Der Mann, der im Goldenen Spatzen steckt

  • 20. Goldener Spatz. Feierliche Eröffnung am 6. Mai 2012 in gera. 20. Goldener Spatz. Feierliche Eröffnung am 6. Mai 2012 in gera.
Cito Weisel nimmt seit 2001 für das Kindermedienfestival Urlaub, um als Maskottchen durch Gera und Erfurt zu flattern
Gera. Als 1999 das Deutsche Kinder-Medien-Festival auf seiner Tour auch im Programmkino im hessischen Lich Station machte und der Mitarbeiter Cito Weisel aus Jux in das Spatzenkostüm schlüpfte, muss etwas mit ihm passiert sein. "Als wäre ein Knoten geplatzt, ich hab mich sofort in das gelbe Kostüm verliebt", erzählt Cito Weisel, der schon beim Kindertheater Bühnenerfahrung sammeln konnte und als zweifacher Vater ohnehin genau weiß, wie man Kinder zum Lachen bringt.

Seit 2001 lässt ihn der Spatz nun nicht mehr los. Der sympathische Hesse nimmt jeweils eine Woche Urlaub, um bei dem Festival als berühmtes Maskottchen dabei zu sein. Und er genießt die Zeit: "Das ist für mich Abenteuerurlaub, es kommen ständig neue, wunderschöne Erlebnisse dazu."

Eine der schönsten Erinnerungen verbindet er mit einem Familienfest im Kultur- und Kongresszentrum in Gera. "Da gab es eine Dreijährige, die hat mich nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen, und wenn ich ihr begegnet bin, hing sie mir sofort am Bein. Irgendwann kam sie auf mich zugerannt, umarmte mich im Kostüm und sagte: Goldener Spatz, du bist mir das Allerliebste auf der ganzen Welt. Da wusste ich, das ist genau mein Ding."

Es dauert keinen fünf Minuten, da beginnt der 49-Jährige in seinem Plüsch-Kostüm ordentlich zu schwitzen. Drei Liter Wasser und viel, viel Kaffee trinkt er deshalb täglich zur Festivalzeit, denn ein Spatzentag ist lang, beginnt meist halb neun morgens und endet erst nachts. Bei jeder Veranstaltung zum Festival ist das Maskottchen schließlich ein gern gesehener Gast und wird in den sieben Tagen in Gera und Erfurt unendlich oft geknuddelt.

Sein Kopf gleicht einem Kosmonautenhelm, dazu der dicke Bauch, die überdimensionalen Füße und dicke Polster. Doch Cito Weisel hat sich ebenso daran gewöhnt wie an sein eingeschränktes Sichtfeld. Wenn er über eine Treppe watscheln muss, sind meist genügend Kinderhände da, die ihn führen. Gern lässt er sich auch von seinen kleinen Fans einfach überrennen. Übrigens hat der Spatz für die beiden Festivalstädte auch zwei Kostüme. In Erfurt trägt der Spatz außerdem seine schwarze Kappe nach hinten gedreht, in Gera zeigt das Schild nach vorn. "So lange ich kann, will ich noch viele Jahre weitermachen", blickt Cito Weisel voraus und man merkt ihm seine Passion und Freude an der Sache spürbar an.

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Ulrike Kern / 08.05.12 / OTZ
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