Frankfurt am Main. Die Targobank bietet unter anderem ein Tagesgeld an. Wie gut sind die Zinsen im Vergleich? Wir haben uns die Konditionen angeschaut.

  • Filialbanken bieten im Vergleich zu Direktbanken oft weniger Zinsen für ein Fest- oder Tagesgeld
  • Eine Ausnahme ist die Targobank mit einem attraktiven Zinsangebot für Neukunden
  • Wir haben die Konditionen der Targobank im Vergleich mit anderen Banken unter die Lupe genommen

Trotz sinkender Zinsen für Sparer gibt es noch einige leuchtende Sterne am Himmel der Sparanlagen. Zahlreiche Banken locken Neukunden mit befristeten Zinssätzen für Tages- und Festgeldkonten. Ein kritischer Blick auf die Dauer dieser Sonderaktionen und die danach geltenden Standardzinsen ist dabei aber unerlässlich. Ein aktuelles Beispiel ist das Tagesgeldkonto der Targobank*. Wie schneidet es im Vergleich mit anderen Banken ab? Ein genauer Blick auf die Konditionen verrät mehr.

Tagesgeld im Vergleich: Wo Sparer ebenfalls attraktive Zinsen bekommen

  1. Suresse Direkt Bank bietet 3,90 Prozent Zinsen für sechs Monate*
  2. Consorsbank bietet 3,50 Prozent Zinsen für sechs Monate*
  3. Barclays bietet 3,85 Prozent Zinsen für sechs Monate*
  4. Guthabenzinsen (4 Prozent) der Broker Trade Republic* und Scalable Capital*
  5. Das Leitzins-orientierte Cashplus-Konto von Unitplus*

Die Konditionen der Targobank:

EigenschaftDefinition
Zinssatz3,55 Prozent für das erste Tagesgeldkonto für 6 Monate – danach variabler Zinssatz.
Maximalbetrag für SonderzinsBis zu einer Million Euro
Verfügbarkeitflexibel (täglich) verfügbar
IdentifizierungPer Videochat, Post oder in der Filiale
Ein- und AuszahlungPer Überweisung oder bar an einem Targobank-Automaten
KontoführungKostenlos via Onlinebanking, Bargeldein- und -auszahlung sowie Kontoauszüge sind ebenso kostenfrei
FlexibilitätKein Mindestanlagebetrag oder Höchstgrenze
Mindestalter für KontoeröffnungAb dem 14. Lebensjahr
Zinssatz nach sechs MonatenVariabler Zinssatz von zur Zeit 0,60 Prozent
VoraussetzungBei Beantragung wird ein kostenloses internes Verrechnungskonto eröffnet – falls kein Girokonto bei der Targobank.

Das Tagesgeld der Targobank bewegt sich bei den Neukundenkonditionen im oberen Drittel. Bitter wird es nach Ende der sechs Monate. Der Basiszins von derzeit 0,60 Prozent ist im Vergleich zur Konkurrenz deutlich niedriger. Das Tagesgeld der Suresse Direkt Bank* bietet etwa auch für Bestandskunden noch 2,8 Prozent Zinsen.

Auch die Renault Bank* (2,90 Prozent) oder die TF Bank* (1,45 Prozent) bieten für Bestandskunden und Neukunden mit einer längeren Anlageperspektive bessere Zinssätze. Primus ist mit 3,50 Prozent für alle Teilnehmer die J&T-Bank* mit stabilen Zinsen für alle Kundengruppen. Auch lukrativ sind Alternativen zum traditionellen Tagesgeld wie das Leitzins-orientierte Cashplus-Konto von Unitplus* oder das auf Geldmarkt-ETFs basierende Zinssparen von Quirion.

Tagesgeld der Targobank: Nicht die besten Zinsen – aber drei Besonderheiten

Allerdings gewährt die Targobank ihren Sonderzins bis zu einer Anlagesumme von einer Million Euro. Bei anderen Banken liegt diese Grenze oft schon bei 500.000 Euro je Kunde. Daher könnte das Angebot für manche Anleger trotzdem interessant sein – etwa, wenn eine höhere Summe angelegt werden soll oder Wert auf eine Filialbank gelegt wird. Zwei weitere besondere Merkmale sind:

  • Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos ist bei der Targobank ab 14 Jahren möglich – das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt.
  • Die Targobank hat eine Niederlassung in Deutschland und fällt damit unter die deutsche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunden und Bank

Weitere Tests zu diversen Produkten und Trends finden Sie auf der Themenseite der Berliner Morgenpost.

Tagesgeld: Zins-Angebote für Sparer

BankZinssatz NeukundenLaufzeitBasiszinssatzZinsgutschriftSitz der Bank
Suresse Direkt Bank*3,90 Prozent6 Monate2,80 ProzentmonatlichSpanien
TF Bank*3,80 Prozent6 Monate1,45 ProzentmonatlichSchweden
Renault Bank direkt*3,85 Prozent3 Monate2,71 ProzentmonatlichNiederlassung in Deutschland
Barclays*3,85 Prozent6 Monate1,21 ProzentjährlichIrland (Niederlassung in Deutschland)
Consorsbank*3,50 Prozent6 bis 12 Monate1,01 ProzentvierteljährlichFrankreich
comdirect*3,75 Prozent6 Monate0,75 ProzentvierteljährlichDeutschland
Santander*3,50 Prozent6 Monate0,31 ProzentmonatlichDeutschland
J&T Direktbank*3,50 Prozent für alleFür Neu- und Bestandskunden-jährlichNiederlassung in Deutschland
1822direkt*3,30 Prozent6 bis 12 Monate0,61 ProzentjährlichFrankfurt am Main
Targobank*3,55 Prozent6 Monate0,60 Prozent(halb)jährlichDeutschland
Opel Bank*3,85 Prozent3 Monate1,50 ProzentmonatlichDeutschland
ING*3,30 Prozent6 Monate1,25 ProzentjährlichDeutschland

Datenstand:12.02.2024 | Bitte beachten Sie: Die Tabelle und die Daten hier im Artikel werden wöchentlich von unserer Redaktion aktualisiert. Kurzfristige Zinsänderungen der Kreditinstitute können unter Umständen nicht zeitnah erfasst werden. | Alle Angaben ohne Gewähr.

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Andere Anbieter, zum Beispiel die comdirect (3,75%)*, lockten Neukunden zwischenzeitlich mit Boni im Umfang zwischen 50 und 100 Euro. Vorbei. Möglicherweise auch, weil das Neukundengeschäft nach der Zinsflaute der letzten Jahre bislang hervorragend funktioniert. Die Consorsbank (3,50%)* legt die Schwelle hoch: Nur wer binnen acht Monaten mindestens 10.000 Euro als zusätzliches Depotvolumen anlegt, bekommt 150 Euro geschenkt. Sparpläne, Kontostand werden dabei u.a. nicht mitberechnet.

Beste Zinsen für das Tagesgeldkonto finden – Online-Rechner können helfen

Daher gilt – erst vergleichen und danach abschließen. Denn neben den Zinsen für Neukunden sind auch Faktoren wie die Laufzeit der Konditionen oder die anschließenden Basiszinsen relevant. Vergleichsrechner für Fest- und Tagesgeldangebote wie das Online-Tool der Berliner Morgenpost können eine gute Orientierungshilfe sein. Zur Wahrheit gehört aber auch: Noch immer sind die Zinsen für das Tages- und Festgeld vergleichsweise niedrig und liegen – wenn auch nicht mehr ganz so stark – unterhalb der Inflationsrate.

Neben der kurzfristigen Geldanlage sollten Sparerinnen und Sparer deshalb auch mittel- und langfristige Sparziele verfolgen. Eine Möglichkeit ist etwa ein Wertpapierdepot in Selbstverwaltung oder ein Broker – vier attraktive Angebote haben wir uns genauer angeschaut. Bei Wertpapieren sollte man sich aber gut einlesen und bei Bedarf einen Experten zurate ziehen. Denn anders als Tages- oder Festgeld ist das Sparen mit Aktien und Co. riskanter – dafür sind die zu erwartenden Renditen höher.

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