Rotstern meldet Insolvenz an

  • Werksverkauf von Rotstern im Gewerbegebiet Thörey bei Arnstadt. Im Bild: Sabrina Haun vom Bereich Marketing Schokolade. Foto: Christoph Vogel Werksverkauf von Rotstern im Gewerbegebiet Thörey bei Arnstadt. Im Bild: Sabrina Haun vom Bereich Marketing Schokolade. Foto: Christoph Vogel
Der Ichtershäuser Süßwarenhersteller Rotstern ist pleite. In der vergangenen Woche wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet. Seit Montag ist der Erfurter Rechtsanwalt Rolf Rombach als vorläufiger Verwalter mit dem Verfahren betraut. Betroffen ist auch die Chocolaterie bei den Feengrotten in Saalfeld.
Arnstadt/Saalfeld. Die Löhne der 29 Mitarbeiter seien zunächst gesichert. Die Angestellten erhalten für die kommenden zwei Monate Insolvenzausfallgeld.

Einen geeigneten Investor zu finden und die Arbeitsplätze zu sichern, seien nun die obersten Ziele. Einige Interessenten gebe es laut Rombach schon. Neben den eigenen Mitarbeitern könnten auch 135 Beschäftigte der Caritas von der Insolvenz betroffen sein. Sie verpacken die Rotstern-Produkte. 

Die Produktion gehe vorerst normal weiter, sagte Rotstern-Geschäftsführer Hans-Uwe Alsen am Mittwoch. Grund für das Insolvenzverfahren sei eine drohende Zahlungsunfähigkeit.

Davon betroffen ist auch die Chocolaterie bei den Feengrotten in Saalfeld, die zu Rotstern gehört. Nichts mit Rotstern mehr zu tun hat das Saalfelder Schokoladewerk, das 2002 zum belgischen Schokoladenhersteller BarryCallebaut wechselte. Seit vergangenem Herbst heißt der Eigentümer dieses Schokoladewerkes Sweet Products mit Sitz ebenfalls in Belgien.

Rotstern gehörte einst zu den größten Schokoladenherstellern der DDR. 1955 war VEB Rotstern Saalfeld zur Produktion von Tafelschokoladen und Pralinen gegründet worden. Von 1966 bis 1989 arbeitete das Unternehmen unter dem Namen VEB Thüringer Schokoladenwerke. Unter der Marke wurde 95 Prozent der im Land hergestellten Schokolade produziert. Zu den bekanntesten Produkten gehörte die "Schlager Süßtafel". 2002 hatte Alsen Rotstern der Stollwerck AG abgekauft.

Das Unternehmen produziert seine Schokoladen und Pralinen nach eigenen Angaben auch speziell für Fußballvereine u.a. für die Deutsche Fußballbundesliga, wie FC Bayern München, Schalke 04, Borussia Dortmund, Werder Bremen oder Hamburger SV.

Rolf Rombach, der vorläufige Verwalter in dem Insolvenzverfahren, ist Präsident des Fußballclubs Rot-Weiß Erfurt.


Saskia Fritsche / 13.06.12 / tag; dapd
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Kommentare
05.12.12 - 19:30
Fischer
Der Name Anfang der 90 ziger Jahre freie Markenname "Rotstern" wurde von den 2 ehemaligen Staatssicherheitsoffizieren Hans-Uwe Alsen; geb.am 17.05.1957; Leitender MfS Mitarbeiter und Leiter Referat XX/A - Auswertung und Information)und Peter Mörstedt; geb. am 26.04.1953; Stasiabteilung XX/6 (siehe Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienste der ehemaligen DDR und www.stasi-in-erfurt.de/UG-HaM.htm)gekauft. Marketing- und Vertriebskonzepte wurde von Studenten der ehemaligen Hochschule der Staatssicherheit in Potsdamm, heute FDS, erstellt. Gefertigt wurden Produkte u.a. in China und mehreren anderen osteuropäischen Staaten der EU. Erst nach dem Kauf der insolventen Saalfelder Feenconfiserie wurde wieder in Thüringen produziert.Fazit: Nachfolge-Unternehmen der aufgelösten StaatsicherheitWarum besetzten Frauen 1989 die 1.Stasizentrale der DDR? Ganz abgesehen davon wurde für die Produktion extrem viel Zucker verwendet
13.06.12 - 23:08
wei
Gelbstern ,das ist richtig-Saalfeld ist nicht betroffen-- das hier ist nur eine Abfüll-bzw Verpackungseinheit.Was insgesamt sauer dabei aufstößt sind die 135 -Leiharbeiter- Das sind für Rotstern keine Verluste.Ich hatte das schon mal angesprochen.Leiharbeit ist das sogenannte - Contracting-Prinzip - die übelste Sorte von Geschäften auf dem Rücken von Dritten,nämlich von Leiharbeitern.Dabei werden für den Leiharbeiter Preise ausgemacht und durch zwei Gesellschaften abgeschlossen.Anschliessend der Leiharbeiter durch Vertrag als Dritter eingebunden.Egal wie man das sieht-es ist und bleibt Betrug
13.06.12 - 20:46
Andreas Jung
Wozu hat die Caritas 135 Beschäftigte für die Verpackung von Produkten dieser Firma eingesetzt? Bietet die Caritas jetzt auch schon Leiharbeiter an oder wie ist das zu verstehen? Welchen Stundenlohn haben diese Personen denn erhalten?
13.06.12 - 16:27
Ralf
@ machnig übernehmen sie wenn man keine ahnung hat, besser einfach mal nichts schreiben. bei schlecker sind überhaupt keine öffentlichen geldspritzen geflossen. es sollte eine transfergesellschaft gegründet werden, die von der schleckertochter in spanien finanziert werden sollte, da spanien mit gewinn lief. es ging lediglich um eine bürgschaft der bundesländer über 70 mio., falls schlecker spanien auch bankrott geht. schlecker spanien schreibt nach wie vor gewinne und ist nicht bankrott. also erstmal informieren, dann senf abgeben. rotstern hat keine auslandsniederlassungen, die man anzapfen könnte!
13.06.12 - 15:55
Machnig übernehmen Sie!
Hier ist jetzt dringend eine Landesbürgschaft oder eine andere öffentliche Geldspritze gefordert. Wer bei Schlecker klotzt, der darf bei Rotstern nicht kleckern.
13.06.12 - 14:49
Gelbstern
Kann es sein, dass es sich bei dem Unternehmen in Ichtershausen um eine eher kleines Vertriebsbüro handelt? Markenname Rotstern gekauft und Schokolade selbst von eine Fremdfirma (in Saalfeld) bezogen. Die Produktion in Saalfeld ist von der Insolvenz nicht betroffen. Dort dürfte auch weiterhin eine der größten Schokoladenfabrikanten Deutschlands prodzieren, u.a. auch auf den geraubten DDR Maschinen. Im Endeffekt nicht schlimmes. Es wird weiterhin die Rotstern Schokolade zu kaufen geben (notfalls von einer anderen Firma), vllt mit ein paar Monaten Pause. Falls ich falsch liege, bitte korrigieren.
13.06.12 - 14:08
nauz1
Seit 1955 hat ROTSTERN in der maroden DDR produziert und sich immer weiter entwickelt. Die Produkte wurden gern gekauft. Im "besseren" Deutschland schon 2x den Eigentümer gewechselt und nur negative Entwicklung bis zur Insolvenz genommen. Stollwerk hat die modernen Maschinen "geräubert" und dann ging es nur bergab. Die DDR hat es nicht geschafft den Fertigungsstandort von der 1855 gegründeten Mauxion Schokoladenfabrik zu beseitigen,im "bessere" Deutschland dauerte es nur 20 Jahre. Pravo Frau Lieberknecht, dass Sie so eine Wirtschaftspolitik im schönen Thüringen zu lassen. Aber Sie gehören ja der "christlich" geprägten Interessengruppe CDU an, die so auf soziale Marktwirtschaft setzt. Es gibt ja Insolvenz-Ausfallgeld, nicht ein Leben lang wie Althaus sein Ruhegeld, sondern nur 2 Monate....!!! Prima! Alle sind gleich,nur Wenige sind gleicher...!
13.06.12 - 12:23
Schokomaus
@Blaustern: Bist wahrscheinlich aus dem Westen - keine Ahnung von Mitteldeutschland. Ich kaufe ein Produkt jedenfalls nicht wegen des Namens oder irgendwelcher dummblöden Assiziationen, sondern weil es mir was bringt. Und Rotstern Vollmilch-Schokolade ist die wohlschmeckendste Schokolade, die unter den vielen anderen Schokoladenherstellern in den Regalen der Märkte liegt.
13.06.12 - 12:21
nerz
Blaustern:Selten solchen Blödsinn gelesen! Wie wäre es mal mit nachdenken?? setzen -sechs!!
13.06.12 - 11:11
Heinz
Rotstern hatte die besten Pralinen, die habe ich immer gekauft und auch in die alten BL geschickt. Dort waren sie nämlich nicht zu kaufen. Es ist sehr schade, wenn diese Produkte nicht mehr geben sollte und die Marke und Rezepturen in den Einheitsbrei von Sarotti & Co. übergehen.
13.06.12 - 10:34
Hier hat Zukunft Tradition
Sehr sehr schade, ich hoffe die Marke und die Produkte bleiben erhalten.
13.06.12 - 09:45
Blaustern
marketing-technisch ist doch der name rotstern schon ein griff ins klo. viele kunden müssen dabei unweigerlich an die ddr denken und kaufen schon deshalb das produkt nicht - unabhängig, ob es gut schmeckt oder nicht.
13.06.12 - 09:33
A­ltersrentner
Schade. Ich kaufe diese Produkte sehr gern. Rufen wir doch nach einer Auffanggesellschaft. Oder sind das zu wenige Mitarbeiter, die von der Arbeitslosigkeit bedroht sind. Wo ist die Gewerkschaft, die sich bei Schlecker ja so produziert?
 
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