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GÄSTEBOB: Zur Wok-WM dürfen nur geladene Gäste fahren, doch beim Gästebob in Oberhof kann jeder Mutige in den gepolsterten Gummirutscher steigen.
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Alle Reden vom Ritt auf der Schüssel durch die Oberhofer Eisrinne, Raab machts möglich. Für die Stadt touristisch gesehen ein Imagegewinn vor allem bei jungen Leuten. Das Ansehen als Profi-Wintersportort für Ski, Biathlon, Rodeln und Springen muss darunter nicht leiden. Aber der Aufwand für das Rutschen in der Asiaschüssel ist enorm.
Von André HESS und Frank BUHLEMANN
OBERHOF. Normalerweise ist mit den Thüringer Meisterschaften im Skeleton und Bobfahren die Saison auf der Bob- und Rodelbahn Oberhof Ende Februar vorbei. Aber was ist schon normal, wenn Raab zur Wok-WM bläst. Während in Innsbruck der Fön und in Winterberg Bauarbeiten das Rodeln verbieten, freut sich Oberhof. Wenn auch zunächst verhalten. "Klar ist das ein Event, aber nicht zu vergleichen mit Biathlon", da hat der Verwaltungsleiter des Thüringer Wintersportzentrums, Jörg Peter, verdammt Recht. Seine Mannen sind verantwortlich für die Präparation der Bahn und Absicherung der Veranstaltung. Es ist aber auch nicht zu vergleichen mit dem Rodeln der Profis, wo nur Deutsche gewinnen und dennoch die Hälfte weniger Zuschauer kommt. "Die Wok-WM ist touristisch sicher ein Event, sportlich weniger, wenngleich auch ehemalige und aktive Sportler am Start sind", ringt sich Peter durch.
Wok-Wagemutige werden auf der eisigen Bahn vom Herrenstart bis zum Zieleinlauf, im Showbereich und in der "Woksengasse" von 38 Kameras begleitet, Hand-, Turm-, Kranund Spidercam sind darunter. Kilometerweise Kabel, Versorgungszelte und bis zu 400 Mitarbeiter werden neben den Zuschauern das Areal bevölkern. Die bisher ausverkauften 6000 Karten sollen im Februar noch mal aufgestockt werden.
Hier, wo sonst der Oberhofer André Lange trainiert, aber wegen der fehlenden Anschubstrecke keine internationalen Wettkämpfe ausgetragen werden können, fand bereits Mitte Dezember eine Vorort-Begehung mit 30 Mitarbeitern der Produktionsfirma statt. Stuntmen hatten die Bahn getestet, erste Fahrten mit Wokschüsseln absolviert. Und während früher Wok- Startorte mit der Reklame für ihre Stadt abgespeist wurden, lässt sich Oberhof Arbeitskraft, Stromverbrauch und Bahn- Miete bezahlen, um die Kosten abzudecken. "Wir sind dabei nicht das Schnäppchen unter den Austragungsorten, wir bekommen das gleiche Geld wie Innsbruck oder Winterberg", sagt Thomas Schulz (Freie Wähler). Der Bürgermeister will aber den Betrag nicht nennen, den die Produktionsfirma an die Stadt zahlt. "Wir kommen damit gerade so aus." Der Aufwand ist ordentlich, um die Schüsseln am 20. März ins Tal zu bringen, muss doch die Rodelbahn für das Spektakel neu vereist werden (Kosten bis 20 000 Euro, je nach Wetter), denn Ende Februar wird die Bahn regulär abgetaut.
Der Skihang und damit auch der Sessellift sind zur Wok- WM auf jeden Fall gesperrt, selbst wenn der Winter den Rennsteig bis zu diesem Zeitpunkt fest im Griff haben sollte. "Es ist zu gefährlich den Lift in Betrieb zu lassen, denn die Liftsessel überqueren direkt die Rodelbahn, wir haben Angst, dass da jemand was hineinwirft", so der Stadtchef weiter. Derzeit jedenfalls kommt jeder zweite Anrufer in der Touristinformation Oberhof mit Fragen zur Wok-WM. "Das hätten wir nicht so erwartet, dabei verkaufen wir keine Wok-Karten und auch eventueller Nachschub an Tickets ist nur über das Internet bei Pro 7 zu bekommen", meint Tourismuschefin Kerstin Heß. Dabei gibt es noch nicht einmal einen Vertrag zwischen Stadt und Management von Stefan Raab. Ungeachtet dessen laufen die Hotelbuchungen sehr gut. Die Prominenten und das Management werden im Treff-Hotel Panorama absteigen, heißt es. Gefragt seien allerdings Quartiere in allen Preisklassen, so war von Oberhofer Vermietern zu erfahren. Und für Bürgermeister Schulz ist die Sache klar: "Wir bereiten uns da auf eine ganz große Nummer vor."
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