Im Mars-Rover arbeiten Dioden aus Thüringen

  • Die Rover Environmental Monitoring Station (REMS) soll unter anderem Windgeschwindigkeiten, Luftdruck und UV-Strahlung ermitteln. Die Rover Environmental Monitoring Station (REMS) soll unter anderem Windgeschwindigkeiten, Luftdruck und UV-Strahlung ermitteln.
Zahlreiche Fertigungs- und Forschungseinrichtungen im Freistaat haben sich mit ihren Dienstleistungen für die Raumfahrt einen Namen gemacht.
Erfurt. Wenn der Mars-Rover "Curiosity" den Roten Planeten erforscht, dann kommt auch Thüringer Technik zum Einsatz. An Bord des Fahrzeugs sind Dioden der ifw optronics GmbH in Jena - und diese rund acht Millimeter kleinen Teilchen messen die gefährliche UV-Strahlung.

"Dadurch können die Experten herausfinden, unter welchen Bedingungen Leben auf dem Mars möglich ist", erklärt Peter Eisenhardt, Leiter der Produktion und Entwicklung der Firma. Stärke und Intensität des UV-Lichts werde in elektrische Signale umgewandelt.

Die Fotodioden, insgesamt sind sechs Stück verbaut, sind Teil der Wetterstation "REMS", die von Experten aus Spanien realisiert wurde.

Die iwf optronics, ein Tochter-Unternehmen des Günter-Köhler-Instituts, hatte bereits im Jahr 2003 ähnliche Bauteile für den Einsatz bei der Beagle-2-Mission bereitgestellt. Deshalb holte sich das spanische Institut für Astrobiologie erneut die Unterstützung der Thüringer. "Eigentlich unterliegt der Auftrag der Geheimhaltung - jedoch hat die Nasa jetzt selber Informationen zu dem Vorhaben veröffentlicht", erklärt der 59-jährige Eisenhardt weiter.

Auf jeden Fall sei die Fertigung ein absolutes Prestigeprojekt. Ob auf dem Mars alles funktioniert, werde sich jedoch erst in einigen Tagen zeigen.

In Thüringen haben sich über die Jahre zahlreiche Fertigungs- und Forschungseinrichtungen im Bereich der Raumfahrt etabliert. Immer wieder werden spezielle Komponenten entwickelt, die auf den Reisen durchs All großartige Dienste leisten.

Multispektralkamera für Sigmund Jähn

Das Infrarot-Teleskop James Webb, das die Nasa voraussichtlich im Jahr 2018 starten will, wird ein absolutes Wunderding. Durch seine technische Ausstattung kann es in die Vergangenheit zurückblicken - und unser lückenhaftes Wissen über den Urknall erhellen.

Die Spezialisten des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena haben für das Teleskop einzigartige Spiegel hergestellt, die das Sternenlicht umleiten sollen. Das Besondere daran: Die Reflektoren bestehen nicht wie üblich aus Glas - sondern aus außergewöhnlichen und beständigen Metalllegierungen.

Hinzu kommt ein aufwendiger Beschichtungsvorgang, das sogenannte Sputtern, um die Stabilität und optische Wirkung des Miri-Spiegel (Fachbegriff: Mid InfraRed Instrument) zu optimieren.

Ob Beagle 2, ob Spirit oder Opportunity - Thüringer Technik ist an Bord aller drei Mars-Landegeräte, die mehr oder weniger glücklich auf dem Roten Planeten arbeiteten. Das Unternehmen Micro-Hybrid Electronic in Hermsdorf hat für die sogenannten Spektrometer an Bord Bauteile zugeliefert, die alle Arten von Daten aufbereiten und zur Erde leiten sollten.

Weltraumforschung auch in Südthüringen. Als jüngst der Satellit TET-1 vom Weltraumbahnhof Baikonur gen Himmel strebte, war auch ein Experiment der TU Ilmenau mit an Bord. Während der Erdumkreisung soll untersucht werden, ob sich neue keramische Mikrowellenschaltkreise für den späteren Einsatz eignen.

Thüringer Technik im All hat Tradition. Als der Vogtländer Sigmund Jähn an der Seite des sowjetischen Kommandanten Waleri Bykowski als erster Deutscher ins Weltall flog, hatte er beispielsweise eine spezielle Kamera im Gepäck. Die Multispektralkamera, kurz MKF-6 genannt, lieferte dank ihrer insgesamt sechs Objektive gestochen scharfe Bilder von der Erdoberfläche. Die Wiege der Hochleistungs-Kamera stand im VEB Carl Zeiss Jena.

Dessen einzigartiges Know-how, ergänzt durch Neuentwicklungen, macht sich heute die Jenaoptronik GmbH zunutze. Im Jahr 1991 neu gegründet, setzt das Unternehmen die Tradition fort und zählt inzwischen zu den 50 größten Raumfahrtbetrieben in der Welt.

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Peter Rathay / 07.08.12 / TA
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Kommentare
08.08.12 - 07:39
Wolfgang
ER kann auch eine Tafel anbringen -IN THÜRINGEN (ERDE)-WERDEN DIE NIEDRIGSTEN LÖHNE GEZAHLT!-ist ja für die TA kein Thema wert!!!!
 
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