Hobbyköche kochen in Weimar für Unbekannte

  • Andrea Hortig (Geschäftsführerin TGZ), Giacomo Blume, Jan Graßegger, Dr. Martin Potthast, Maximilian Michel, Jens-Uwe Sauer (Geschäftsführer seedmatch.de). Foto: privat Andrea Hortig (Geschäftsführerin TGZ), Giacomo Blume, Jan Graßegger, Dr. Martin Potthast, Maximilian Michel, Jens-Uwe Sauer (Geschäftsführer seedmatch.de). Foto: privat
Beim Weimarer Projekt "anycook - Die Mitkochgelegenheit" sollen Hobbyköche für Unbekannte den Löffel schwingen.
Weimar. Kochen hat sich mittlerweile zu einer Lebensphilosophie entwickelt. Und: wer kocht, will nicht allein essen.

Studenten aus Weimar wollen diesen Trend für ihrer Geschäftsidee nutzen. Gemeinsam entwickeln die jungen Leute eine Mitess-App. Damit können sich sowohl Bekannte als auch völlig fremde Menschen zum gemeinsamen Dinner treffen. Der eine darf Kochen - und der andere kann Schlemmen.

Die Idee, die hinter "anycook" steht, erinnert ein wenig an die Mitfahrzentralen im Internet. Ein kleines Handyprogramm (App), das derzeit entwickelt wird, zeigt Personen in der näheren Umgebung an, die zur Mittags- oder Abendzeit den Kochlöffel schwingen wollen und sich Gäste wünschen. Bestätigt man die Offerte, kann man zum vereinbarten Zeitpunkt zum Dinner erscheinen.

"Egal ob schneller Mittagstisch oder gemütliches Abendessen - jeder kann entscheiden, wann er die Gesellschaft mit Gleichgesinnten sucht", erklärt Giacomo Blume. Mit einer versteckten Partnerbörse habe das ganze Vorhaben aber nicht das Geringste zu tun. "Wir sind gespannt, ob unser Angebot akzeptiert wird, ob sich die Menschen trauen, aufeinander zuzugehen."

Wareneinsatz muss bezahlt werden

Natürlich gelten für beide Seiten feste Regeln. Beispielsweise müssen Fristen eingehalten werden. "Koch oder Köchin brauchen Vorlaufzeit, sie müssen einkaufen und haben die ganze Arbeit - da kann sich der Gast nicht erst in der letzten Sekunde anmelden."

Kostenlos ist das Essen nicht. "Der Wareneinsatz muss auf jeden Fall bezahlt werden", erklärt Blume weiter. Und auch die junge Firma will eine Vermittlungsgebühr kassieren - etwa zehn Prozent der Rechnung.

"Unser Angebot soll sich an alle Interessierten richten", so der 24-jährige Giacomo weiter. "Wir verstehen uns in erster Linie als soziales Netzwerk, dass die Menschen verbindet."

Vielleicht wird die Geschäftsidee ein großer Erfolg. Auf jeden Fall konnten die insgesamt sechs Medien- und Gestaltungsstudenten der Bauhaus-Universität bereits zwei Auszeichnungen einheimsen. Bis zum Jahresende soll das Handyprogramm technisch umgesetzt werden. "Für hoffen derzeit auf eine Förderung über das Thüringer Gründernetzwerk Exist."

Eigentlich wollte das Team vor drei Jahren ein Kochbuch fürs Internet erstellen. "Zum einen kochen wir gerne und zum anderen reizten uns die technischen Herausforderungen." Da es im Netz aber bereits so viele Angebote gab, entwickelten sie ihre Idee weiter. Nun wird die Mitess-App die Rezeptesammlung vervollkommnen.


Peter Rathay / 06.08.12 / TA
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