Im Lorbeerhaus der Orangerie wurde zum Tanztee geladen
Porträt
Im Orangerie-Lorbeerhaus wurde das Tanzbein geschwungen. Foto: Heiko Stasjulevics
Es gab auch Neues zu sehen: Die Stuckdecke im Mitteltrakt ist nahezu fertig und im rekonstruierten Brunnen plätschert wieder Wasser. Auf Interesse stieß auch die Fotoausstellung des Urania-Bildungsvereins, die historische Stadtansichten präsentierte.
Gotha. Stefan Weikart vom Verein der Orangerie-Freunde hatte gemeinsam mit seinen Mitstreitern alle Hände voll zu tun, um die Gäste zu bewirten. Der Zuspruch erfreute sie, denn die beiden Nachmittagsveranstaltungen waren ausgebucht. "Die Menschen kommen nicht nur um in Erinnerungen zu schwelgen, sie wollen auch richtig tanzen", so Mitorganisator Gernot Hanisch. Obwohl die Nachfrage sehr groß sei, werde man den Tanztee nur einmal im Jahr ausrichten, denn es solle ja etwas Besonders bleiben, etwas Einmaliges, sagte Stefan Weikart unserer Zeitung. Tanzmeister Renè Eckardt von der Tanzschule "Swing" sorgte für die richtige Musik aus der Konserve, hatte aber auch stets ein Auge auf die richtige Schrittfolge der Tanzpaare und zeigte einige Tanzschritte. Die je siebzig Tanztee-Begeisterten schwelgten auch in Erinnerungen. Denn die Orangerie Freunde boten auch eine Spezialität, die im einstigen Café gern bestellt wurde: das sogenannte "Herrengedeck". Es bestand aus einer Flasche guten Bieres und einem kleinen Fläschchen Sekt. Oft tranken die Männer das Bier und die Frauen den Sekt. Krawattenzwang, so wie früher, bestand jedoch nicht.
Das Orangerie-Café zählte früher mit der "Nachtbar" im Obergeschoss zur gehobenen Gastronomie in der Kreisstadt. Aus bautechnischen Gründen wurde es geschlossen. Durch langen Leerstand verfiel es langsam, bis sich der Verein der Orangerie-Freunde den Erhalt des Hauses auf die Fahnen schrieb und die Rettung rechtzeitig einleitete. Der im Jahre 2006 gegründete Verein zählt derzeit sechzig Mitglieder. Weitere Mitglieder und Helfer seien willkommen: "Man muss nicht unbedingt dem Verein beitreten, Hauptsache ist, man hilft!" Der Eintritt kostete nur sechs Euro. Der Erlös wandert in den Ausbau des Lorbeerhauses.