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Gebäude sind schon verschwunden

Von Birgit KUMMER
Kaum hatten die letzten Polizisten das Gelände an der Rudolstädter Straße verlassen, gingen die Bagger ans Werk. Jetzt ist die Fläche plan.

ERFURT. Auf dem riesigen Areal steht nur noch das Verwaltungsgebäude der einstigen Firma Topf & Söhne. Hier soll künftig ein Erinnerungsprojekt die Geschichte der Ofenbauer von Auschwitz aufarbeiten. An die Hausbesetzer, die bis Donnerstag in der Frühe Gebäude bewohnten, erinnert kaum noch etwas. Während die Bagger die Fläche gestern im Lauf des Tages weiter von Schutt befreiten, lief in der Stadt die Diskussion um den Polizeieinsatz. Kritik an der "massiven polizeilichen Gewalt" übte das Landesjugendwerk der AWO. Der abendliche Einsatz auf dem Anger sei auf Eskalation ausgelegt gewesen, sagt der Thüringer Juso-Chef Peter Metz. Es habe sinnlose In-Gewahrsam-Nahmen und Schikanen gegeben. "Bei Einsätzen der Polizei sollte es nicht um pure Machtdemonstrationen gehen." Der Linke-Landtagsabgeordnete Matthias Bärwolff kritisiert Polizeichef Rüdiger Schrehardt. Er habe sich erst 20 Uhr auf dem Anger blicken lassen. Außerdem habe es an De-Eskalationsbeamten gefehlt. Die Polizisten am Anger seien bis 20 Uhr nicht versorgt worden.

Schön, dass sich der Abgeordnete um die Versorgung der Beamten sorgt, sagt Rüdiger Schrehardt. "Aber die Einsatzlage hat es nicht zugelassen, dass wir mit Verpflegungspaketen für die Polizisten auftauchen." Die Beamten seien auf Selbstverpflegung orientiert worden und hätten Verständnis gezeigt. "Ich war der Gesamt- Einsatzleiter, wir hatten mehrere Abschnitte", reagiert er auf Bärwolffs Kritik. Der für den Anger zuständige Kollege sei die ganze Zeit eingebunden gewesen. "Wir haben alle Kräfte angewiesen, de-eskalierend zu wirken." Man sei froh, dass die Räumung gut verlaufen sei, so der Erfurter Polizeichef. Auch die Versammlungsteilnehmer hätten sich an die Auflagen gehalten. Polizeisprecher Manfred Etzel ergänzt: "Von den acht Festgenommenen kamen alle bis auf einen schnell wieder auf freien Fuß." Ein junger Mann sei wegen eines anderen Delikts per Haftbefehl gesucht worden, er bleibe in Gewahrsam. In Erfurt werde die Polizei noch das gesamte Wochenende verstärkt besetzt sein, so Etzel.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein sagte gegenüber TA, die Stadt verweigere sich auch künftig Gesprächen über alternative Wohnprojekte nicht. "Aber wir brauchen Rahmenbedingungen, saubere Abläufe, konkrete Ansprechpartner, zum Beispiel in Vereinen. Die gab es bisher nicht." Man wolle klären, ob es nach der Räumung obdachlose Jugendliche gebe. "Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen ruhig bleibt", so Bausewein.

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