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4. August: Kein Zweifel am Skyballon

An der Ursache für den Brand vom 9. Juli am Frauenplan gibt es keinen Zweifel mehr. Kripo und private Sachverständige gehen von einem Skyballon als Auslöser des Feuers aus.
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3. August: Laterne löste Brand aus

Der Großbrand in Weimar Anfang Juli wurde mit Sicherheit von einer Himmelslaterne verursacht. Ein Verbot der Lampione soll in etwa drei Wochen in Kraft treten.
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15. Juli: Feuerballons werden nun doch verboten

ERFURT. Nach dem Brand eines historischen Hauses in Weimar sollen die sogenannten Himmelslaternen nun doch verboten werden. An einer entsprechenden Verordnung werde derzeit gearbeitet, teilte das Innenministerium gestern mit. Noch am Montag hatte ein Sprecher auf Anfrage erklärt, dass es keine rechtliche Handhabe gegen die Ballons gebe, obwohl sie in anderen Bundesländern bereits verboten sind (TA berichtete). Das Verbot sei gerechtfertigt, weil von Himmelslaternen eine nicht unerhebliche Gefahr ausgehe, hieß es nun. Der Brand, der Freitag in Weimar einen Millionenschaden verursachte, wurde vermutlich durch einen Feuerballon ausgelöst.

14. Juli: Alle unglücklichen Umstände

Vieles deutet auf eine sogenannte Himmelslaterne als Brandauslöser am Weimarer Frauentor hin. Die Polizei ermittelt dennoch in mehrere Richtungen.

Von Michael BAAR
WEIMAR. Selten hat die Kripo so viele zielgerichtete Hinweise zu einem Fall bekommen, wie zum Brand Ende vergangener Woche in der Weimarer Innenstadt. Die Ermittler suchen derweil weitere sachdienliche Hinweise. "Allein die vorsätzliche Brandstiftung können wir derzeit ausschließen. Neben dem Sky-Ballon werden allerdings auch mögliche technische Ursachen geprüft", sagte Kripo-Chef Manfred Augner.

Neben der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes wurde die Sachverständigengesellschaft Dr. Portz mbH mit Niederlassungen in Baden-Württemberg und Thüringen zu den Ermittlungen hinzu gezogen. Inzwischen ist auch der Brandort an der wahrscheinlichen Ausbruchsstelle beräumt. Zuvor war sie dokumentiert und mit einem Brandmittel-Spürhund abgesucht worden. Rund 1,5 Kubikmeter Brandschutt - Ziegel, Holz, Metall, Lehm und Papierreste - sind zudem für labortechnische Untersuchungen sichergestellt worden.

Im Zusammenhang mit der Himmelslaterne liegen den Ermittlern bereits 30 Zeugenhinweise vor. Mehrere Menschen haben beobachtet, wie ein solcher Wunschballon aus Richtung Ackerwand zum Brandhaus geflogen und dort brennend abgestürzt sein soll. Ermittler halten es für denkbar, dass in diesem Moment alle unglücklichen Umstände zusammenkamen: Der Ballon fängt Feuer, stürzt brennend in den Innenhof, wo er mit einem Sonnensegel und diversem Material der Geschäfte Nahrung für die Flammen findet. Als sich das Feuer in die Garage ausbreitet und auch der Pkw Feuer fängt, gibt es einen so kräftigen Brandherd, dass das Feuer auch auf das Gebäude übergreift. Dabei wirkt der Hof wie ein Kamin, der Sauerstoff durch die Garage ansaugt.

Eine konkrete Spur zum Sky-Ballon führt zum Beethovenplatz. Dort soll sich am vergangenen Donnerstag gegen 22.45 Uhr eine junge Familie mit einem vier bis sechs Jahre alten Kind aufgehalten haben. Die Kripo sucht Menschen, die sich zu dieser Zeit auf dem Platz vor dem Dorint-Hotel aufgehalten haben und Beobachtungen zu Protokoll geben können.

Aufgelöst hat sich derweil die Frage nach dem Verbleib von zwei Handwerkern, die in der Pension unter großer Gefahr für die Feuerwehrleute gesucht wurden. Sie hatten die Löscharbeiten gesehen, sich eine andere Herberge gesucht und gingen anderntags zur Arbeit ins Goethe-Nationalmuseum. Auf die Idee, dass man sich um sie Sorgen machen könnte, kamen weder sie noch ihr Auftraggeber.

13. Juli: Frei fliegende Feuerstelle

Während andere Bundesländer Himmelslaternen verbieten, plagen den Freistaat rechtliche Bedenken. Nach dem Brand am Weimarer Frauenplan deutet vieles auf eine Himmelslaterne als Ursache hin. Das Innenministerium ist dennoch gegen ein Verbot zum Ärger des CDU-Abgeordneten Wolfgang Fiedler.

Von Malte WICKING
ERFURT. Eine Art unbemannter Heißluftballon im Kleinformat, so hat man sich eine Himmelslaterne vorzustellen: ein hübscher Partyspaß, nur ist das Feuer in der Laterne echt und ab dem Start niemand mehr da, um darauf aufzupassen. Den schweren Brand in einem Haus am Weimarer Frauenplan hat wohl so eine Laterne ausgelöst: 30 Zeugen wollen das beobachtet haben, auch die Spuren am Brandort deuten darauf hin. Schon vorher haben die Ballons schwere Brände verursacht. Im westfälischen Siegen starb am 31. Mai ein Junge, als eine Himmelslaterne das Haus seiner Eltern in Brand setzte. Am Samstag verursachte einer der Flugkörper eine Viertelmillion Euro Schaden in Hessen, als er brennend auf einem Balkon niederging. Mehrere Bundesländer haben die Nutzung der so genannten Sky Ballons untersagt, in Schleswig-Holstein ist ein Verbot auf dem Weg. Im Erfurter Innenministerium aber hält man sich zurück. Ein landesweites Verbot sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, sagte ein Sprecher auf Anfrage: Denn der "Bund-Länder-Ausschuss für Produktsicherheit" habe die Sky Ballons für ungefährlich erklärt. Man weise aber die Kommunen darauf hin, dass sie zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten Verbote aussprechen könnten etwa in Innenstädten mit viel Fachwerkhäusern oder nach langen Trockenperioden. Für den Landtagsabgeordneten und innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Fiedler, ist das Zögern unverständlich: "Man sollte die Dinger verbieten", sagt er, "oder ihre Nutzung zumindest drastisch einschränken". Bei jedem Feuerwerk gebe es strenge Regeln, so Fiedler: "Und diese Laternen sind unkontrollierbar, trotzdem kann man sie nach Lust und Laune steigen lassen." Auch im Kieler Innenministerium teilt man die Bedenken der Erfurter Kollegen nicht: "Es mag ja irgendein Ausschuss die Himmelslaternen für ungefährlich erklärt haben", so ein Ministeriumssprecher: "Aber das sind sie nun mal offensichtlich nicht."

13. Juli: Der Hände Arbeit zerfließt

Von Michael HELBING
Über Nacht hat Vera Cihar ihre Wohnung und ihre Arbeit verloren. Denn auch ihr altes Lehmhaus in der Brauhausgasse 4 ist ein Opfer des großen Brandes im Nachbargebäude - samt ihrem Ginkgo-Geschenkgeschäft.

WEIMAR. Schwere Schäden beklagt man durch Folgen des Großbrandes im Wohn- und Geschäftshaus Schillerstraße 1 / Brauhausgasse 2 auch in unmittelbarer Nachbarschaft: Das Gebäude Brauhausgasse 4 ist so unbewohnbar geworden wie das Brandhaus selbst. Über Nacht verlor Vera Cihar damit ihr Heim, ihr Geschäft, ihre gesamte Existenz.

Besondere Geschenke aus Weimar waren seit 1990 ihr Metier. Seit acht Jahren betreibt sie den Ginkgo-Laden im Haus in der Brauhausgasse 4, das der Familie seit Generationen gehört. Es wurde 1709 errichtet und ist damit so alt wie das heutige Goethehaus. Nachdem es 1835 zuletzt renoviert worden war, machte sich Vera Cihar mit ihrer Familie 1992 an den denkmalgerechten Wiederaufbau des Gebäudes - mit Mitteln der DSK, doch stecken in der Sanierung vor allem Eigenleistungen: Holz und Stroh wurden verbaut. Und viel Lehm.

"Was wir mit Händen 'rangeschafft hatten, läuft jetzt die Wände runter", sagte Vera Cihar gestern. Auf dem Weinfest am Frauenplan war sie vergangenen Donnerstag gewesen, als es im Nachbarhaus bereitsbrannte. Eine halbe Stunde vor Mitternacht griffen von dort Flammen über, der Dachstuhl fing Feuer. Der Einsatz von Mineralwolle während der Sanierung verhinderte zwar schlimmere Brandschäden. Doch die hintere Dachhälfte war weg, und dann kam das Löschwasser - sowie in den letzten Tagen der Regen. Dadurch habe sich das komplette Haus in einen "Schwamm" verwandelt, berichtet Cihars Sohn Jürgen.

Die 52-Jährige, Mutter von insgesamt fünf erwachsenen Kindern, stand plötzlich auf der Straße. Zufällig traf sie am Freitag Bürgermeister Christoph Schwind. Über ihn kam sie einstweilen in einer Gästewohnung der Weimarer Wohnstätte unter. Einen Koffer konnte sie mitnehmen: Der war bereits gepackt, weil es übermorgen in den Urlaub nach Norwegen gehen sollte. Nun hat Vera Cihar andere Sorgen. Frühestens in einem halben Jahr kann sie wieder ins Haus. Selbst das ist nicht sicher. Derweil hat sie keine Arbeit - und keine Einnahmen. Psychisch ist die Frau ohnehin ziemlich am Ende.

Ein Termin mit Schwind soll heute klären, welche Hilfe möglich ist. Morgen folgen Gespräche mit der Versicherung.

11. Juli: Feuerwehrmann verschüttet

Der verheerendste Brand des Jahrzehnts nach jenem der Anna-Amalia hat in der Nacht zum Freitag das Wohn- und Geschäftshaus Schillerstraße 1 /Brauhausgasse 2 zerstört. Ein Feuerwehrmann wurde im Einsatz schwer verletzt.

Von Michael BAAR
WEIMAR. Bewohner und Geschäftsleute des Brandhauses am Frauenplan haben in der Nacht zum Freitag nahezu alles verloren. Was das Feuer nicht fraß, das zerstörte das Wasser. Den Rest nahm der Rauch. Und dieser Brand hätte auch Menschenleben kosten können. Am frühen Morgen wurde Karsten Utterodt, der Wehrleiter der Freiwilligen Wehr Mitte, unter einem einbrechenden Türsturz samt Decke begraben. Er konnte von seinen Kameraden geborgen werden, trug aber den Bruch eines Fußgelenks davon. Noch am Morgen wurde er im Weimarer Klinikum operiert.
Im Brandhaus, angrenzenden und naheliegenden Gebäuden waren insgesamt 36 Personen evakuiert worden. Das Hotel am Frauenplan und der Elephant nahmen Betroffene auf, andere kamen bei Verwandten und Freunden unter. Inzwischen hat die Stadt mit der Wohnstätte in Weimar Nord Notwohnungen zur Verfügung gestellt und sorgte auch für psychologische Betreuung.
Die Feuerwehr war Donnerstag 23.12 Uhr alarmiert worden. Da stand das Eckgebäude zwischen Schillerstraße und Frauenplan  ein klassizistisches Wohn- und Geschäftshaus mit Denkmalstatus, das 1837 von Rathaus-Baumeister Heinrich Heß errichtet wurde  bereits in Flammen. Beim Eintreffen der Wachabteilung um Frank Heß hatte ein großer Teil des Gebäudes Feuer gefangen. Die Brandbekämpfung dauerte bis in den frühen Morgen. Eine Ausbreitung konnte verhindert werden. Einzelne Brandherde flackerten allerdings auch gestern immer wieder auf.
Insgesamt waren 86 Kameraden der Berufs- und aller freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Den sechs Löschfahrzeugen vor Ort kamen auch die Drehleitern aus Bad Berka, Apolda und Berlstedt zu Hilfe. Die Polizei wurde durch Kräfte der Bereitschaftspolizei verstärkt und hatte 50 Beamte im Einsatz, die vor allem bei der Evakuierung eingesetzt waren und die Löscharbeiten von Schaulustigen freihielten.
 Die Brandursache wurde gestern noch nicht offiziell benannt. Die Ermittler der Kriminalpolizei konnten das Gebäude nur unter Lebensgefahr betreten und kamen entspre- chend langsam voran. Dem Vernehmen nach wurden Anzeichen dafür gefunden, dass tatsächlich eine sogenannte Himmelslaterne (TA 10.7.) in den Innenhof geflogen sein könnte, den das Süßwarengeschäft und der Blumenladen als Lagerfläche nutzten. Von dort breitete sich das Feuer ins Dach und die Geschosse aus.
Inzwischen verdichten sich die Anzeichen, dass es schwer werden könnte, mehr als die Fassade zu erhalten. Der Regen tut ein Übriges. Schillerstraße und Frauenplan bleiben weiträumig abgesperrt. Die Feuerwehr hielt auch am Tage weiter Brandwache. Für die Stadt koordiniert Bürgermeister Christoph Schwind als amtierender OB die Hilfe und Maßnahmen der Verwaltung.
Nur einmal huschte gestern ein Lächeln über das Gesicht von Floristin Ulrike Meyer: Ihre Katze wurde lebend gesichtet.

10. Juli: Haus am Weimarer Frauenplan in Flammen

Ein Großbrand hat vergangene Nacht das Gebäude an der Brauhausgasse 2, das an den Frauenplan und die Schillerstraße 1 in Weimar grenzt, schwer beschädigt. In der Stunde vor Mitternacht war der Dachstuhl in Flammen aufgegangen. Zeitweise brannte er auf 15 bis 20 Metern Länge. Flammen schlugen allerdings auch aus einer Garage im Erdgeschoss. In dem Haus befinden sich mehrere Wohnungen und Geschäfte wie Arco und Blumen Meyer. Die Berufsfeuerwehr war erst gerufen worden, als der Brand voll ausgebrochen war. Auch alle freiwilligen Wehren der Stadt wurden alarmiert, eine Drehleiter aus Bad Berka gerufen.

Zu den Brandursachen konnten Polizei und Feuerwehr noch nichts sagen. Ein Zeuge berichtete gegenüber Thüringer Allgemeine, er habe 30 Minuten vor dem Brand einen sogenannten Wunschballon aus Papier vom Park zum Dach fliegen sehen. Auf dem Frauenplan wird seit gestern das Mosel-Saar-Ruwer-Weinfest gefeiert.

Die Löscharbeiten gestalteten sich Anfangs schwierig, zum einen durch die Platzverhältnisse und zum anderen durch einen stetigen Zustrom Schaulustiger, welche durch das Weinfest auf dem Frauenplan in großer Anzahl vorhanden waren. Die Polizei errichtete eine Absperrung, um der Feuerwehr ein ungehindertes Arbeiten zu ermöglichen und Schaulustige davon abzuhalten, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Durch den Baumbestand in der Schillerstraße bestand die Gefahr, dass der Brand vom Haus Schillerstraße 1 auf die gegenüberliegende Straßenseite überspringt. Deshalb entschloss sich die Polizei die Anwohner auch der gegenüberliegenden Seite zu evakuieren. Die Bewohner der betroffenen Häuser wurden in das Hotel am Frauenplan gebracht. Durch den Brand selbst gab es keine Verletzten. Bei den Löscharbeiten verletzte sich aber ein Feuerwehrmann schwer.

Die Bewohner der Schillerstraße 1 sowie der Brauhausgasse 2 und 4 konnten nicht in ihre Wohnungen zurückkehren und kamen in angrenzenden Hotels oder bei Freunden unter.

Die Feuerwehr stellte im Anschluss an die Löscharbeiten die Brandwache und die Polizei übernahm die Sicherung des Brandortes. Die Kriminalpolizei Jena wird im Laufe des Tages, nach Überprüfung der Statik des Hauses, die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen.

Hierbei sind Hinweise zu einem schon in der Brandnacht mehrfach beschriebenen sogenannten Skyballon von besonderer Bedeutung.

Die Polizei sucht Zeugen die zu diesem Sachverhalt nähere Angaben machen können. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 03643-882 0 zu melden.

Feuerwehrmann schwer verletzt

Weimar (ddp). Bei den Löscharbeiten am Gebäude an der Brauhausgasse 2, das an den Frauenplan und die Schillerstraße 1 in Weimar grenzt, ist am Donnerstagabend ein Feuerwehrmann schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, war er durch Teile einer herabfallenden Decke getroffen worden. Bei dem Feuer wurde das Gebäude schwer beschädigt, es bestand Einsturzgefahr. Alle Bewohner des Hauses sowie angrenzender Gebäude mussten evakuiert werden.
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