LKA-Besuch bei einschlägig bekanntem Neonazi im Eichsfeld

Fretterode  Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen sechs Personen aus dem extrem rechten „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“.

Gegen Mitglieder des extrem rechten Freundeskreises wird wegen der Bildung einer bewaffneten Gruppe ermittelt. Mindestens einer der sechs Beschuldigten marschierte im vergangenen August in Jena bei einer Thügida-Demo hinter dem Freundeskreis-Banner. Foto: red

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Sie werden verdächtigt, „unter Inanspruchnahme diverser Kommunikationsmittel eine bewaffnete Gruppe gebildet zu haben“. Zu den Tatverdächtigen gehört offenbar auch ein in Südniedersachsen einschlägig bekannte Neonazi, der seit einigen Monaten in Fretterode im Eichsfeld lebt, heißt es aus Ermittlerkreisen. Auch seine Wohnung wurde offenbar am Dienstagmorgen von Kräften der Polizei Göttingen, die dabei von Beamten des Landeskriminalamtes Thüringen unterstützt wurden, durchsucht.

Der Verdächtige, dem mit fünf weiteren Personen die Bildung einer bewaffneten Vereinigung vorgeworfen wird, tummelte sich in der Vergangenheit auch auf rechtsextremen Veranstaltungen in Thüringen. Bei einer Thügida-Demonstration im August 2016 in Jena marschierte er hinter dem Plakat des sogenannten Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen, der seit wenigen Monaten „Freundeskreis Thügida“ heißt.

Er soll darüber hinaus in Verbindung mit dem gerade als Thüringer NPD-Landesvorsitzenden gewählten Torsten Heise stehen, der ebenfalls in Fretterode wohnt. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt insgesamt gegen sechs Personen. Neben dem Objekt in Fretterode wurden fünf weitere im Landkreis Göttingen durchsucht. 100 Polizeibeamte waren im Einsatz und beschlagnahmten Hieb- und Stichwaffen sowie diverse Kommunikationsmittel.

Tausende protestieren in Jena im August 2016 gegen Neonazis und können Thügida-Fackelmarsch stoppen

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