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15. November: Thüringer nach Schweinegrippe-Impfung gestorben

Von Malte WICKING
Ein 55-jähriger Eichsfelder ist einen halben Tag nach seiner Impfung gegen Schweinegrippe gestorben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen besteht, ist noch unklar.

LEINEFELDE/ERFURT. Nach seiner Impfung gegen Schweinegrippe am Donnerstagmorgen ist ein Mann aus Leinefelde in der Nacht zu Freitag verstorben. Das bestätigte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) im Gespräch mit der "Thüringer Allgemeine". Ob der Verstorbene Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten hatte, ist bislang nicht bekannt. Der zuständige Amtsarzt habe ihr aber zugesichert, dass ein möglicher Zusammenhang zu der Impfung untersucht werde, erklärte Taubert. "Ich rechne im Laufe der Woche mit den Ergebnissen", so die Ministerin.
Trotz des Todesfalls rief Taubert die Thüringer erneut auf, sich gegen die sogenannte Neue Grippe impfen zu lassen: "Es ist aber wichtig, sich vorher mit dem Hausarzt über eventuelle Unverträglichkeiten oder Vorerkrankungen zu beraten", sagte die Gesundheitsministerin.
Bereits am Dienstagabend war in Weimar eine 65-Jährige mit schweren Vorerkrankungen einige Stunden nach der Schweinegrippe-Impfung an Herzschwäche gestorben. Die Frau hatte offenbar bereits zwei Herzinfarkte und mehrere Herzattacken hinter sich und lebte mit einem Schrittmacher. Nach Ansicht des zuständigen Amtsarztes gab es keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Tod der Frau und der Immunisierung. Eine bereits vom Gesundheitsministerium angekündigte Obduktion hatte der Witwer allerdings abgelehnt.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erhält Thüringen bis Ende Januar jede Woche über 40 000 neue Impfdosen.

Entschädigung für Quarantäne

Laut Robert-Koch-Institut sind inzwischen 16 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Kritik wird unterdessen auch an der Organisation der Impfung laut.

ERFURT. Um den Verwaltungsaufwand im Kampf gegen die Schweinegrippe zu minimieren, müssen Ärzte seit diesem Wochenende nur noch durch einen Laborbefund bestätigte Krankheitsfälle sowie Todesfälle an die Gesundheitsämter melden. Reine Verdachtsfälle sowie Erkrankungen ohne Nachweis müssen nicht mehr gemeldet werden.
Unterdessen haben sich seit April mehr als 60 000 Menschen mit der Schweinegrippe infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 16 gestiegen. Dagegen konnte bisher bei keinem Todesfall nach der Schweinegrippe-Impfung ein Zusammenhang mit der Immunisierung bestätigt werden. Trotzdem hält nach einer Umfrage des ARD-Morgenmagazins nur jeder vierte Deutsche eine Impfung gegen die Krankheit für nötig. 43 Prozent würden sich sogar auf keinen Fall impfen lassen.

Die Unsicherheit ist wohl auch eine Folge der verwirrenden Impforganisation. Gemäß dem Föderalismus-Grundsatz organisieren die Länder Aktionen, Abrechnung und Auswertung eigenständig. "Die Schwierigkeiten beim Start der Impfungen hätten vermieden werden können", sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD). Sie schlug vor, künftig nicht in jedem Land einzeln die Impfkosten zu regeln. Besser wäre es, der Spitzenverband der Krankenkassen würde mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung einheitlich klären, wie viel Geld Ärzte für das Impfen bekommen. Sie sprach sich aber dagegen aus, das Impfen zentral zu regeln.
Unterdessen schlagen nicht nur die Kosten für Impfdosen und Aufklärungskampagnen in den Länderfinanzen zu Buche. Thüringen hat bislang auch knapp 26 000 Euro Entschädigungen an Menschen gezahlt, die vorsorglich unter Quarantäne gestellt wurden, weil sie Kontakt zu Infizierten hatten. Laut Infektionsschutzgesetz können Betroffene Verdienstausfälle, die ihnen durch diese Maßnahme entstehen, geltend machen. 71 derartige Anträge sind nach Informationen des mdr bereits beim Landesverwaltungsamt eingegangen, 51 davon seien bearbeitet, hieß es. TA/ddp

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