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4. Februar: Besetztes Haus in Flammen

Glutrote Flammen, denen riesige Rauchwolken folgten. Eines der von Hausbesetzern bewohnten Gebäude auf dem Gelände der einstigen Firma Topf und Söhne ging gestern Abend in Flammen auf.

DABERSTEDT.
Helle Aufregung herrschte gegen 21.30 Uhr an der Rudolstädter Straße. Ein großer Wasserstrahl hob sich ab gegen den dunklen Himmel, zahlreiche Feuerwehrleute waren mit Löscharbeiten beschäftigt. Andere trugen Leitern auf das Gelände. Gruppen von Hausbesetzern starrten in die Flammen oder diskutierten, nach der Schutzpolizei rückte auch die Kripo an. Zwischendrin versuchte ein Streufahrzeug der Stadtwirtschaft, auf den spiegelglatten Straßen weiteren Einsatzfahrzeugen die Anfahrt zu ermöglichen. In der Luft war lautes Brummen zu hören, vom Hubschrauber aus wurden Aufnahmen des Brandes aus der Luft gemacht.

Kurz vor 21 Uhr sei das Feuer ausgebrochen, hieß es von der Einsatzleitstelle. Wenig später habe ein Gebäude in Vollbrand gestanden. Eingesetzt wurden beide Wachen der Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Einheit aus Dittelstedt. Die Besetzer selbst waren durch den Ausfall des Stroms auf den Brand aufmerksam geworden, der in einem Gebäude am Rande des besetzten Teils des Geländes wütete.

Niemand verletzt, das war der einzige Kommentar, den sich Polizei-Einsatzleiter Bernd Hünniger entlocken ließ. Im betroffenen Gebäude habe sich an diesem Abend offenbar niemand aufgehalten.

Wir haben auch selbst zu löschen versucht, sagte eine junge Frau aus der Gruppe der Besetzer. Das Feuer sei aber sehr schnell sehr heftig geworden. Wo und wie es angefangen habe, dazu könne sie nichts sagen. All unsere Sachen sind da drin, Papiere, Klamotten, meinte sie kopfschüttelnd. Es habe sehr lang gedauert, bis die Feuerwehr eingetroffen sei, kritisierten Jugendliche. Der Polizei-Einsatzleiter schüttelte den Kopf. Die Feuerwehr musste aus dem Norden anrollen. Schauen Sie sich die glatten Straßen an, meinte er.

Zu den Brandursachen war nichts Konkretes zu erfahren, auch technische Defekte wurden nicht ausgeschlossen. Ein Beamter mutmaßte, die Jugendlichen könnten den Brand selbst gelegt haben, um schnell an ein anderes Quartier zu kommen ( die Brache ist von Räumung bedroht. Blödsinn, hieß es wenige Meter weiter. Die lassen doch nicht freiwillig Polizei und Feuerwehr aufs Gelände. Einige Beobachter befürchteten, dass die Situation gleich zur Räumung genutzt werden könnte.

Erfurts Bürgermeisterin Tamara Thierbach sagte nach einem Gespräch mit Vertretern der Polizei und der Besetzer, der Besitzer des Geländes habe den Jugendlichen bis 15. Februar Bleiberecht eingeräumt. So stehe eine Räumung nicht an.

Kurz vor 23 Uhr waren die Löscharbeiten weitgehend abgeschlossen. Die Besetzer wollten in einem nicht vom Feuer betroffenen Gebäude auf dem Gelände die Nacht verbringen.

Birgit KUMMER

MDR-Videokanal

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