MDR rechnet mit Millionenverlusten

  • Nach 15 Jahren will der MDR die Fernseh-Gala "Krone der Volksmusik" absetzen wegen des sinkenden Anteils echter Volksmusik. Moderator Gunther Emmerlich äußerte sich gelassen, da es die Sendung nur einmal im Jahr gab. Archivfoto: Peter Riecke Nach 15 Jahren will der MDR die Fernseh-Gala "Krone der Volksmusik" absetzen wegen des sinkenden Anteils echter Volksmusik. Moderator Gunther Emmerlich äußerte sich gelassen, da es die Sendung nur einmal im Jahr gab. Archivfoto: Peter Riecke
Rundfunkräte diskutierten mittelfristige Finanzplanung des Senders und warnen vor Schwarzmalerei. Auch nach der Umstellung des Gebühreneinzugssystems der GEZ rechnet der Mitteldeutsche Rundfunk für die kommende Gebührenperiode mit Millionenverlusten.
Erfurt. Jüngst informierte die Intendanz den Rundfunkrat über ein kalkuliertes Minus von rund 69 Millionen Euro in den Jahren 2013 bis 2016. Die Rücklagen des Senders könnten bis 2016 von derzeit über hundert auf nur noch 25 Millionen Euro abschmelzen.

Profitieren wird der Sender zwar von der Umstellung der Teilnehmergebühren auf eine verbindlich abzuführende Haushaltsabgabe. Gewaltig ins Kontor schlagen den Planungen zufolge vor allem ein Anstieg der Personalkosten des Senders um mehr als 20 Millionen Euro gegenüber der aktuellen Gebührenperiode, die Ende des Jahres planmäßig auslaufen wird.

Auch der Anteil, den der MDR an die ARD-Familie zur Finanzierung der Sportgroß- veranstaltungen wie Olympia oder Fußball-Europameisterschaften überweisen muss, belastet die Jahresergebnisse.

In den vergangenen Monaten hatte Intendantin Karola Wille daher immer wieder die Notwendigkeit eines strikten Sparkurses betont. Aus Kreisen des Rundfunkrates bemängelt wurde jedoch der Umstand, dass ähnliche Kalkulationen in den Vorjahren sich im Nachhinein stets als zu pessimistisch herausgestellt hätten.

Der MDR hat sich ebenso wie andere öffentlich-rechtliche Sendeanstalten in der Vergangenheit schon immer vorsorglich schlecht gerechnet. Damit sollten jeweils weitere Gebührenerhöhungen begründet werden", hieß es aus Teilnehmerkreisen. Wenn es dann regelmäßig anders gekommen ist, wurde das als Erfolg der hausinternen Sparbemühungen gebucht, hieß es weiter.

Und so liege auch diesmal der Verdacht nahe, dass der prognostizierte Verlust in der errechneten Höhe nicht eintreten werde. So deuten sich bereits jetzt Mehreinnahmen von bundesweit 200 Millionen Euro bei den GEZ-Gebühren an. Diese Annahmen seien in die Berechnungen des MDR noch nicht eingeflossen.

Zwischen vier und acht Millionen Euro nehmen laut mittelfristiger Finanzplanung die Senderverantwortlichen infolge des neuen Abrechnungs-Modus pro Jahr zusätzlich ein.


Matthias Thüsing / 02.08.12 / TA
Z82C81N090253
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Kommentare
02.08.12 - 20:00
Wolfgang
Der ARD-Seher ist durchschnittlich 65 Jahre alt(Spitze der BR mit 67)!Da ist das Programmschema einseitig ausgerichtet!Liegt dort der Fehler?
02.08.12 - 11:18
Fernsehverweigerer
Dem MDR als Propaganda- Organ der etablierten reaktionären Parteien verbunden mit einem sehr schlechten Programmangebot sollten die GEZ- Mittel erheblich gekürzt werden oder ist es etwa gerecht, wenn der Bürger für seine Volksverdummung noch bezahlen und Indentanten mit ihren monatlichen Bezügen weit über denen der Bundeskanzlerin liegen.
02.08.12 - 07:29
uwe ostertag
man plant im voraus zig verluste ein, weil man weiterhin der verschwendungstaktik front, un der hoffnung, dass die GEZ mafia wieder höhere gebühren verlangt. eben wie in der politik, wirtschaftlich effizientes agieren ist fremd
 
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