Die A-Junioren des Carl Zeiss Jena schaffen Bundesliga-Aufstieg

  • Die A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena sind Nordostdeutscher Meister und steigen in die Bundesliga auf. Foto: Michael Ulbrich Die A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena sind Nordostdeutscher Meister und steigen in die Bundesliga auf. Foto: Michael Ulbrich
Die A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena steigen nach einem Herzschlag-Finale in die Bundesliga auf. Den Junioren genügt dabei mit 3:3 ein Unentschieden gegen TeBe Berlin.
Berlin. Ein Pfiff. Kräftig und unüberhörbar. Tino Schmidt zuckt kurz zusammen. Florian Giebel hat die Hände noch oben. Das war doch Hand. Hey! Schiri! Der hat doch aber längst gepfiffen. Elfmeter. Die Schlussminute am letzten Spieltag der A-Junioren-Regionalliga soll entscheiden über Wohl und Weh, über das Gelingen einer ganzen Saison. Elfmeter für Jena. Gegen TeBe Berlin, die 3:2 führen.

Das Spiel beginnt mit Verzögerung. Auf dem Nachbarplatz nebeln Fans des FC Rot-Weiß Erfurt die eigene B-Jugend ein, die ebenfalls bei TeBe um den Bundesliga-Aufstieg spielt. Die passenden Gesänge lassen Jenas Kicker stutzen es ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was im Männerbereich auf sie zukommt. Was folgt, ist ein ganz schlimmer Auftritt der Klub-Talente. Schwere Beine, schwache Nerven sie werden von TeBe, für die es um nichts mehr geht, vorgeführt. Ein Einwurf von rechts bekommt Damantang Camara auf den Kopf sein Gegenspieler Martin Rennert und Keeper Brian Gheorghiu staunen Bauklötze, statt einzugreifen, 1:0 (17.). Gleich der nächste Konter sitzt, wieder Camara, wieder Tor, 2:0 (19.). Aus Sachsen dringt per SMS die Nachricht durch, dass der FCC-Aufstiegskonkurrent Chemnitz in Dresden 0:2 hintenliegt. Puh!

Jena tritt weiter völlig entmutigt auf, nur der äußerst urlaubsreife Sebastian Fries trifft aus der Distanz das Tor allerdings das Hockeytor auf einem weit entfernten Kunstrasenplatz (24.). Camara macht es besser, nach 39 Minuten den Hat-trick perfekt, 3:0 für TeBe. Entsetzlich! Pause.

Vom Ergebnis aus Dresden erfahren Jenas Kicker nichts dafür gibt es eine tüchtige Kabinenpredigt des Cheftrainers. Eingedenk der schlechtesten Halbzeit der ganzen Spielzeit ist diese auch nötig.

Gleich nach dem Anpfiff geht Berlins Caner Özcin solo auf Jenas Gehäuse zu, verzieht freistehend (51.). Dieses Nicht-4:0 weckt dann endlich diese Mannschaft. Fürderhin gewinnen sie Sicherheit durch Halten des Balles in den eigenen Reihen, suchen geduldig die Lücken in des Gegners Abwehr. Die erste bietet sich Florian Giebel. Der kann dann auch nur durch ein Foulspiel gestoppt werden, den Strafstoß verwandelt Daniel Kornagel ganz sicher in die rechte Robben-Ecke, 3:1 (63.). Der FCC ist wieder da.

  • Mehrweg-Aufstiegs-T-Shirts: Die für 2011 vorbereiteten Hemden wurden einfach überflockt. Foto: Michael Ulbrich Mehrweg-Aufstiegs-T-Shirts: Die für 2011 vorbereiteten Hemden wurden einfach überflockt. Foto: Michael Ulbrich
Erst recht dann, als Adrian Ademi, zur Pause eingewechselt für den völlig desolaten Sebastian Alles, nach 75 Minuten einen Ball von rechts zum 3:2 in die Maschen spitzelt. Nun haben Jenas wilde Kerle die Witterung der Morgenluft vollends aufgenommen. Ruhig spielen sie Angriff um Angriff auf das Berliner Tor, unbeirrt erkämpfen sie sich verlorengegangene Bälle wieder und probieren es geduldig weiter. Timo Goldammer dribbelt von der linken Seite in die Box der Hausherren, bekommt dort einen deftigen Schlag gegen die Schienbeinschoner. Elfmeter, der zweite. Fünf Minuten vor dem Ende haben die Jenaer die große Gelegenheit zum Ausgleich. Wieder tritt Kornagel an, wieder wählt er die berühmte Robben-Ecke doch diesmal zischt das Leder am rechten Pfosten vorbei. Statt Jenenser Doppelpack-Korni-Jubel herrscht Schockzustand.

Mark Zimmermann, der Trainer, schaut zur Bank. Da steht eine Kiste mit T-Shirts. "Aufsteiger", steht drauf. Die Kiste stand 2011 schon parat, als der Coup misslang. Die T-Shirts sind die selben, die Jahreszahl ist überflockt. Müssen die Hemden etwa wieder ins Lager?

Florian Giebel hat etwas dagegen. Der Krimi der Zimmermänner geht weiter. Die letzte Minute läuft, das Leder hat er am Fuß. Er geht zur Grundlinie, will flanken. Sein Berliner Gegenspieler Fabian Runge fällt zu Boden, bekommt die Kugel irgendwie an die Hand. Der Schiedsrichter sieht nichts, sein Adjutant Cornelius Grigoleitis wedelt aber mit dem Wimpel. Ein Pfiff. Elfmeter. Wer schießt? Die etatmäßigen Schützen Schneider und Alles sind ausgewechselt, Kornagel hat gerade verschossen, andere verziehen sich auf leisen Sohlen Richtung Mittellinie. Nicht Tino Schmidt. Er positioniert das Streitobjekt auf dem Punkt. Er läuft an. Er schießt ein. Halbhoch. Links. 3:3. Jenas Jubeltraube macht es sich auf der Aschenbahn gemütlich.

Handballer Runge kassiert Gelb und gleich noch Gelb-Rot, weil er dem Schiedsrichter die Meinung geigt. Der Gastgeber wird immer aggressiver allerdings nur verbal. Den Jenaern ists egal. Kurz darauf sind Giebels Arme wieder oben, zuckt Schmidt ein letztes Mal zusammen. Kräftig und unüberhörbar: ein Pfiff. Der Abpfiff.

  • Jena: Gheorghiu - Giebel, Rennert, Grösch, Kornagel - Goldammer, Andris (88. Weber) - Schneider (32. Strohonov), Alles (46. Ademi/GK), Schmidt (GK) - Fries (69. Barth, RK).
  • Schiedsrichter: Jan Seidel (Hennigsdorf).
  • Zuschauer: 61.
  • Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Camara (17., 19., 39.), 3:1 Kornagel (63., FE), 3:2 Ademi (75.), 3:3 Schmidt (90., HE).

Michael Ulbrich / 12.06.12 / tag
Z81C6CB420764
Canonical URL
Kommentare
12.06.12 - 20:50
Guerti
Lieber Herr Ulbich, bitte, BITTE, zeigen Sie wenigstens ab und an mal, dass Sie ein journalistisches/germanistisches Studium abgeschlossen haben. Dieser 7.-Klasse-Sommerferienaufsatz-Stil ist unerträglich. Manchmal vermisse ich die Vor-Raue-Zeiten, als ein Bericht noch ein Bericht war.
12.06.12 - 16:55
klaus sänger
Gratulation An alle Beteiligten für diesen grandiosen Aufstieg, meine herzliche Gratulation. Nächste Spielsaison wird aber noch viel härter. Jetzt aber, wird gefeiert ! Sportliche Grüße
 
Das könnte Sie auch interessieren
Aktuelle Sportnachrichten
Neueste Sporttabellen
Fußball-Tabellen und Ergebnisse
Linktipps