Landschaftsmaler Thiele erlebte glückliche Zeiten in Arnstadt

Vor 325 Jahren wurde der Landschaftsmaler Johann Alexander Thiele geboren. Eine Gedenktafel am Haus "Zum Ritter" am Kohlenmarkt erinnert noch heute an diesen Menschen, der oft in Arnstadt war und viel für die Stadt getan hat.

Ein echter Thiele: Dieses Bild mit dem Motiv der Drei Gleichen gehört zu den Exponaten im Arnstädter Schlossmuseum. 
Foto: Hans-Peter Stadermann

Ein echter Thiele: Dieses Bild mit dem Motiv der Drei Gleichen gehört zu den Exponaten im Arnstädter Schlossmuseum. Foto: Hans-Peter Stadermann

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Arnstadt. Johann Alexander Thiele wurde am 26. März 1685 in Erfurt geboren. Sein Leben bis 1747 ist aus eigener Hand bekannt, da er einen eigenen Lebenslauf schrieb. Nach einer Buchdruckerlehre eignete sich Thiele durch Selbstunterricht das Malen und Zeichnen an. 1709 reiste er über Leipzig und Dresden nach Lüneburg. Dort trat der junge Mann in den Militärdienst ein und nahm gleichzeitig Zeichenunterricht. Thiele selbst malte Miniaturen und unterrichtete, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

1712 war er wieder in Erfurt. Durch seine Miniaturmalerei wurden die Höfe in Gotha und Weimar aufmerksam. Doch bereit 1713 ging er wieder nach Leipzig und ein Jahr später nach Dresden. Dort stellte Thiele auf Ölmalerei um und begann Landschaften zu malen. 1716 gab es den ersten Auftrag von August dem Starken.

Zwei Jahre später lernte der Maler die Arnstädterin Clara Benigna Dönicke kennen. Im Trauregister der Arnstädter Oberkirche ist am 3. November 1718 die Hochzeit des "wohlbestallten Hof- und Landschaftsmalers von August dem Starken" mit Fräulein Dönicke eingetragen.

Bis Ostern 1720 ist das Paar in Dresden und dann bis Anfang 1722 in Arnstadt. In einem Schreiben gab Thiele Arnstadt eine gute Bewertung: ". . . lebe in den geliebten Arnstadt mit meiner Herzliebsten höchst vergnügt. . ." 1726 stirbt seine Tochter in Dresden kurz nach der Geburt. Das Ehepaar reist wieder, für sechs Wochen, nach Arnstadt. Von seiner Schwiegermutter kauft Thiele das Haus "Zum roten Hirsch" am Kohlenmarkt 20, später als Gaststätte "Zum Ritter" bekannt. Gleichzeitig zahlt er die acht Geschwister seiner Frau aus. 1727 zieht das Ehepaar ganz nach Arnstadt.

Vom regierenden Fürsten Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen und von Fürstin Elisabeth erhielt Johann Alexander Thiele die Bestallungsurkunde als Betreuer der Gemäldesammlung des Fürstentums. Das Fürstenpaar und die Fürstenwitwe Auguste Dorothea sind Taufpaten bei der zweiten Tochter Auguste Albertina, die am 23. Januar 1730 in Arnstadt geboren wurde.

In dieser Zeit entstand auch sein Großgemälde vom "Zeithainer Lager", das Ostern 1731 bei August den Starken abgeliefert wurde. In der Arnstädter Zeit malte Thiele vor allem Landschaften des Schwarzburger Fürstentums, arbeitete für Auguste Dorothea sowie für die Höfe in Rudolstadt, Gotha, Weimar, Kassel, Braunschweig.

1738 wird Thiele zum sächsischen Hofmaler von König Friedrich August III. mit jährlicher Pension ernannt. Thiele zieht wieder nach Dresden. Dort stirbt seine Frau 1741. Bereits 1743 heiratet Thiele erneut in Arnstadt, und zwar die Witwe Dorothea Sophia Axt, geb. Schuhmann (Tochter des Schwarzburger Rates, Bürgermeisters und Stadtphysikus Dr. Caspar Samuel Schuhmann). Das Ehepaar lebt in Dresden und in der Ehe erblicken zwei Töchter und ein Sohn das Licht der Welt. Übrigens wird Thieles zweite Frau 1744 vom Maler Ismael Mengs porträtiert. Dieses Bild ist heute noch in der Dresdner Gemäldegalerie zu sehen.

1749 reist Thiele nach Schwerin, wo er bei Herzog Christian Ludwig II. einen Vertrag über eine Anzahl von zu malenden Bildern unterzeichnet. Doch diesen Auftrag konnte Thiele nicht mehr vollenden. Am 22. Mai 1752 verstarb der sächsische Hofmaler und Schwarzburger Landschaftsmaler Johann Alexander Thiele.

Die Staatlichen Museen Kassel besitzen ein von Johann Christian Fiedler gemaltes Bild, welches Johann Alexander Thiele zeigt. Die Bilder Thieles kann man heute noch im Schlossmuseum Arnstadt, in der Dresdner Gemäldegalerie und in Ausstellungen in Rudolstadt, Gotha, Braunschweig und Weimar sehen.

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