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A 38 für den Verkehr frei

Die Südharzautobahn A 38 ist fertig gebaut. Das letzte Teilstück zwischen Breitenworbis und Bleicherode im thüringischen Eichsfeld wurde am Dienstag für den Verkehr freigegeben.

Großes Finale auf der A 38

Mit der Freigabe des zwölf Kilometer langen Lückenschlusses zwischen Breitenworbis und Bleicherode ist die 187 Kilometer lange Südharz-Autobahn seit Dienstag durchgängig von Halle bis Göttingen befahrbar. Politprominenz aus Berlin und Erfurt feierte mit Bauleuten und Menschen aus der Region das Ereignis am Höllbergtunnel bei Bernterode. Vom Bohren der ersten Löcher bis zum Bau der Brücken, Tunnel und Fahrbahnen haben Elfriede und Günter Blumberg aus Sollstedt das Baugeschehen an der A 38 vor ihrer Haustür mitverfolgt. "Klar, dass wir auch bei der Einweihung dabei sein müssen", meinte der ehemalige Bergmann vor dem feierlichen Zeremoniell am Westportal des Höllbergtunnels. Mit seiner Frau und Enkeltochter Nicole (17) aus Großbodungen ließen sie sich das Jahrhundert-Ereignis, die Übergabe des letzten Autobahnteilabschnitts, also nicht entgehen. "Naja, ein bisschen aufgeregt bin ich schon", gab Clemens Busse (9) zu, dem mit seiner Schwester Theresa (12) und Sebastian Jeschke (11) eine besondere Aufgabe zukam. Das Trio aus Bernterode durfte den Ehrengästen nämlich auf Kissen die Scheren zum Durchtrennen des symbolischen Bandes reichen. Dies war dann um punkt 14 Uhr durch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (beide CDU) so weit. Zuvor würdigten sie das historische Ereignis und dessen Bedeutung weit über die Grenzen des Eichsfeldes hinaus. "Wir eröffnen heute eine der wichtigsten Ost-West-Transversalen in Deutschland", sagte Ramsauer. Es sei also auch ein Stück deutsche Einheit. Denn man schließe eine der bedeutendsten Lücken im deutschen Straßennetz. Über die A 7 und A 44 sei nunmehr eine direkte Anbindung zu den Ballungsräumen von Rhein und Ruhr gegeben, betonte der Bundesverkehrsminister. Der Gast aus Berlin wurde gleich mit einem drängenden Eichsfelder Problem auf einem Transparent konfrontiert: "Wir kämpfen seit 17 Jahren für die Ortsumgehung Kallmerode. Das Baurecht ist jetzt da, bitte machen Sie die Finanzierung klar!" Ramsauer reagierte prompt: "Ich freue mich und sage es allen Kallmerödern: Ich nehme das ernst." Mit Manfred Grund habe er sich von Anfang an damit befasst. Im Augenblick sei man bei der Bedarfsplanung, während dann die Finanzen geordnet würden. Ministerpräsidentin Lieberknecht versprach gleichfalls Unterstützung. Nun könnten sich zunächst die hiesigen Anliegergemeinden freuen, weil sie von Verkehr und Lärm entlastet würden. Als eine Frau, die oft an der Baustelle war, ergriff Tunnelpatin und Ordensschwester Placida das Wort und würdigte vor allem die Menschen, die den Tunnel durchstießen und die neun Brücken schufen. "Meine Mineure waren sich nicht zu schade, für uns die Drecksarbeit zu machen." An diesem denkwürdigen Tag wollte die Ordensfrau einen Teil von sich hier lassen und übergab mit einer Plastik der Tunnelpatronin St. Barbara auch eine kleine Plastik mit der Ordensgründerin Maria Magdalena Postel und einem Kind. Sie finden ihren endgültigen Platz am Westportal des Höllbergtunnels. Im Oldtimer-Kleinbus Granit/Garant von Willi Gunkel aus Gerterode unternahmen schließlich die Ehrengäste die Eröffnungsfahrt durch die beiden Tunnelröhren und über die angrenzende Rhintalbrücke. Seit gestern 16.30 Uhr rollt nun der Verkehr über den neuen Autobahnabschnitt, der rund 165 Millionen Euro verschlungen hat. Die gesamte Südharz-Autobahn kostete dem Bund etwa 1,3 Milliarden Euro. Von Reiner SCHMALZL

Letztes Teilstück freigegeben

Nach 14 Jahren Bauzeit wurde heute das letzte Teilstück der Autobahn 38 zwischen Breitenworbis und Bleicherode freigegeben. Die Thüringer Allgemeine war die ganzen Jahre beim Bau für Sie dabei. Eine kleine Diaschau zeigt noch einmal die Bilder der vergangenen Jahre. Um die Bilder zu sehen, klicken Sie bitte auf das Bild.

Freie Fahrt auf Südharz-Autobahn

Um die Grafiken zu sehen, klicken Sie bitte auf das Bild.

Ab heute ist die Autobahn A 38 durchgängig von Niedersachsen bis Leipzig befahrbar. Gut elfeinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich ist das Projekt fertig.

Von Bernd JENTSCH
BREITENWORBIS. Es ist geschafft: Die letzte Lücke in der Südharz-Autobahn A 38 wird heute geschlossen. Nach der feierlichen Eröffnung des 11,9 Kilometer langen Teilstückes zwischen den beiden Anschlussstellen Bleicherode und Breitenworbis ist die gesamte Autobahn vollendet. Im Sommer des Jahres 1991 hatten die Planungen für eine Autobahn durch den Südharz begonnen - im Mai 1998 erfolgte bei Leinefelde der erste Spatenstich für eine Brücke.
Die nun durchgängig befahrbare Schnellstraße verbindet die Ballungsräume Göttingen/Kas- sel und Halle/Leipzig miteinander. In ihrer Verlängerung über die Autobahnen A 7 und A 44 stellt die Südharz-Trasse sogar eine Anbindung des ostdeutschen Wirtschaftsraumes an das Ruhrgebiet dar.
"Wir haben damit eine sehr wichtige West-Ost-Verbindung in der Mitte Deutschlands geschaffen", betonte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im Gespräch mit dieser Zeitung die Bedeutung der Autobahn. Experten erwarten dadurch eine Entlastung der A 4.
Für die neue Schnellstraße entstanden in den zurückliegenden Jahren 81 Autobahn-brücken, drei Autobahndreiecke und ein Autobahnkreuz sowie zwei Tunnel. Einer von ihnen, der 885 Meter lange Höllbergtunnel, gehört zu den Bauwerken des letzten Teilstückes, das heute eröffnet wird. Auf diesem Abschnitt entstanden zwei Brücken, die 310 Meter lange Rhintalbrücke und die Friedetalbrücke, die 500 Meter misst.
Vom Bundesverwaltungsgericht vorerst gestoppt wurde der Bau des letzten Abschnittes der A 143 von Halle-Neustadt bis Halle-Nord (12,6 km).

 

 Südharzautobahn komplett befahrbar

Weihnachtsgeschenk für die Autofahrer: Ab heute 16.30 Uhr rollt der Verkehr auf der A 38 vom Anschluss Göttingen aus zügig bis nach Halle durch.

Von Dietmar GROSSER
BREITENWORBIS. Es geht voran im Norden Thüringens. Fast 14 Jahre hat es gedauert, bis die Südharzautobahn durchgängig fertig wurde. Zwischendurch war der Autofahrer gezwungen, unterwegs immer mal wieder abzufahren, weil irgend ein Stück noch nicht komplett war. Das ist vorbei. Die TA-Karte zeigt es: Die knapp 187 Kilometer lange A 38 zweigt südlich von Göttingen von der A 7 ab und endet im Osten am Autobahndreieck Halle-Süd. Rechnet man die Länge bis Leipzig hinzu, dann sind es sogar 208 Kilometer. Voraussetzung für den durchgängigen Verkehr war die Fertigstellung des zwölf Kilometer langen letzten Abschnitts zwischen Breitenworbis und Bleicherode. Dieser wird heute Mittag von allerlei Prominenz wie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) mit dem offiziellen Durchschneiden des Bandes frei gegeben. Nachmittags gegen halb fünf sind dann alle Hindernisse der feierlichen Eröffnung weg- geräumt und der ganz normale Autofahrer darf Gas geben. Die Südharzautobahn soll vor allem auch die parallel führende Bundesstraße 80 entlasten.
Allein in Thüringen wird die neue Autobahn neun Anschlussstellen, eine Tank- sowie Rastanlage sowie drei Parkplätze mit WC haben. Insgesamt wurden auf der Strecke 200 Brücken - darunter zwei Großbauwerke - errichtet. Imposant sind auch die beiden Tunnel (Heidkopftunnel und Tunnel Höllberg). Verkehrsplaner blicken voraus: Bis 2015 werden täglich bis zu 55 000 Autos die neue A 38 befahren - die meisten davon im Abschnitt Halle- Süd und Leipzig.

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A 38 komplett befahrbar

Das letzte Teilstück der Auto-
bahnstrecke wurde freigegeben

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