Der Windpark Alpha Ventus in der Nordsee vor Borkum, Niedersachsen. Foto: dapd
Die Bundesnetzagentur prüft derzeit, ob zwei weitere Stromtrassen durch Thüringen. gebaut werden müssen. In ihrem Netzentwicklungsplan hatten die Netzbetreiber den zwei Leitungen zwischen Lauchstädt in Sachsen-Anhalt und Meitingen in Bayern und von Altenfeld in Thüringen nach Grafenrheinfeld in Bayern beantragt.
Erfurt. Beide würden durch Thüringen verlaufen, bestätigte der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann, am Freitag in Erfurt. "Bisher steht aber nicht fest, ob diese Trassen überhaupt gebaut werden." Die Agentur und die Technische Universität Graz würden die Notwendigkeit jeder beantragten Verbindung untersuchen. Schon in dieser frühen Phase der Planung wolle man die Thüringer einbeziehen, kündigte Homann bei einem Bürgerdialog in der LEG an. Ob und wo die Trassen gezogen werden, wer betroffen sein wird, ist noch unklar. Homann weiß das und erklärt, es werde noch "relativ abstrakt durch die Start- und Endpunkte der künftige Stromübertragungsbedarf von A nach B dargestellt. "Nicht jedoch der Trassenverlauf." Die Experten der Bundesnetzagentur stellten in Erfurt die Grob-Planungen vor und erläuterten, warum der Netzausbaus nötig ist.
Die stehende Begründung: künftig müsse Strom von den Windkraftparks vor den Küsten in den Süden geschafft werden. Die Kohlekraftwerke in der Lausitz und die KKW in West und Süddeutschland genügten dem Energiebedarf nicht mehr. Thüringens Landesregierung setze vor dem Bau neuer Leitungen quer durch den Freistaat auf die Ertüchtigung vorhandener Netze, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig
(SPD): "Wir müssen prüfen, ob im Bau befindliche Leitungen ausgeweitet werden können, um weitere Trassen überflüssig zu machen". Um das Ziel der Energiewende zu erreichen, führe kein Weg um einen Netzausbau herum. Vor allem im Thüringer Wald regt sich massiv Widerstand gegen neue Stromtrassen und die damit verbundenen Schneisen. Auch gegen den laufenden Bau der Trasse von Vieselbach nach Bayern läuft noch eine Klage.
Thüringens Landesregierung sieht für eine Internationale Bauausstellung (IBA) im Freistaat keine Hindernisse mehr. Das Kabinett habe eine von seinem Ministerium erstellte Machbarkeitsstudie am Dienstag abgesegnet, sagte Bauminister Christian Carius (CDU) in Erfurt.
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