Ingo Glase weiß, wie lecker der Verzicht auf Kohlenhydrate sein kann

87,1 – selten habe ich mich über diese Zahl so gefreut wie heute. An der Zapfsäule der Tankstelle sorgt sie eher für Frust, auf der Waage für eitel Sonnenschein. Vor etwa sechs Wochen stand dort nämlich noch eine 94. Innerhalb dieser Zeit habe ich tatsächlich rund sieben Kilogramm Gewicht verloren. Nicht durch übermäßigen Verzicht, Hunger und Nahrungsverweigerung, sondern allein durch konsequentes Weglassen von Kohlenhydraten. Ich weiß nicht, ob es eine besonders gute Idee ist, welche Folgen das haben könnte oder wie lange man das machen sollte. Ich möchte auch niemanden auffordern, es nachzumachen. Andererseits ist „Low Carb“ eine beliebte Diät-Form. Aber das muss jeder selbst entscheiden.

Wir (zusammen ergibt es einfach mehr Sinn) verzichten also seit mehreren Wochen auf Kohlenhydrate, wo es nur geht: keine Nudeln, keine Kartoffeln, kein Mischbrot, keine Brötchen, keine Klöße, keine Pizza. Und das Schlimme ist – so richtig fehlt uns das nicht.

Denn zum Frühstück gibt es nun Filinchen, Pumpernickel, Walnuss- oder Eiweißbrot, zum Abendessen gebratenes Fleisch oder gedünsteten Fisch mit Salat oder auf Gemüse, Muffins oder Kräuteromelett aus Ei und Pilzen, Spitzkohlpfanne mit Hack – eigentlich alles wie immer, nur ohne typische Beilagen.

Gestern gab es statt Burger und Pommes Hamburger-Rolle: Backpapier mit angerösteten Sesam- und Kreuzkümmelsamen bestreuen, Teig aus etwas Reibekäse, viel Quark, etwas Salz und vier Eiern draufgießen, dünn verstreichen und goldbraun backen. Dann mit einer Soße aus Salatcreme, Joghurt, Ketchup und Senf bestreichen und mit gebratenem Rinderhack, Eisbergsalatstreifen, gewürfelten Tomaten, Gewürzgurken und roten Zwiebeln belegen. Mithilfe des Backpapiers an der langen Seite aufrollen und in Stücke schneiden. Wer braucht da noch Pommes?