Henrik May führt die erste Skischule in Namibia
Doch mit der Wende kam der Bruch. Vielleicht lag es an der neu gewonnenen Freiheit, der Möglichkeit, sich ausprobieren zu können. Henrik gab den Leistungssport auf, wurde Polizist - und über die Zeit immer unzufriedener. "Ich spürte tief im Inneren, dass es das noch nicht gewesen sein konnte", erinnert er sich.
Fünf Jahre später, nach zahlreichen schlaflosen Nächten, packte er seine Sachen und wanderte gemeinsam mit den Eltern aus. Im fernen
Ein Neuanfang ohne Skispaß, ohne Abfahrten und ohne Touren durch den Schnee. Stattdessen bauten sie gemeinsam auf drei Hektar Land eine Gästefarm auf. "Das war ein Knochenjob, jeden Tag arbeiteten wir in unserem
Was unter der Sonne
An diesem Tag, im August des Jahres 2002, wurde das Skifahren wieder zu seinem Lebensinhalt. "Von da an habe ich ununterbrochen an der Lauffläche der Bretter getüftelt", erzählt Henrik. Seine Oma habe ihm zu diesem Zweck immer wieder Wachs aus dem fernen
Aus der auf den ersten Blick spinnernden Idee ist mittlerweile ein kleines Geschäft geworden. Henrik May hat das Restcamp verkauft und konzentriert sich nur noch auf seine Skischule. Neben den rasanten Abfahrten bietet er auch diverse Touren durch die Wüste an. "Skifahren im Sand ist ähnlich wie Tiefschneefahren - nur sinkt man nicht so leicht ein", erklärt er das Geheimnis der Sportart. Und noch ein Tipp hat er: "Man sollte weniger die Kanten einsetzen, sonst ist ein Sturz unausweichlich." Aus eigener Erfahrung weiß er, dass der Sand bei einem Aufprall mit hoher Geschwindigkeit hart wie Beton ist.
Doch was wäre die beste Geschäftsidee ohne Werbung, das weiß auch Henrik May. Öffentlichkeitswirksam stellte der Thüringer deshalb im vergangenen Jahr einen Abfahrtsrekord im heißen Sand der
Zuvor hatte er auf Tourenski die Südnamib durchquert, vom Atlantik bis Sossusvlei. "Ein absolutes Abenteuer, aber ich habe erkannt, dass diese Touren für Touristen nicht geeignet sind." Die Logistik über solche Entfernungen sei zu aufwendig. Auch kleinere Rückschläge gehören eben dazu.
Henrik May ist ein Besessener - im positiven Sinne. "Ich will zeigen, dass man fast jede noch so verrückte und ausgefallene Idee umsetzen kann", erklärt er. Derzeit versucht er ein Fun-Langlaufrennen vorzubereiten. Zu diesem Zweck ist er von
Ein Thüringer bleibt im Herzen eben immer ein Thüringer. "Auch wenn ich schon so lange fort bin, hänge ich doch an der Region", verrät May zum Abschluss. Und manchmal träumt er unter der heißen Sonne
Am Freitag, den 4. Februar, ist Henrik May zu Gast in der Fernsehsendung "Unter uns" - ab 22 Uhr im mdr.
