Magazin: Fahnder registrierten nach Polizistenmord Internetnutzer

  • Das Grab der in Heilbronn getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter auf dem Friedhof in Oberweissbach. Archiv-Foto: Sascha Fromm Das Grab der in Heilbronn getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter auf dem Friedhof in Oberweissbach. Archiv-Foto: Sascha Fromm
Bei der Suche nach den Mördern der Polizistin Michèle Kiesewetter hat die Polizei einem Medienbericht zufolge Daten von Internetnutzern gesammelt. Fahnder hätten von Mai 2007 bis Januar 2008 alle Nutzer registriert, die sich auf der Internetseite der Polizeidirektion Heilbronn über den Mord informiert hätten, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf die Sonderkommission "Parkplatz".
München/Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf eine Anfrage nicht dazu äußern.

"Das ist Gegenstand des laufenden NSU-Untersuchungsausschusses", sagte ein Sprecher der Behörde in Karlsruhe. Wie das Magazin weiter schreibt, soll es in vertraulichen Vermerken der Polizei heißen, dass die Aktion der Öffentlichkeit "nicht bekannt werden" sollte, weil die Überwachung rechtlich auf "sehr wackeligen Beinen steht".

Die Polizistin war im April 2007 in Heilbronn erschossen und ihr Kollege schwer verletzt worden. Für die Tat in Heilbronn und für Morde an neun türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern soll die rechtsextreme Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) verantwortlich sein.

Ferner soll es bei der Suche nach den mutmaßlichen Mördern zu weiteren Ermittlungspannen gekommen sein. So sollen die Fahnder dem Bericht zufolge wichtige Spuren erst mehr als drei Jahre nach dem Mord überprüft haben. Dazu gehörten der Abdruck einer Handfläche am Streifenwagen sowie mehrere DNA-Fragmente an den Uniformen der beiden Beamten.

Bis Oktober 2010 hätten diese Spuren nicht zugeordnet werden können, weil versäumt worden sei, Vergleichsproben von Polizisten zu nehmen, die den Streifenwagen vor dem Mordanschlag benutzt hätten. Die meisten Spuren stammen den Angaben nach von Polizisten aus Böblingen.


21.05.12 / dapd
Z81C5LD140141
Canonical URL
Kommentare
21.05.12 - 16:21
Ralf
Stasi 2.0 weiter nix. Würde jeder Stasi- Offizier von damals erblassen, wenn er die Überwachung und die Möglichkeiten von heute sieht. Ach ja nicht vergessen, ne Dönerbude haben die auch noch betrieben, die Erfolgsheimer ;-)
 
Das könnte Sie auch interessieren
weitere Politiknachrichten
Fotoserien & Videos
Linktipps