Bauhaus-Student in Weimar will ins Guinessbuch der Rekorde
Porträt
Wird Weimar bald als Austragungsort eines Weltrekordes im legendären Guinnessbuch stehen? Zumindest wurde hier schon ein Weltrekord gebrochen:
Wird Weimar bald als Austragungsort eines Weltrekordes im legendären Guinnessbuch stehen? Zumindest wurde hier schon ein Weltrekord gebrochen.
Dieser als TV-Sendung organisierte Tag prägte den heute Neunzehnjährigen maßgeblich: Schon im Alter von sieben Jahren sah er den "Domino Day" zum ersten Mal im Fernsehen und beschloss daraufhin, selbst solche Kettenreaktionen zu erstellen. Regelmäßig baute er an den Wochenenden das Wohnzimmer seiner Eltern mit Dominosteinen zu. Doch damit ist jetzt Schluss: Seit September wohnt er in Weimar, denn er studiert Medieninformatik an der Bauhaus-Universität. Die Fachrichtung ist Domino-Tim, wie er sich selbst auf seiner Internetplattform bezeichnet, auf den Leib geschrieben. Erfahrungen im Bereich der Informatik sammelte er bereits: Auf seiner selbst erstellten Seite www.domino-tim.de präsentiert er Videos, Bauanleitungen, Software zum Planen von Dominobildern und viele weitere Informationen für jedermann rund um die fallenden Steine. Kann tatsächlich jeder eine solche Kettenreaktionen aufbauen? Mit Geduld, Willenskraft und einer ruhigen Hand sei das prinzipiell möglich, glaubt Tim Weißker. Aber um einen Weltrekord zu brechen, bedarf es wirklich guter Nerven und einiger Erfahrung: "Die größte Schwierigkeit bestand darin, mit der Beschaffenheit der Mini-Dominos zurecht zu kommen. Unebenheiten an den Kanten der Plastiksteine erschweren den Aufbau deutlich. Das Projekt ist durch äußere Einflüsse immer wieder eingefallen", erinnert sich der Weltrekordler. Nach dem etwa dreißigstündigen Aufbau tippte er am Wettkampftag den ersten Mini-Dominostein an und löste so die Kettenreaktion aus. Bis der 1585. Stein fiel. Der Weimarer Notar Eckhard Froeb stellte die Einhaltung der vorgegebenen Richtlinien sicher und schickte das beglaubigte Protokoll nach London.
Damit Tims Leistung im nächsten Guinnessbuch der Rekorde erscheint, braucht er dennoch etwas Glück. Weißker spricht da aus Erfahrung: "Es gleicht einem Glücksspiel, im Guinness Worlds Records 2012 veröffentlicht zu werden." Im September stellte er nämlich seinen ersten Weltrekord auf allerdings nicht mit Dominosteinen: 5969 konventionelle CD-Hüllen ließ er in einer Kettenreaktion fallen. In der Turnhalle seines ehemaligen Gymnasiums in Bamberg überbot er damit den bisherigen Rekord von 5000 Stück. Warum er damit nicht in das 2011er Buch aufgenommen wurde, hat Tim Weißker offiziell nicht erfahren. "Wahrscheinlich war der Rekord nicht interessant genug", vermutet er. Dabei war es erforderlich, die Hüllen aufzuklappen, damit sie nicht gleich wieder umfielen. Immerhin zwanzig Stunden brauchte er, um die knapp 6000 CD-Hüllen aufzustellen, erinnert sich Tim Weißker. Die Mini-Dominos waren noch schwerer zu beherrschen und schon einmal als Rekord anerkannt. Zwei Gründe, die Tim Weißker und Weimar auf einen Eintrag ins Rekord-Buch Hoffnung machen können.