutes haar an meiner heimat die ich so schätze und ganz anders kenne! 1 jahr später war dieser schriftsteller dann moderator bei aspekte... genau da passte er hin mit seinem dämlichen gedankengut...
30.11.11 - 13:53
Kurze
Danke Herr Uhly für Ihre Darstellung der Abläufe an "jenem" Tag und die Erklärungsversuche zu Ihrem ganz persönlichen Empfinden. Auch wenn mir schleierhaft ist, dass Ihnen die suggestive Kraft des ZDF-Beitrages nicht sofort aufgefallen ist, nachdem Sie ihn zum erstem Mal gesehen haben. Ich kann Ihre subjektive Angst schon ein bisschen nachvollziehen, wir alle - oder die meisten - unterliegen irgendwo dem suggestiven, meinungs- und (am schlimmsten) vorurteilbildendem Einfluss der Medien. Fassen Sie sich ein Herz, bereisen Sie den Osten. Zugegeben: es gibt bestimmt Ecken, die man meiden sollte - die auch ich als "urdeutsch" Aussehende meiden würde. Doch die gibt es überall, im Osten wie im Westen. Mit fragenden Blicken wird man als "Andersaussehnder" (vorerst jedenfalls) leben müssen - diese sind jedoch nicht ungedingt Ausdruck von Feindschaft, sondern meist eher von Neugier. Das mag unangenehm und verunsichernd sein, das kann ich mir gut vorstellen, denn man weiß ja erstmal nicht, ob der andere vielleicht doch etwas "im Schilde führt". Aber Ostdeutschland unter Generalverdacht zu stellen und diesen Landesteil aus Angst ganz zu meiden, löst Ihr Problem nicht - im Gegenteil, es verfestigt sich. @ diejenigen, die das Konzert boykottieren wollen: wenn Ihr meint, dass dies der richtige Weg ist, nur zu. Mit den anderen, die durch ihre Anwesenheit zeigen wollen, dass sie mit rechtem Denken und Handeln nichts zu tun haben wollen, treffe ich mich am Freitag ab 16 Uhr in der Oberaue. Bis dahin ...
30.11.11 - 13:21
Sumba Tonne
Meiner Ansicht nach, werden "exotisch" oder "anders" Aussehende in der ostdeutschen Provinz ganz einfach deshalb genauer betrachtet, "angequatscht" etc., weil sie seltener sind. In Köln und München sieht man überall Deutsche mit ausländischem Hintergrund, die alle Deutsche sind, deutsch denken usw. Das "Glotzen" scheint übrigens eine (gesamt-) deutsche Eigenart zu sein. Viele Briten (ich selbst lebe im Vereinigten Königreich) merken das, wenn sie in Deutschland sind. Grundsätzlich wird dort jeder (!) Mensch in der Straßenbahn usw. angeglotzt. Je "ungewöhnlicher" (schwärzer, behinderter, frisur- und piercing-technisch ungewöhnlicher) der Betrachtete ist, desto länger wird geglotzt. Ausländisch aussehenden Menschen fällt das nur besonders auf, weil auf ihnen die Blicke (siehe oben) länger verweilen...
30.11.11 - 11:29
oerbse
Das Statement von Herrn Uhly relativiert seinen Auftritt in der aspekte Sendung für mich sehr deutlich. Auch wenn ich mich in München deutlich weniger sicher fühle als in Jena... Aber das ist eben eine Sache der Wahrnehmung. Allerdings hat auch er einige Fehlinformationen in seinem Beitrag - woher kommt die Behauptung, in "Ostdeutschland" werden 5mal so viele Menschen durch Rechtsextrmisten ermordert wie im "Westen"? Es entsteht der Anschein, dass das ZDF mit diesem Beitrag den "Ost- Westkonflikt" anheizen wollte um von der eigentlichen Problematik des Rechtsextrmismus in Deutschland abzulenken..... ;-)
30.11.11 - 11:18
vermieter
ich lese diese(n) blog/website zum ersten mal, via bildblog verlinkung ich war noch nie in jena und möchte mich auch an keiner diskussion über rechts beteiligen. was mir jedoch aufällt ist die art des autors. er möchte sich nicht als opfer sehen, tut es aber permanent, er möchte als "deutscher" wahrgenommen werden, nachfragen nach der herkunft seiner eltern sind gar generell verpönnt, wie es scheint. trotzdem "die deutschen" hatten früher vorurteile, er selbst natürlich nicht... "die deutschen" waren rassistisch und das zdf ist es mit diesem beitrag in "aspekte" auch, also bitte. 1. es ist ihnen nie selbst aufgefallen wie schlecht der beitrag, zu dem sie nicht unwesentlich selbst beigetragen haben, war 2. sie haben vorurteilen über den osten, übelste vorurteile, dass könnten sie vielleicht einmal überdenken, sie erwähnen selber, dass sie keine negativen erfahrungen gemacht haben in jena, "es könnte aber bei nacht usw.", ein ziemlich intolerantes argument, ist das in zukunft ihre handlungsmaxime? nichts ausprobieren, nur auf eigenen vorurteilen bestehen? 3. sie sehen sich, obwohl sie das dem "aspekte" beitrag übel nehmen, permanent als opfer, "die deutschen" haben sie früher und auch heute wie es scheint diskriminiert, das böse zdf hat sie falsch dargestellt (das man nur quote machen viel, im zuge der neusten probleme mit nazis kommt ihnen scheinbar nicht in den sinn) mein fazit, ein ziemlich vorurteilsbehafteter artikel, trotzdem erkenne ich die aufrichtigkeit, mit der sie den beitrag und das thema "ossis" und "wessis" behandeln, an P.S. das dauerhafte einteilen in Ost un West könnte man vll generell etwas reduzieren, dadurch wird mit sicherheit keine annäherung, sondern eher abgrenzung geschaffen mfg
30.11.11 - 10:10
janosch
@ rainer: Mit einem Hinweis auf NRW den Rechtsextremismus in den Neuen Bundeslaendern zu relativieren, fuehrt doch zu nichts. Ausserdem liefert SpOn sinnloserweise absolute Zahlen, man muesste diese 4000 bis 5000 Verfahren auf die Bevoelkerung NRWs hochrechnen. Schliesslich leben dort mit knapp 18 Millionen Einw. mehr Menschen als in allen Neuen Bundeslaendern zusammen. Lukas Heinser hat sich an dem SpOn-Artikel abgearbeitet: http://www.coffeeandtv.de/2011/11/28/absolut-nicht-aussagekraftig/
30.11.11 - 00:29
rainer r
Viele wahre Worte des Herrn, was seinen peinlichen AUftritt im Beitrag etwas entschaerft, wenn auch nicht wiedergutmacht. In meinen Augen ist ein Naziproblem immernoch vorhanden in Jena, es zu verleugnen waere naiv. Aber dass man hier Angst haben muss, wenn man nachts durch Strassen laeuft, durch Vortorte oder sonst was, ist schlichtweg Unsinn. Nur nebenbei, ein Zitat aus einem gestrigen Spiegel Online Bericht: "Nirgendwo in Deutschland werden mehr rechte Straftaten gezählt als in dem bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen. Zwischen 4000 und 5000 Verfahren leiteten die Behörden hier in den vergangenen Jahren jeweils ein. Und Dortmund ist ein Zentrum der Szene."
29.11.11 - 23:35
rainerr
Viele wahre Worte des Herrn, was seinen peinlichen AUftritt im Beitrag etwas entschaerft, wenn auch nicht wiedergutmacht. In meinen Augen ist ein Naziproblem immernoch vorhanden in Jena, es zu verleugnen waere naiv. Aber dass man hier Angst haben muss, wenn man nachts durch Strassen laeuft, durch Vortorte oder sonst was, ist schlichtweg Unsinn. Nur nebenbei, ein Zitat aus einem gestrigen Spiegel Online Bericht: "Nirgendwo in Deutschland werden mehr rechte Straftaten gezählt als in dem bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen. Zwischen 4000 und 5000 Verfahren leiteten die Behörden hier in den vergangenen Jahren jeweils ein. Und Dortmund ist ein Zentrum der Szene."
29.11.11 - 23:33
Rainer
Viele wahre Worte des Herrn, was seinen peinlichen AUftritt im Beitrag etwas entschaerft, wenn auch nicht wiedergutmacht. In meinen Augen ist ein Naziproblem immernoch vorhanden in Jena, es zu verleugnen waere naiv. Aber dass man hier Angst haben muss, wenn man nachts durch Strassen laeuft, durch Vortorte oder sonst was, ist schlichtweg Unsinn. Nur nebenbei, ein Zitat aus einem gestrigen Spiegel Online Bericht: "Nirgendwo in Deutschland werden mehr rechte Straftaten gezählt als in dem bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen. Zwischen 4000 und 5000 Verfahren leiteten die Behörden hier in den vergangenen Jahren jeweils ein. Und Dortmund ist ein Zentrum der Szene."
30.11.11 - 07:03
Rolf
Es sind schon viele unterschiedliche Meinungen aber es zeigt wenigstens mal Interesse und Aktivität. Sicher hat auch jeder seine eigenen Lebenserfahrungen in der DDR, der BRD, mit Rechten und Linken und mit Deutschen und Ausländern gemacht. Traurig ist nur, ein Großteil des Volkes streitet sich wieder untereinander nach dem Motto "ich habe Recht und du bist blöd"! Nur Wenige erkennen die Meinungsmache und Angstschürung der heutigen Sensationsmedien. Nur wenn sich das Volk entwickelt, sich eine eigene Meinung bildet und die Meinung Anderer akzeptiert wird es ein Zusammenwachsen geben.
30.11.11 - 01:39
Tobias Franke-Polz
JA: Jena hat ein Naziproblem. Zwischen zwei und vier Prozent wählten (das macht nicht 50, sondern vielleicht 1000 plus X Leute) bei den vergangenen Wahlen eine offen ausländerfeindliche, nicht selten rassistische Partei. Nur weil die Zahl rechtsextremer Straftaten in der Stadt sinkt, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. JA: Auch ein öffentlich-rechtliches Medium hat das Recht, polemisch-subjektive Zuspitzungen zu senden. Erst recht in einer Kultursendung. JA: der Osten hat ein Problem. Das hat viele Gründe, angefangen von der verweigerten Auseinandersetzung mit Vielfalt und autoritärer Erziehung in der DDR über die Unsicherheiten nach 1989 bis hin zum Wegsehen in den 90ern. ABER: Jena ist nach einer schwierigen Phase in den 90ern angekommen im Heute. Gott und einigen anderen sei Dank: die Stadt ist liberal und mit Sicherheit keine Hochburg von Neonazis, vielleicht sogar fast das Gegenteil. Das heißt aber nicht, dass es überall in Deutschland, besonders im Osten, so aussieht. Der große Fehler des ZDF ist es gewesen, Jena mit Ostdeutschland gleichzusetzen. Wer aber jetzt findet, dass man ein Konzert gegen Rechts boykottieren müsse, weil es in der Stadt ja überhaupt keinen Grund gibt, gegen Rechts aufzustehen, der offenbart verdammt viel Kleingeist. Denn selbst wenn es so wäre (was leider an der Realität vorbeigeht), dass es in Jena kein rechtes Gedankengut und kein rechtes Gewaltpotenzial gibt, wäre es doch ein Zeichen von der Stadt in das Land: Nazis, nein Danke!
30.11.11 - 01:06
mibe
@Konzertboykottierer: Solche Äußerungen wie weiter unten sind keine Späße sondern sie sind rassistisch. Aber wer Pitbulls für "liebe Tiere" bezeichnet, dem kann man auch nicht mehr helfen. Pitbulls sind Kampfhunde und gleichzeitig Symbole für Nazis und die ausschließliche Funktion ist, seine Gesinnung in der Öffentlichkeit zu zeigen und "Andersdenkende" zu bedrohen. Selbstverständlich gehört es dazu, übermorgen am Konzert teilzunehmen - es geht nicht darum, dass Lindemann usw. eine Massenhirnwäsche realisiert, dass wird nicht gehen, sondern zu demonstrieren, dass es auch andere Zeitgenossen gibt, die nicht nur braunen Hirnriss und anderen Müll zwischen den Ohren haben.
30.11.11 - 00:59
auch Jo
Mir wird schlecht, wenn sich hier so manchen Kommentar durchliest. Solange, in welchem Medium auch immer, die Rede vom "Osten" und "Westen" ist, wird sich in den Köpfen der Menschen wahrscheinlich nie etwas ändern. Es gab eine Wiedervereinigung und wir sind ein gemeinsames Land.
29.11.11 - 23:10
Jena Lover
As a foreigner living in Jena, I can say something about the beauty of this city and it's people and how they have welcomed me. For the last 5 years, I have NEVER felt fear, not even on the Strassenbahn. That's more than I could say about most cities. Jena is a city with a very long history of tolerance. When I walk throughout the city, I have only been greeted with openness, respect, yes sometimes curiosity but always with friendliness. I will go to the concert,not to protest against something but to celebrate the beauty of my home.
29.11.11 - 22:35
Hendrik
Und was lernen wir daraus?... Der Transparenzgehalt der Medien ist illusionär! Finde auch schön, dass er nocheinmal zu alldem Stellung bezieht und sich erklärt. Selbstverständlich kann ich Rechtsradikalismus nicht gut heißen, aber in einem Einwandererland Nr 1 wie Dtl. ist Fremdenfeindlichkeit zT auch Staatsverschulden. Ich bin lang genug in Jena zur Schule gegangen und studiere hier seit 2 Jahren und kann gewiss sagen, dass mir noch NIE Nazis aufgefallen sind oder ich von diversen Übergriffen gehört hätte. Den Osten im Fernsehn als unsicherer darzustellen ist Schwachsinn und inakzeptabel. Und der ZDF sollte sich schämen, Medien sind zwar Instrumente der Informationsverbreitung, aber auch Instrumente der Feindschaffung, der Macht und Verdummung. Und das vom öffentlich rechtlichen,... der Beitrag ist öffentlich nichts wert und rechtlich gesehen verwerflich.
29.11.11 - 22:02
Konzertboykott
@Lutz ...das ist reine Klischeebedienung. Solche Späße über "Schwarze" gibt es hier und da und es gegenüber kleinen Kinder zu tun, die Ironie usw. nicht einordnen können ist es unangebracht. Mag sein, dass man es gänzlich lassen sollte. Solche "Späße", werden aber von sehr vielen Leuten gemacht, ohne rassistischen Hintergrund. Das manche einen Pitbull haben ist kein Hinweis darauf, dass die Halter für die Bürger bedrohlich oder gar "Rechts" sind. Es gibt einen Personenkreis, der auf diese Tiere steht. Meine Nachbaren ( Jena Stadtmitte), eine Familie mit einem Kind hat auch einen Pitbull, ein wirklich liebes Tier. Ihr Beitrag geht an der Sache vorbei.
29.11.11 - 21:05
Lutz
Solange in Winzerla (am Sonnabend, innerhalb von 20 Minuten) zwei Bullterriers spazieren gehen (Das sind sehr beißfreudige, zuweilen weiße tödliche Kampfhunde mit Schafsgesichtern), wahrscheinlich als Provokation der Halter als Reaktion der aktuellen Stimmung und solange ein ca. 30jähriger einem ca. 5jährigen Kind in der Straßenbahn erklärt mit dem Verweis auf ein dunkleren Mann "Wenn du dich immer nicht wäschst, siehst du auch bald so aus" (vor 2 Wochen) ... solange hat der Uhly doch Recht mit seinen Bedenken. Da wird auch kein Rockkonzert helfen und kein Nazi wird wegen Maffay ihre Einstellung ändern- Natürlich ist es aber wichtig, dennoch hinzugehen!
29.11.11 - 20:11
Reinhard Heckel
Vielen Dank für diese dekadente Berichterstattung. Ich wohne nicht weit von Jena entfernt und habe in Jena selbst viele Verwandte. Aber dieser Beitrag passt genau ins Klischee der Westbürger das sich in den 40 Jahren vor der Maueröffnung gefestigt hat. Wenn in meiner seit 16 Jahren bestehenden Firma heute Vertreter einer Firma aus den alten Bundesländern kommen so sind dies die ersten Fragen: "Haben Sie schon Telefon?" oder "Können wir frei reden?" Bitte - wir schreiben 2011 - Liebes ZDF Sie werden von Steuergeldern finanziert die auch ich entrichte. Eine größere Volksverhetzung gab es nur zu Zonenzeiten! Sie stellen alle Ostbürger als Hitlers Gesellen dar! Denn man kann ja nach Ihren Angaben nicht ins Umland fahren. Wieviel Dummheit gehört zu solch einer Berichterstattung? Schämen Sie sich für Ihre völlige Diffamierung der Ostbürger!!
29.11.11 - 19:54
++
"Es ist in meinen Augen der immer selbe Mechanismus, der hier zum x-ten Male ausgelöst wurde: Wessis, die nicht genau genug hinsehen, und Ossis, die sich so verkannt fühlen." Ich glaube, dass diese Geschichte noch etwas darüber hinaus geht. In Jena studieren auch viele "Wessis" - der allgemeine Aufschrei ging ebenso durch deren Reihen. Vielleicht gerade, weil sich in Jena eben nicht nur Pfarrer König gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert. Einrichtungen wie das Festival de Colores, das Internationale Centrum mit einem vielfältigen Angebot an Länderabenden etc, das Jenaer Aktionsbündnis gegen Rechts und viele mehr werden meinem Empfinden nach von einer breiten Masse an Jenaer Stundenten (die nun einmal einen sehr großen Teil der Stadtbevölkerung ausmachen) getragen und unterstützt. Es tut einfach weh, die eigene Stadt - deren Leben man aktiv mitgestaltet - in einer solchen Weise dargestellt zu sehen. Dabei ist auch meiner Meinung nach nicht das Problem, auf die Bedrohung durch Rechtsradikale selbst hinzuweisen. Rassismus und Bedrohung sollten nicht verharmlost werden. Der Schock entstand meiner Meinung nach, dass Jena im Vergleich zu München bzw. zum restlichen Westen als viel 'schlimmer' bzw. 'gefährlicher' dargestellt wurde. Gerade auch in dem Kommentar des Aspekte-Teams, in dem davon gesprochen wurde, eine 'gewisse Fremdenfeindlichkeit' sei doch wohl vorhanden. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens im Ruhrgebiet verbracht und habe - zumindest subjektiv - nicht das Gefühl, dass eine gewisse Fremdenfeindlichkeit bzw. Bedrohung in Jena in größerer Weise vorhanden ist als in meiner 'Heimat'. Im Gegenteil, die rechtsextreme Szene im Ruhrgebiet nehme ich persönlich als bedrohlicher wahr. Ich bin froh, dass der Autor sich in diesem Kommentar von der Darstellungsweise des ZDF distanziert hat.
29.11.11 - 17:45
Angelika Steger
Danke, Herr Uhly! Sie selbst sind nicht schuld daran. Es ist die Darstellung des ZDF, die Jena dieses rechtsradikale Image verpaßt hat. Es ist am ZDF, sich bei Jena verdammt noch mal zu entschuldigen. Sie haben das Recht auf freie meinungsäußerung wie jeder andere Mensch in Deutschland auch. Ich bin seit 1 Jahr hier und kann auch Ihre positive Meinung über die Freundlichkeit der Ostdeutschen teilen. Trauriger Fakt ist, dass sie in einigen ostdeutschen Landtagen vertreten sind. Nachvollziehen kann ich jedoch auch Ihr Unbehagen, sich länger in Ostdeutschland aufzuhalten; ich nehme den Rechtsradikalismus hier auch stärker wahr als im Westen, aus dem ich stamme. Allerdings muss man auch aufpassen -das sagten Sie auch - dass man keine s/w-Malerei über alle Menschen in Ostdeutschland macht.
29.11.11 - 17:06
DeeJot
Ich bin in Berlin aufgewachsen und habe eine dunkele Hautfarbe. Ich wohne hier schon seit über 20 Jahren und trotzdem muss ich sagen das ich ungerne in den Osten fahre. Ich war schon einige Male in Thüringen und jedes Mal wurde ich blöd angequatscht, angemacht oder einfach nur bescheuerte Fragen gestellt. Das gleiche passiert wenn man sich im nord-östlichen Teil Berlins bewegt und nicht "deutsch" aussieht. Ich bin öfters angepöbelt worden, und ein Typ hat sogar mir angedroht sein Hund auf mich zu hetzen. Ich wollte in Thüringen in eine Kneipe da ich gerne mal ein Bier trinke, aber es macht kein Spaß wenn man ein Laden betritt und man hat das Gefühl der Betrieb hat gerade aufgehört, damit man angeglotzt werden kann. Ich glaube man muss nicht im Osten mehr Gewalt befürchten, aber die Schikanierenden Blicke, bekloppten Fragen, Aussagen die man zu hören bekommt sind manchmal sogar noch schlimmer. Ich bin fähig mich physisch zu verteidigen, aber gegen verbale Diskriminierung gibt es keine Abwehr!
29.11.11 - 16:43
Harry Oszi
Ich kann die Erfahrungen von Herrn Uhly teilen, dass man von Medienleuten ausgenutzt und komplett entstellt dargestellt werden kann. Was er schreibt klingt sehr glaubhaft. Ich find es gut, dass wenigstens die OTZ es nicht komplett ins Gegenteil gedreht hat. Seine persönliche Angst aber für die Zwecke der Stimmungsmache von aspekte missbrauchen zu lassen wird auch von höheren Verkaufszahlen für das Buch nicht gerechtfertigt und macht die Sache auch durch seine Richtigstellung nicht sehr viel besser, er hätte immer noch ein Veto einlegen können...
29.11.11 - 16:09
Berkhahn Ronny
Ich glaube kaum das man im Osten mehr Angst haben muss als im Westen in München ist die Gewalt genau so hoch wohne dort komme gebürtig aus dem Osten meine Frau ist Rumänien wurde in meinem Heimatort herzlich aufgenommen obwohl es dort auch Rechte gibt.Ich selber war als ich jung war mal so naiv und bin in der rechten Zene gewesen die aber Organiesiert wurde aus westlichen Orden Z.B Northeim u.s.w. bin dann nach kurzer Zeit aus dieser Zene ausgetreten das war gar nicht so einfach,und bin ein Jahr Später in die linke Zene und das war noch Schwerer aber irgend wann war alles geklärt und es gab keine Gewalt mehr nur noch Gespräche und das bis heute.
29.11.11 - 16:08
Dirk
Herr Uhly, bitte sehen Sie dem Pfarrer König seine Indiskretion nach! Er kennt sonst nur Vietnamesen und Angolaner.
29.11.11 - 15:52
Jenenser
Ich kann mich dem Konzertboykott nur anschließen. Auch wenn es sicher von den Bands und allen Beteiligten sicher gut gemeint ist, bin ich auch der Meinung, dass wir in Jena kein rechtes Problem haben und dies sollten wir auch so dem Rest der Welt veranschaulichen. Hier wird ein Konzert gegen ein Problem veranstaltet, was nicht existent. Jeder Besucher wiederum gesteht aber indirekt ein, dass es doch vorhanden ist.
29.11.11 - 15:18
Hagen Enke
Eine derart selbstgerechte und verlogene Selbstrechtfertigung ist mir kaum untergekommen, das ist wirklich kaum zu glauben! Nie klang eine "Entschuldigung" unglaubwürdiger! Pfui Deubel!!! Eine scheinheilige Bande ist dieser Medienbetrieb mit samt seinen Protagonisten! Ausgerechnet Jena, das mit seinen abertausenden Studenten und seinem überwiegend akademisch-mittelständischem Milieu mit vielen aus ganz Deutschland und aller Welt Zugereisten liberal, grün und linkslastig daherkommt; soll nun München als Hauptstadt der Bewegung ablösen? Eine Groteske ...
29.11.11 - 14:59
Konzertboykott
Der ErstaunterLeser könnte ja auch argumentieren. Alles in Frage stellen ohne anderslautenden Vortrag oder Erfahrungsbericht ist dies nichts Wert.
29.11.11 - 14:58
Lisa B.
Dass das erzkonservativ geführte ZDF keinerlei Bezug zum "Osten" hat, ist ja nicht neu. Dort zeigt man gern mal mit dem Finger in östliche Richtung, um sich als stockkonservativer Rheinland-Pfälzer Sender vom "bösen Osten" abzuheben. Ansonsten spielen die Menschen in den neuen Bundesländern im Sendeschema des ZDF und auch auf den Leitungsposten absolut keine Rolle. Und es wundert auch nicht, dass das ZDF hier die schlechtesten Einschaltquoten im Bundesvergleich hat. Die meisten der ZDF-Redakteure haben 20 Jahre verschlafen und verharren in alten Denkmustern von Löwenthal und Kennzeichen D. Es wird Zeit, dass die Rundfunkaufsicht und Landesmedienanstalten dagegen einschreiten, dass ein von allen finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender Wahrheiten verzerrt, ignoriert oder sich passend scripted. Und es wird Zeit, dass Vertreter der neuen Bundesländer in die Beiräte und Verwaltungsstrukturen vordringen und die Interessen der neuen Bundesländer vertreten.
29.11.11 - 14:54
Konzertboykott
Erfahrungsbericht: Die Ur-Wessis haben nicht nur Angst vor Rechten im Osten. Der Osten an sich und wir "Ossis" machen denen wirklich Angst." In 2009 arbeitete ich in einem Autohaus. Eine Frau aus Bremerhaven wollte einen neuen Citroen C3 kaufen. Sie machte eine Anzahlung und wollte den Wagen abholen kommen. Dann wollte Sie eine Spedition beauftragen, gelang ihr aber nicht. Nach Wochenlangem hin und her rief Sie an und erklärte: " Wissen Sie ich war noch nie im Osten und ich will da auch nicht hin." Sie überwies die gesamte Summe und wir lieferten nach Bremerhaven. '''''''''''''''''''''''''''''''''''''''' Geh mal Nachts in Dortmund, Leverkusen, Nürnberg, etc weg. Da bekommt man Angst vor Gangs aus 10 Mann + X, alle am Pöpeln und Gewaltbereit. Man wird sofort angemacht. Meistens Türken, Kurden, Albaner, etc. Das sind schon meistens Ausländer. Aber auch deutsche Gruppen sind ganz schnell Gewaltbereit im Westen, die sehen oft aus wie Schwiegermutters Liebling, sind aber oft sehr Gewaltbereit.
29.11.11 - 14:54
ErstaunterLeser
Wenn man sich hier als Jenaer so manchen Kommentar zu diesem Artikel durchliest, so muss man sich doch für seine Mitbürger einfach nur schämen. Wenn ich Dinge lese wie "Das Problem des Rechtsradikalismus wurde aus dem Westen Dt. nach dem Osten transportiert" oder "Für mich ist "Rechts" in Jena nicht da", da sträuben sich mir Haare. In welcher Welt Lebt ihr eigentlich?
29.11.11 - 14:29
Wolfgang
Auch in Ostthüringen trägt der neue oder inzwischen ältere "Nationalsozialist" keine 90iger Skinheadmontur mehr. Der moderne Faschist trägt andere Ausgehuniformen. Ein Boykottaufruf eines Anti-Rechts-Konzertes geht schön nach hinten los und würde verheerend auf den Osten wirken.
29.11.11 - 12:37
KONZERTBOYKOTT
JENA HAT KEIN PROBLEM MIT RECHTS. ES GIBT HIER KEINE RADIKALEN GRUPPEN. BOYKOTTIERT DAS KONZERT. Ich bin in Lobeda aufgewachsen, gehörte auch einer "Bande" an und damals hielten sich so ziemlich alle für rechts und alle trugen die gleiche Kleidung, etc. Mit der Zeit hat sich das alles verschoben. Wer ist rechts, wer hooligan, wer einfach ein Rüpel von der Straße, wer ganz normal...die Leute sind alle die Gleichen und man kennt sich, denn Jena ist klein. Es gab die Zeiten, wo Bomberjackenträger aus Winzerla, Lobeda, etc. stunk gemahct haben. Auf jeder Kirmes, jede Feier in der Stadt, man musste da schon aufpassen an wen man gerät. Vor den Rechten musste man etwas aufpassen. Heute und zurückgeschaut bis mindestens vor 10 Jahren habe ich den Begriff "Rechts" nie mehr wahrgenommen. Man kann sich jederzeit und zu jeder Uhrzeit bewegen ohne Angst zu haben an solche Gruppen zu geraten. Man sieht keine Glatzköpfe mehr, keine Springerstiefel, entsprechende Kleidung eben. Ich hatte in der Schule 3 "Rechte" in der Klasse. Einer davon war tief in der Szene verwurzelt. Von Radikal keine Spur. Die hingen zusammen ab - saufen, rauchen, Party machen eben. Von denen ist keiner mehr rechts. Auch mir bekannte Gesichter von damals sind größtenteils in einer Beziehung, haben Arbeit, etc. Die rechte Szene ist kaum vorhanden in Jena und die es gibt ist sehr, sehr klein. In der Generation, so ab Geburtsjahr 88-90 war "Rechts" sein auch nicht mehr in, so das es keinen Nachwuchs gibt. Diese Kinder und Jugendlichen sind dann mehr Skater oder alternativ gewesen bzw. sind sie bis heute. Es gab zwischendurch noch die "Truffis", Discogänger die gerne Elektromusik hörten und sich großteils den Drogen hingaben. Auch die "Rechten", sowie "Hooligans" sind heute in der Drogenszene zu finden, sowie im Clubleben. Das hat sich alles vermischt und Spannungen entschärft. Für mich ist "Rechts" in Jena nicht da, ich sehe es nicht, ich erlebe es nicht. Man muss hier mal klar sehen, dass die 3 Leute 1998 abgetaucht sind und hier radikal wurden, da es in die andere Richtung zunächst nur das Gefängnis gab. Ob diese auch so radikal geworden wären, wenn sie einen Weg ins Leben gehabt hätten, einer nur Kurzzeitigen Haftstrafe oder Bewährung - ich glaube es nicht. Letztlich sind dies hauptsächlich 2 Mann die wirklich etwas gemacht haben. Man kann hier von Einzeltätern sprechen. Wie viele Mafiosi, AL Kaida Terroristen, echte Massenörder, etc. sind im Westen aufgespürt worden. In Berlin und Hamburg brennen jede Nacht Autos. Kleine Jungs gehen am Bahnhof Zoo anschaffen. In Hamburg blüht der Menschenhandel. Wegen 2 Mann wird der Osten, besonders Jena sofort zerrissen. Die stürzen sich auf uns, als ob hier bei uns alles Böse wäre und das ist eine Frechhheit. GEHT NICHT ZUM KONZERT, denn wir haben kein Problem mit Rechts und so können wir das zeigen. Wir brauchen kein Anti- Rechts Konzert. Es gibt Linke, Grüne, Ökos, Skater, Rocker, Dark Raver und noch soviele andere und auch wer eine Rechte Meinung hat aber hier nicht radikal wird darf diese auch haben. Das ist nicht automatisch ein Problem. Jena hat kein rechtes Problem.
29.11.11 - 12:22
T.L.
@veischu Schon interessant, in welcher Offenheit sich hier mal wieder die "deutsche Volksseele" versucht zu artikulieren. Eine eigene Meinung öffentlich zu machen, ist also bei der falschen Herkunft (auch wenn diese in Köln ist) ein Ausdruck verfehlter Integration? Ah - interessant! Es sind dalso die Menschen aus OStdeutschland, die in besonderer Weise Opfer des alltäglichen Rassismus in Deutschalnds werden - und Menschen wie Uhly sind natürlich Rassisten - viel schlimmer als die Leute bei der NPD natürlich. Und ohne Zweifel ist natürlich klar, dass der Anlass der gegenwärtigen Kritik nicht der Rechtsextremismus sein kann, sondern soich gegen solche Menschen zu richten hat, die auf das Thema aufmerksam machen und dabei evtl. den eigenen Ruf schädigen.
29.11.11 - 11:54
veischu
Besten Dank an Akbeg Özer für den KOmmentar, der mir, den Bewohnern Jenas und sicher auch vielen "ausländischen" Mitbürgern aus der Seele spricht. Ich finde es nachwievor interessant, wie ein Mensch begreift, dass er einen großen Fehler begangen hat und durch einen Gegenangriff versucht, von seiner eigenen Verfehlung abzulenken. Die Reinwaschung der weißen Weste durch Beschuldigung anderer hat am Ende noch immer dafür gesorgt, dass das Revers am Ende nur noch schmutziger wird. Sorry Herr Uhly, die Ihnen zugekommene Öffentlichkeit ist eine Schande für jegliche Form gelungener Integration.
29.11.11 - 11:25
Fritz
Da kann ich mich einem meiner Vorredner nur anschließen.Das Problem des Rechtsradikalismus wurde aus dem Westen Dt. nach dem Osten transportiert! Ist es ein Wunder,nachdem "Blühende Landschaften"versprochen wurden ,und schon damals bekannt war das es gelogen ist.Alles was uns evtl.zusammen hielt,wurde als DDR-mäßig niedergemacht!Viele gute soziale Leistungen werden heute von den sogenannten "Volksparteien" wieder aufgegriffen.Aber es ist zu spät.Wenn dann der "OSSI"wütend ist,und versucht es auf radikale Weise zu lösen,sollte sich erst einmal der Staat fragen lassen wieviel er dazu beigetragen hat.Natürlich ist Gewalt gegen andere keine Lösung aber das bitteschön auf beiden Seiten!Es bleibt zu hoffen das die Morde aufgeklärt werden;aber die Hoffnung schwindet zusehends.Es wird ein paar "Bauernopfer"geben und der Staat mit seiner korrupten Politik ist aus der Sache heraus-Wetten?
29.11.11 - 11:15
Akbeg Özer
Herr Uhly hat nichts verstanden und wird es wohl auch nicht. Warum so einem Menschen, dessen Engstirnigkeit und Verschloßenheit alle Grenzen sprengt noch Gehör gegeben wird sowie eine breite, öffentlische Bühne verstehe ich bei bestem Willen nicht. Nicht der Osten ist engstirnig Herr Uhly. Sie sind es. Nicht im Osten sollte man Angst haben, sondern in Orten wo konservatives Denken wie das Ihre herrscht. Haben Sie sich einmal erkundigt wie viele ausländische Studenten in Jena studieren. Wie viele Ausländer in Jena arbeiten? Ihr Report, Ihr Buch, Ihre hier abgedruckten Zeilen, das alles schürt nur eines...Entfremdung und Hass. Vielen Dank dafür, Ihre Arroganz ist nicht zu überbieten. Und die Menschen die sich nicht beleidigen lassen wollen, die jeden Tag für Verständigung kämpfen, die gegen den rechten Mob kämpfen, die beschuldigen Sie als Pöbel? Sie sind der Pöbel Herr Uhly, sie verurteilen ohne zu kennen, sie beschuldigen ohne nachzuforschen. Sie schüren blinde Angst und allgemeine Feindbilder. Erinnert Sie das an gewisse Arbeitsweisen? Und bevor hier wieder jemand Angst hat das der ostdeutsche-arische Pöbel wettert..ich bin Deutsch-Türke, lebe seit 15 Jahren in Jena, sehr glücklisch, sehr zufrieden und ohne Angst!!!
29.11.11 - 10:48
amllr
Wenn Herrn Uhly in Jena fröstelt und er Angst empfindet, wenn er sich im Osten aufhält, so wäre er gut beraten gewesen, in Brasilien seine Tage zu verbringen. Auch München müßten ihm unsicher erscheinen. Lassen wir Ironie beiseite, der in der OTZ abgedruckte Artikel ist schlichtweg eine Unverschämtheit der Schreiberlinge. Herrn Uhly triff lediglich insofern eine Mitschuld, als er sich für diese Schmierenkommödie zur Verfügung gestellt hat, aber es schafft eben Publizität. Eine Mitschuld trifft auch die ganze Demutsszene um Herrn OB Schröder und Herrn Pfarrer König, die dem deutschen und ausländischen Blätterwald vorgegaukelt haben, daß ausgerechnet in Jena hinter jeder Straßenecke ein böser Nazi lauert. Ich komme im Umkehrschluß bei der Bewertung der Effektehascher der Medien zu dem Schluß, daß es um unsere sogenannte Pressefreiheit, die ich ohnehin aus objektiven Gründen anzweifeln muß, sehr böse bestellt sein muß. Pressefreiheit ist für mich immer noch von einer Aura der wertfreien Berichterstattung umgeben, die es dem Leser oder TV-Zuschauer ermöglicht, sich eine eigene Meinung zu bilden. Wenn, wie im vorliegendem Fall, der Hauptakteur auf ausländische Wurzeln verweisen kann, und nur deshalb wurde er ausgesucht, und ihm dann noch Handlungen, Empfindungen und Worte einsuggeriert werden, dann ist das Maß der Erträglichkeit überschritten. Die Leser und Zuschauer werden regelrecht zur Polarisierung gezwungen und die Jenaer Einwohner werden sich in übergroßer Mehrheit gegen diese Art der Berichterststattung verwahren. Ich werde auch in Zukunft ohne Ängste mich durch Jena, Gera oder andere Orte des Ostens bewegen. Man sollte nicht vor jedem hochstilisierten Popanz erschrecken.
29.11.11 - 10:29
Rainer Zucker
Ich danke dem Autor für diesen Beitrag. Er vermittelt mir ein besseres Verständnis dafür, wie der Aspekte-Beitrag entstanden ist. Er vermittelt auch ein nach meinem Eindruck weitgehend ehrliches Bild des Lebensgefühls des Autors. Unter dem Strich macht er mir den Autor sympathischer. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack. Ich nehme Herrn Uhly nicht ab, dass er zu keiner Zeit, selbst nach der Ausstrahlung, nicht bemerkt haben will, welche subtile, in sich auch rassistische Aussage der Beitrag transportiert. Er sagt, er hat dem Team nach der Ausstrahlung gratuliert. Wozu? Der Beitrag bringt absolut keinen Erkenntnisgewinn zum eigentlichen Thema. Das ist ihm nicht aufgefallen? Ein Charakterzug, der Herrn Uhly zu prägen scheint, ist, dass immer die anderen Schuld sind und und er das Opfer ist. Schuld am Dilemma sind die "Westdeutschen", weil sie sich zuwenig mit "dem Osten" beschäftigen, und die "Ostdeutschen", weil sie gleich wieder angegriffen reagieren. Wie ist es den bei ihm selbst? Sein komplettes Bild vom Osten der letzten 10 Jahre stammt nach seiner Aussage nur aus den Medien (allein das sollte ausreichen, mit Aussagen zu dem Thema sehr zurückhaltend zu sein). Wie kann es dann aber sein, dass er die "Lichterketten im Westen" wahrgenommen hat, die (viel mehr Mut erfordernden und viel mehr bewirkenden) Anti-Nazi-Demos und Blockaden in Jena und Dresden aber nicht? Und umgekehrt sieht er nicht die Berichte über Nazi-Hochburgen "im Westen" (Zitate es dem Leitartikel von Spiegel Online von heute morgen zur rechten Szene in Dortmund: "Nirgendwo in Deutschland werden mehr rechte Straftaten gezählt als in dem bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen.") nicht? Hätte ihm nicht zu denken geben sollen, dass die Türken im Jenaer Döner keinerlei Angst haben und einen NPD-Mann offen anreden (dass sie dann nicht auch gleich vor die Kamera springen, hat sicherlich auch andere Gründe)? Trotzdem stellt er die Bewohner der neuen Länder mal eben unter Generalverdacht. An einer Stelle behauptet er in seinem Artikel, die Redaktion hätte ihm die Aussage zum "gefährlichen Osten" in den Mund gelegt und zugespitzt, um sie dann im Absatz drauf selbst zu wiederholen. Das macht unglaubwürdig. Und, last but not least, geht es natürlich wieder um sein Buch. Er beschwert sich über schlechte Bewertungen bei Amazon und fragt, ob sein Beitrag so schlimm war, dass es gerechtfertigt ist, ihn zu diffamieren. Natürlich ist es nicht gut, wenn Menschen jetzt so reagieren. Aber, Herr Uhly, wer andere in völliger Ignoranz der tatsächlichen Umstände diffamiert, und das tun sie, der muß mit solchen Reaktionen rechnen und sollte sich dann nicht beklagen.
29.11.11 - 10:28
Steffen (Chemnitz)
Manch Jenaer, Thüringer oder Ostdeutscher hat in dem Beitrag eine einseitige Sicht auf seine Stadt, Region oder Heimat gesehen. Die Wahl des Themas hat aber einen aktuellen Grund, denn es wurde eben im ganzen Land bekannt, dass mehrere Jenaer in den letzten zwanzig Jahren höchstkriminell und extremistisch mit einiger Unterstützung, auch durch Jenaer, hier sich im Osten versteckt haben und in ganz Deutschland gemordet, geraubt und gestohlen haben! Da zeigt das ZDF keine grünen Hügel unterlegt mit wiederalala, sondern es schaut in genau diese dunkle, stinkende Gasse einer Stadt. Diese Seite von Jena ist wohl kleiner geworden, aber sie war einmal sehr groß und sie ist keinesfalls weg. Darüber muss geredet werden dürfen!
29.11.11 - 09:58
Jo
Schade, doch leider ist dieser Versuch der Schadensbegrenzung zum Scheitern verurteil, denn solange der Herr Uhly denkt und auch öffentlich äußert das er Angst hat den Osten zu bereisen, packt er eine ganze Region in eine Schublade. Doch verstehen Sie mich nicht falsch Herr Uhly, ich gebe da nicht Ihnen die Schuld (obwohl ich dieses Wort gar nicht mag), sondern den Medien, die mit Ihrer Sensationshascherei, vorgefertigten Scripten und Meinungen, die Menschen manipulieren. Mit Presse und Medienfreiheit hat das nichts mehr zu tun! Herr Uhly schreibt selbst das diese Angst sich auf Presseberichte aus den 1990 Jahren begründet, doch selbst erlebtes oder Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis führt er nicht an. Also wieder nur begründet auf Presseberichte die einseitig und sensationsorientiert sind! Doch auch hier kann ich ihm da keinen Vorwurf machen, denn so ist unsere Gesellschaft. Nur wenige machen sich noch die Mühe in einem klärenden Gespräch Unstimmigkeiten zu beseitigen. Viele schreien erst einmal nach einem Anwalt oder pauschalieren ohne genau nachzudenken. In unserer Gesellschaft entfernen sich die Menschen immer mehr voneinander und ich bezweifle das es in der jetzigen Situation der Welt gut ist. Gerade in dieser Zeit müssten sich die Menschen viel näher kommen und sprunghaft weiterentwickeln um den Schaden den unsere Erde schon genommen hat gemeinsam zu begrenzen. Doch ich habe mich vom eigentlichen Punkt dieses Dramas entfern. Die Frage ist doch, warum die braune Gesinnung einen gewissen Zulauf verzeichnen kann? Meiner Ansicht nach liegt es an der Orientierungslosigkeit die jetzt hier vorherrscht. In meinen Augen hat da die wirtschaftsorientierte Politik, die eigentlich kaum noch die Interessen der Menschen - die sie ja eigentlich vertreten soll ¿ vertritt, auf ganzer Linie versagt. Herr Uhly sagt das ihm bei Öffnung der Grenze die Freundlichkeit der Menschen aufgefallen ist und ich denke das es bei einem großen Teil der Generation die, die Wende mitgestaltet hat, auch noch so ist. Auch wenn sich viele mittlerweile verraten fühlen, denn vieles was erhaltenswert gewesen wäre wurde nach der Wende zerstört. Mein Fazit: Solange von den Medien ein Ost / West Denken gefördert wird, kann Deutschland nie richtig zusammenwachsen. Doch ein Zusammenwachsen kann eigentlich nur von unten, von der Bevölkerung her geschehen. Vielleicht wäre es ein schöner Schritt wenn Herr Uhly seine Angst, die sich auf Medienberichte stütz, vergisst und vorurteilfrei in den Osten reist um sich mit den Menschen ohne ein vorgefertigtes Script zu unterhalten!
29.11.11 - 09:56
berndao
Was mir an dem Artikel, den jetzt alle Intellektuellen zerpflücken, auffiel: Das Medium Fernsehen trickst uns Betrachter immer wieder aus und bringt dann eben Äußerungen völlig aus dem Zusammenhang rüber. Und all die ganze Neonazi-Bewegung kam mit Öffnung der Mauer aus den alten Bundesländern, das vergessen natürlicg unsere lieben "Westbürger". Der Osten war nicht so, er wurde so gemacht!
29.11.11 - 09:41
mibe
Der Autor wollte offenbar ein wenig "Wallraff" nachspielen und war letztlich enttäuscht, dass er (im Gegensatz zu Wallraff) die Nazis und Rechten nicht fand die er unbedingt treffen wollte. So war kam nur eine theoretische Erörterung mit Diskriminierung einer ganzen Stadt ohne greifbare Belege, man kann es auch Volksverhetzung nennen. Und was ist eigentlich "positiver Rassismus"?
29.11.11 - 09:40
T.L.
@Thorsten Berger, Ich empfinde dagegen Ihren Kommentar als "Armutszeugnis". Er erklärt sich, er weist auf den Ablauf des Drehtages hin und er stellt seine Intention heraus. Klar, dass hier in Jena keiner gerne hört, er habe Angst den Osten zu bereisen, er habe das Gefühl, hier nicht sicher zu sein. Doch vor allem die Szene mit König, ist meiner Meinung typisch, für die Tatsache, welche Uhly versucht zu beschreiben. Ich habe diese Erfahrung hier mehr als einmal in Seminaren in der Uni machen können. Daher, so denke ich, ist die eigentliche Frage, wie geht denn die Mitte mit Menschen um, welche auf den ersten Blick nicht ur-deutsch aussehen? Ich persönlich finde diesen Beitrag von Uhly einen der besseren in dieser (recht übertriebenen und unangemessenen) Diskussion. Es ist an der Zeit, sich mit den wichtigen Punkten der nun wieder in der Öffentlichkeit geführten Diskussion um Fremdenfeindlichkeit zu zuwenden und endlich dieses abstrusen "Wir sind Empört" Diskurs zu einem einige Minuten dauernden TV-Beitrag einzusetellen. Es ist schlicht der falsche Anlass für Empörung. Und an alle denen der Ruf Jenas offensichtlich so wichtig ist: Mit diesem merkwürdigen Empörungsdiskurs schadet ihr diesem Ruf mehr als ihr in positiv beeinflusst.
29.11.11 - 09:34
jenENSER
tja is halt so ein philosophisches ding da will man seine durchaus nachvollziehbare angst vor rassismus kundtun und tappt just in die falle selbst zum rassisten zu werden. aber keine sorge herr uhly die meisten jenaER die sich hier so echauvieren hatten dieselben vorurteile wie sie, nur im kleinen und es ist schon ca. 15jahre her: "was du bist winzerlaer, kommst aus der schrade-str.??? da sind ja ALLE NAZIS!!! da traue ich mich nicht hin, da wird man nur verprügelt." solche sätze kamen gerne von so "toleranten" lehrern aus schulen wie der ARO oder der gesammtschule grete unrein
29.11.11 - 09:28
Ute Rückert
Herzlichen Dank, dass sich Herr Uhly zu Wort gemeldet hat! Ich finde, seine Passage: "Was bleibt, ist eine weitere unangenehme Episode deutsch- deutscher Verwerfungen.....zum x-ten Male: Wessis, die nicht genau hinsehen, und Ossis, die sich so verkannt fühlen"-trifft es auf den Punkt. Und trotzdem war ich in den letzten Tagen als gebürtige Jenaerin etwas stolz auf die Jenenser, die sich sachlich- und stark- gewehrt haben. Es ist einfach nur schade, dass Herr Uhly schon fröstelnd anreiste und im Döner- Laden mit ihm bis dahin unbekannten Personen und anschließend mit Herrn König zusammentraf. Das ist nicht "mein" Jena. Warme Pullover gibts da zu kaufen, wunderbare Menschen in einer pulsierenden bunten Stadt...u.v.a.m. Ich würde gern Herrn Uhly und seine Frau einladen- nach Jena-oder/und Gera- und fröhlich beeinander sein.
29.11.11 - 09:23
dieter
Steven Uhly,Sie sind kein Deutscher sondern Bürger der Bundesrepublik. Nationalität ist genau definiert.
29.11.11 - 08:48
Thorsten Berger
Soll ich lachen oder weinen über diesen Versuch einer Rechtfertigung? Sind wir beim ZDF bei "aspekte" oder bei RTL "Bauer sucht Frau" - einem Magazin mit gewissem intellektuellem Anspruch oder bei scripted reality? Liest man sichs Uhlys Verteidigung durch, scheint es, aspekte hätte seine Redakteure bei RTL geliehen: aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, falsche Schnitte, entstellte Wiedergaben, ein Vorführen der Protagonisten. Und das soll ihm nicht nach der Ausstrahlung erst aufgefallen sein, als man ihn darauf hinwies? Ein Armutszeugnis allererster Güte. Mit Schadensbegrenzung wie mit solchen Beiträgen wie oben, ist da nicht mehr viel auszurichten, Herr Uhly...