Alte Braugoldbrauerei in Erfurt als Galerie auf Zeit

Erfurt  Erfurt. Kulturverein Fön lobt internationalen Kunstpreis aus und lädt am Samstag zu einer besonderen Vernissage. Kunstwerke sind bis 13. November zu sehen.

Alle Hände voll zu tun haben Katrin Lange, Thomas Gelzinnes, Thomas Schöfbauer, Dietmar Schwerdt, Alexander Zittel(von links) und weitere Helfer. Foto: Paul-Philipp Braun

Alle Hände voll zu tun haben Katrin Lange, Thomas Gelzinnes, Thomas Schöfbauer, Dietmar Schwerdt, Alexander Zittel(von links) und weitere Helfer. Foto: Paul-Philipp Braun

Foto: zgt

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Wo früher Bier gebraut und gelagert wurde und mit Braugold ein renommierter Erfurter Betrieb zu Hause war, steht heute eine Industrie-Ruine.

Hallenhohe Räume, nacktes Mauerwerk, Wanddurchbrüche, Pfeiler, Kabel und alte Fenster. Ein eindrucksvolles Innengelände an der Schillerstraße für einen Erfurter Verein, der einen Kunstpreis auslobte und nun die eingereichten Werke präsentieren will.

Der Kunst- und Kulturförderverein Fön hat zum vierten Mal Kreative aufgerufen, sich zu beteiligen. Thema: „Aus dem Tagebuch der verpassten Chancen“.

Es seien 134 Werke eingegangen, freut sich Katrin Lange vom Fön-Vorstand. „Aus Neuseeland, Österreich, der Mongolei oder den Niederlanden. Gut die Hälfte der Werke kommt aus Thüringen.“ Thomas Schöfbauer, ebenfalls vom Vorstand, ergänzt: „Alle Genres sind vertreten, Fotografie, Malerei, Grafik, Textil, Bildhauerei.“

Großes Entgegenkommen seitens des Vermieters

Verpasste Chancen und wie man damit umgeht, da seien originelle Sichtweisen zu erleben, kündigt Schöfbauer an, der bereits einige Werke gesichtet hat. „Außerdem befassen sich viele künstlerische Arbeiten mit der aktuellen Flüchtlingskrise, mit Flucht und den Ursachen, mit Migration.“

Der Jurypreis , der am 13. November verkündet wird, ist mit 700 Euro dotiert, der Publikumspreis mit 300 Euro. Es wird auch einen Fön-Spezialpreis in der Kategorie „Licht“ geben. „Wir fanden es passend, die etwas dunklen Räume zu erhellen“, sagt Katrin Lange.

Sie ist mit ihren Mitstreitern gerade dabei, die Werke auszupacken und gute Plätze zu suchen. Genug Flächen sind vorhanden. Lange hat ein paar Tage Urlaub genommen, um alles herzurichten, ebenso wie andere Vereinsmitglieder. Der Verein hat in den Vorjahren auch schon Orte wie das besetzte Haus oder die Defensionskaserne künstlerisch bespielt. Motto: „Wir lassen den Spruch nicht gelten, dass in Erfurt nichts geht. Man muss nur selbst aktiv werden.“

Besucher sind herzlich eingeladen morgen Abend in die Brauerei in der Schillerstraße, wo Kunst und Künstler warten, eine Performance, Livemusik und DJ. Eintritt: 5 Euro.

Der Vereinsvorstand ist des Lobes voll über den neuen Besitzer des Geländes, das Gemeinnützige Siedlungswerk Frankfurt. „Sie stellen uns das alles fast zum Nulltarif zur Verfügung, sind auch bei der Vernissage vertreten“, sagt Katrin Lange. „Wenn die GSW das Gelände ab 2017 neu entwickelt, dann will sie auch Räume für Kultur planen. Das finden wir toll.“

Eröffnung: Samstag, 20 Uhr. Kostenlos geöffnet ist mittwochs bis sonntags nachmittags und abends. Mehr im Internet: www.allesfoen.de

Eröffnung: Samstag, 20 Uhr. Kostenlos geöffnet ist mittwochs bis sonntags nachmittags und abends. Mehr im Internet: www.allesfoen.de

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