Gera/Saalfeld. Mitarbeiter berichten von Kündigungen bei Bad Blankenburger Traditionsunternehmen. Ein Betrieb hinterlässt riesigen Schuldenberg.

Die Welle rollt: Sage und schreibe acht Unternehmen aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt haben im Mai das Insolvenzgericht Gera beschäftigt. Neben mehreren Verfahren, die zum Teil schon über Jahre liefen, war auch die Efbe Bad Blankenburg GmbH erneut Thema am Amtsgericht - am vorletzten Tag des Monats.

Gut zwei Monate nach Beantragung des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 8. März fasste das Gericht jetzt den Beschluss auf Eröffnung wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Schuldnerin. Bis Mitte Juli sind Gläubiger jetzt aufgefordert, ihre Forderungen an die Efbe bei Insolvenzverwalter Kai Dellit anzumelden. Betroffen sind bei dem Bad Blankenburger Traditionsunternehmen 26 Arbeitnehmer, deren Löhne und Gehälter über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert waren.

Efbe-Mitarbeiter berichten von Kündigungen

„In den kommenden Tagen und Wochen werde ich mir mit Unterstützung der Geschäftsleitung einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens verschaffen“, hatte Dellit im April erklärt. „Aktuell werden die Sanierungsoptionen geprüft und die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, um Efbe von ihrer Muttergesellschaft zu lösen und nachhaltig zu sanieren.“ 

Das Ergebnis der Prüfung liegt offenbar vor, denn nach Informationen von Mitarbeitern der Efbe wurde inzwischen allen Beschäftigten der Firma gekündigt - mit Ausnahme des Prokuristen und von zwei Lagermitarbeitern. Damit sei das Schicksal von Efbe besiegelt, so die Befürchtung. Der Insolvenzverwalter ließ eine Anfrage dieser Zeitung dazu bisher unbeantwortet.

Bei Schlussrechnung bleibt wenig für Gläubiger

Weitere Unternehmen, mit deren Insolvenz sich das Gericht im Mai beschäftigen musste, sind die b + b Gerätetechnik GmbH & Co. KG aus Saalfeld, die Waechtersbacher Keramik Outlet UG Könitz, die Aurum Security GmbH Schwarzatal, die Kurras GmbH Oberweißbach, die Fischräucherei Cramer GmbH Saalfeld, die WEB SELLER Unternehmergesellschaft Bad Blankenburg und die Rudolstädter Wurst und Feinkost GmbH.

Bei letzterer Firma wurde die Schlussrechnung festgelegt. Dazu heißt es: „Für die festgestellten Forderungen in Höhe von 4.504.747,83 EUR steht ein Betrag in Höhe von 33.001,91 EUR zur Verteilung an die Gläubiger zur Verfügung“. Im Klartext: Die Firma hinterlässt einen riesigen Schuldenberg, die Gläubiger gehen weitgehend leer aus.

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