Jena. Der ehemalige Mitarbeiter einer Jugendhilfe-Einrichtung hat sexuellen Missbrauch eingeräumt. Diese Strafe droht ihm.

Im Prozess am Landgericht Gera fordert die Staatsanwaltschaft eine hohe Strafe gegen den angeklagten Sozialpädagogen aus Jena. Er hatte die Kinder seiner ehemaligen Lebensgefährtin sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material erstellt beziehungsweise in größeren Mengen besessen.

Nach Willen der Anklagebehörde muss der Mann, der in einem Jenaer Jugendtreff gearbeitet hatte, für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Verteidiger Jan Pinkes plädierte hingegen auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten für seinen Mandaten. Er verwies unter anderem auf das Geständnis und den gezahlten Täter-Opfer-Ausgleich von 4000 Euro, wonach sich eine Absenkung der Strafrahmen ergibt.

Angeklagter darf noch das letzte Wort sprechen

Zudem hätte das Opfer den Missbrauch nicht bemerkt, weil er im Schlaf geschehen sei, argumentierte der Rechtsanwalt. Das Gericht setzt die Verhandlung am 1. Juli fort. Dann ist der Angeklagte mit seinem letzten Wort an der Reihe, bevor die neunte Strafkammer unter Vorsitz von Harald Tscherner ihr Urteil spricht.

Der in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte hatte die Tatvorwürfe vollumfänglich eingeräumt. Einen Jungen habe er bereits von seiner Arbeit in einer Jugendhilfeeinrichtung in Jena gekannt. Später war er für zwei Jahre mit dessen Mutter liiert und habe danach den freundschaftlichen Kontakt zu den Kindern weiter gepflegt.

Digitalforensiker finden viel kinderpornografisches Material

„Es war irgendwann der Impuls einer Neugier da. Er hat immer nackt geschlafen, irgendwann war der Impuls vorhanden, die Bettdecke wegzuziehen“, sagt der Angeklagte. Interesse an Kinderpornografie habe er schon vorher gehabt. So erklärt sich die Menge von 12.208 kinderpornografischen und 1278 jugendpornografischen Bildern. Hinzu kommen jeweils über 1000 kinder- und jugendpornografische Videos, wobei aber ein Großteil des Materials bereits auf den Datenträgern gelöscht war. Ein Teil der Missbrauchsvorwürfe ließ sich anhand der Funde der Digitalforensiker der Thüringer Polizei aufklären.

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