Weimar. Das 9. Sinfoniekonzert der Staatskapelle Weimar bietet spätromantische Musik.

Auf dem Programm stand spätromantische Musik und das „very British”. Der Abend erfüllte eine Sehnsucht nach Harmonie, ohne zu verkleben.

Die sinfonische Dichtung „Tintagel“ von Arnold Bax, führte an die Küste Schottlands. Genau gesagt nach Cornwell. Musikalisch beschrieben wird eine historische Burganlage, die über Jahrhunderte Sonne, Wind und Wetter trotzt. In dramatischen Spannungsbögen beschworen Kontrabässe, Tuba und Pauken einen Sturm hervor. Harfe, Streicher und Bläser brachen die Wolken auf und Sonnenstrahlen berührten eine naturbelassene Landschaft. Der Klang, wie ein Gemälde von Caspar David Friedrich.

Stimme mit Seele

Weiter ging die Reise mit den „Songs of Travel“ von Ralph Vaughan Williams, mit Texten von Robert Louis Stevenson. Vorgetragen wurde das Ganze von dem griechischen Bariton Aris Argiris. Durch seine Interpretation bekam jedes Wort Bedeutung. Eine Stimme mit Seele. An den gesanglich leisen Stellen war es nicht immer leicht, die menschliche Stimme über das Orchester zu legen. Aber gerade das nicht Routinierte und Zerbrechliche hat mir einen wunderbaren Reiz gegeben.

Die Leidenschaft des Wanderns im Wechselspiel zwischen Flucht und Freiheit. Harmonisch war nicht nur die Musik, sondern auch das Zusammenspiel von Orchester, Solist und Dirigent. Das hat es für mich zu einer unglaublich berührenden Wanderung der Sinne gemacht.

Alte Schule beim Dirigat

Das Dirigat von Felix Mildenberger erinnert an „Alte Schule“. Präzise, elegant, feinsinnig und allein optisch von einer besonderen Ästhetik, was sich auf die Spielweise des Orchesters übertrug.

Im dritten Teil, den „Enigma Variationen“ von Edward Elgar verschmolzen Orchester und Dirigent förmlich. Da gab es Momente der leisen Töne, die nicht von dieser Welt schienen. Der Schlusssatz war einfach nur majestätisch. Das hätte bestimmt auch der Queen gefallen. Chapeau!