Großfeuer vernichtet 1400 Ballen Stroh in Mönchenholzhausen
Seit Mitternacht brannte in Mönchenholzhausen (Landkreises Weimarer Land) gelagertes Stroh. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz, um den Brand von über 1000 Strohballen zu löschen. Nur durch Glück konnte eine größere Katastrophe verhindert werden. Der Schaden beträgt etwa 75.000 Euro.
Mönchenholzhausen. Ein gewaltiger Brand hiellt seit der Nacht zu gestern Mönchenholzhausen in Atem. Auf dem Gelände der Agrar GmbH brach kurz nach Mitternacht in einer Bergehalle mit Stroh und Heu sowie in einem rund 100 Meter entfernten großen Strohlager neben einem Rinderstall fast gleichzeitig Feuer aus. Die Polizei schätzte den Schaden vorläufig auf 75 000 Euro. Eine größere Katastrophe verhinderten der schnelle Einsatz mehrerer Feuerwehren und der Zufall.
Denn der Brand wurde durch den Fahrer eines Tiertransporters entdeckt, der neben dem Gelände in seinem Lkw übernachten wollte. Bevor er sich in seiner Kabine schlafen legte, sah er die Flammen und alarmierte die Einsatzkräfte. Als die Feuerwehr von Mönchenholzhausen 0.29 Uhr als erste auf dem Gelände eintraf, loderten die Flammen bereits weit in den Nachthimmel. "Vor uns lag ein Flammenmeer", sagte der Einsatzleiter Knuth Lippert. "Es sah aus, als würde die ganze Anlage brennen." Lippert forderte sofort Verstärkung an. Neben der Stützpunktfeuerwehr Bad Berka, die mit ihrer Drehleiter anrückte, unterstützten die Wehren aus Sohnstedt, Isseroda, Obernissa, Eichelborn, Hopfgarten, Hayn sowie die Berufsfeuerwehr Weimar und der Gefahrenschutzzug des Landkreises aus Apolda die Löscharbeiten. Die Sirenen alarmierten auch die Geschäftsführerin der Agrar GmbH, Peggy Käferle. Mit Entsetzen sah sie, wie die Flammen das Gelände in taghelles Licht tauchten, der Giebel der Halle herausbrach und sogar Bäume in Brand standen. Sie sorgte sich vor allem um die 200 Jungrinder in einem Stall, der von den beiden Brandherden umzingelt war. Jeder Rettungsweg war abgeschnitten.
"Die Tore brannten bereits", sagte sie. Gerade noch rechtzeitig konnte die Feuerwehr die Tore löschen. Der Wind blies schwach in die andere Richtung, so dass kaum Qualm und keine Flammen in den Stall eindrangen. Die Rinder blieben relativ ruhig und konnten in eine sichere Ecke des Stalls getrieben werden. Die Kriminalpolizei führte gestern erste Zeugenbefragungen durch. Heute wollen die Beamten mit den Ermittlungen zur Brandursache beginnen. Aufgrund der Ausbreitung des Feuers schließen sie Brandstiftung nicht aus. Laut Peggy Käferle war das Gelände durch einen Zaun und verschlossene Tore ringsum gesichert. Noch gestern morgen hing eine Dunstglocke über dem Ort. Aus dem zerstörten Dach der Bergehalle, auf dem nur noch einzelne Solarzellen Halt fanden, drang dichter, weißer Rauch. Durch die Toröffnungen strahlte das schwelende Stroh über Meter hinweg Wärme ab. Die Halle wird wohl noch mehrere Tage lang die Aufmerksamkeit der Feuerwehr erfordern. Im Stall standen die Rinder wieder in ihren Buchten und fraßen, als hätten sie den Schreck gut überstanden. Draußen vor den verkohlten Stalltoren standen Feuerwehrleute und richteten ihre Spritzen auf das schwelende, von einer Betonmauer umgebene Strohlager. Kräne hievten geschwärztes Stroh auf Anhänger. Über das ganze Gelände zogen sich kilometerweit Feuerwehrschläuche. Die größte Herausforderung bei den Löscharbeiten war das Wasser gewesen. Die GmbH verfügt selbst über zwei Zisternen. Zudem wurden alle Quellen im Ort angezapft. Nur in den Morgenstunden, als im Ort die Duschen benutzt wurden, gab es kurzzeitig Probleme mit dem Druck, sagte Knuth Lippert. Aber da war der Brand bereits unter Kontrolle. Lippert stand am Vormittag vor dem Versorgungszelt, um das sich die Frauen des Ortes kümmerten. Wie die anderen Feuerwehrleute wirkte er erschöpft, aber auch erleichtert, dass Mensch und Tier nicht zu Schaden kamen. Peggy Käferle lobte den Einsatz der Wehren. "Sie waren sehr schnell da", sagte sie. Die Agrar GmbH produziert hauptsächlich Milch und ist eine der Nachfolger der LPG Tierproduktion, in der zu DDR-Zeiten 2500 Rinder gehalten wurden. Neben den 200 Jungrindern in dem gefährdeten Stall werden 150 weitere Rinder gehalten. In der Halle wurde auch Stroh und Heu anderer Kooperativen gelagert. Die zerstörte Menge entspricht einer Anbaufläche von weit über 1000 Hektar. Zum Glück war es nicht das einzige Lager, sagte Käferle. "Sonst könnten wir jetzt einpacken."