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Gefährliche Trittbrettfahrer |
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Eine Serie von Brandanschlägen hat in der Nacht vom Sonntag zum Montag Feuerwehr und Polizei in Weimar beschäftigt. Trittbrettfahrer wollten offenkundig den Anschein eines Zusammenhangs mit den Aus- schreitungen in Griechenland erwecken.
Von Michael BAAR WEIMAR. Die Täter gaben sich alle Mühe, damit es nach politischer Motivation aussah: Sonntagabend der missglückte Anschlag auf die Stadtwache der Weimarer Polizei, Montagmorgen die Brandanschläge auf sechs Pkw im Quartier zwischen Cranach-, Wagner- und Müntzerstraße. Ein älterer Mercedes Kombi, der einer Familie mit Kindern als treue Familienkutsche diente, und ein Peugeot erlitten Totalschäden, ein BMW und ein Audi Cabrio wurden schwer beschädigt. Die Wagen schienen wahllos ausgesucht. Als Brandbeschleuniger diente offenbar handelsüblicher Kohlenanzünder, wie er schon im April bei der Anschlagserie auf 40 Wertstoffcontainer verwendet wurde. Nur in zwei Fällen konnte er seine Wirkung gestern nicht entfalten. Dagegen stürzten die immensen Schäden an vier der Fahrzeuge deren Besitzer in ernsthafte Probleme. Die Polizei ging von mehreren Zehntausend Euro Schaden aus. Die Polizei-Stadtwache und der städtische Ordnungsdienst KOS nutzen den Raum, auf den Sonntagabend ein Anschlag verübt wurde (TA berichtete). Um 21.21 Uhr hatte die Meldeanlage am Markt 13/15 Feueralarm ausgelöst. Wenige Minuten später stellte die Berufsfeuerwehr allerdings nur leichte Rauchentwicklung fest. Unbekannte hatten das Fenster zum Aufenthaltsraum mit Steinen ein- und Feuerwerkskörper in den Raum geworfen. Um einen Brand zu entfachen, reichte der Silvesterböller nicht. Zeugen sprachen über eine Gruppe von sieben bis acht Vermummten, die sich zu dieser Zeit in der Nähe aufgehalten habe und nach dem Klirren der Scheiben geflüchtet sei. Keine Stunde später meldete Sonntag 22.10 Uhr das autonome Internet-Portal Indymedia: "Angriff auf Polizeiliche Stadtwache. Griechenland ist Überall! Heute Abend wurde aus Wut zu dem vor einem Jahr begangenen Mord an Alexis die Stadtwache der hier ansässigen Polizei attackiert." Die Betreiber selbst nahmen den Eintrag allerdings aus dem Netz. Zu plump lenkte er den Verdacht auf die Autonomen in Weimar. Genau das ist auch das Dilemma der Ermittlungen, die im Falle der Stadtwache das Landeskriminalamt übernahm. Nicht erst einmal hätten sich Linksautonome und Rechtsextreme einen Jux daraus gemacht, Verdacht auf die jeweils andere Gruppe zu lenken. Gestern Abend verschafften sich Polizeibeamte Zugang zur verbarrikadierten Gerberstraße 1, aus der auch ihre üblichen Nutzer ausgesperrt waren. Auch hier ließ "Indymedia" innere Konflikte ahnen. Die Gerberstraße 1 sei "über die Köpfe des Plenums hinweg vernagelt und verriegelt" worden, heißt es in einem Eintrag. - Die Beamten stellten diverse Gegenstände sicher. Ob diese im Zusammenhang mit den Taten stehen, sollen weitere Untersuchungen ergeben. Die Kripo Weimar hat eine Sonderarbeitsgruppe gebildet. Bei ihr laufen die Ergebnisse verschiedener Polizei-Dienststellen zusammen. Die Polizei sucht dringend Zeugen, die Beobachtungen in der Anschlagsnacht gemacht haben.
Die kostenlose Hotline der Polizei ist unter der Nummer 0800-885 5 110 geschalten.
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Nach einem Brandanschlag auf die Stadtwache und sechs Autos hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Am Tatort an der Stadtwache wurden sieben bis acht schwarz Vermummte gesichtet. Ein Zusammenhang zwischen den Anschlägen wurde bislang nicht bestätigt. Bilder vom Anschlag
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