Albrecht Dürer im Kunsthaus Apolda

Apolda  Mit Kunst der Renaissance und folgenden Ausstellungen dürften Avantgarde & Partner ab 2020 weitere Erfolge feiern

Adam und Eva von Albracht Dürer.

Foto: Albrecht Dürer/Stift Stams

Das Kunsthaus wird in den kommenden Jahren überregional weiter für Schlagzeilen sorgen und so die Position als Apoldaer Solitär festigen. Ein Blick auf die Planung lässt das vermuten. Albrecht Dürer, Pop-Art aus den USA und England, Marc Chagall und Friedensreich Hundertwasser sind Schlaglichter, die auf die Villa in der Bahnhofstraße fallen werden.

Mit Organisationstalent, etablierten Kontakten im In- und Ausland und vielfachen Erfahrungen auf dem Kunstmarkt maßgeblich für diese Höhepunkte sorgen Jürgen Giese, Geschäftsführer der Avantgarde, und Kreiskulturamtsleiter Matthias Ameis. Was bereits alles bis zum Jahre 2022 geplant ist, verrieten sie jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Liste der hochkarätigen Schauen stellt einmal mehr unter Beweis, wie frühzeitig man sich um Ausstellungsstücke kümmern muss. Hinzu kommen Hunderte von Detailfragen, die im Vorfeld einer Ausstellungen zu klären sind. Die Palette reicht von den Versicherungen über Leihverträge bis zu speziellen Transport der teuren Kunstwerke.

Der Auftakt 2020 dürfte grandios werden. „Albrecht Dürer, Meisterwerke der Renaissance“ heißt es vom 12. Januar bis 13. April. Präsentiert werden 100 Holzschnitte und Kupferstiche, die wegen ihrer Perfektion zu den Meisterwerken der Kunstgeschichte gehören. Im Exposé verweist Kuratorin Susanne Flesche darauf, dass die Ausstellung einen Überblick übers reiche Schaffen Dürers geben wird.

Dankbar ist man im Kunsthaus für die Kooperation mit dem österreichischen Zisterzienserstift Stams, dessen umfangreicher Bestand die Ausstellung hier ermöglicht.

So könnten sich Kunstfreunde in der Kreisstadt Albrecht Dürers „herausragende künstlerische Bedeutung vor dem biografischen und gesellschaftspolitischen Hintergrund jener Zeit veranschaulichen“, so Kuratorin Flesche. Dürer zähle zu den großen Meistern der Renaissance, die in Deutschland um 1500 begann und die mittelalterliche Epoche der Gotik ablöste. Bei Kuratorin Flesche heißt es weiter: „Mit großer Einfühlsamkeit beschrieb Dürer in seinen Druckgrafiken alltägliche, biblische sowie mythologische Szenen, die in der Ausstellung thematisch gegliedert werden: Altes Testament, Marienleben, Apokalypse, Große Passion, Heiligenlegenden, Apostelfolge, Mythologien, Volksleben, Tierwelten, Historienbilder und Einzelstudien.“ Die Höhepunkte der Ausstellung, macht Flesche neugierig, werden berühmte Blätter wie „Der heilige Hieronymus im Gehäuse“, „Melancholie“ und „Adam und Eva“ sein.

Weshalb es dem Kunsthaus immer wieder gelingt, Herausragendes zu bieten und so auch zahlreiche Kunstfreunde von außerhalb nach Apolda zu locken, diese Frage stellt sich. Giese verweist darauf, dass es dem Kreis und der Avantgarde erneut gelungen sei, weil es eine verlässliche Basis gebe – eben ein Netzwerk aus Kuratoren, Leihgebern und Partnern. Letztere seien angesichts „einer dramatischen Erhöhung von Leihgebühren“ und eines Anstiegs bei den Transportkosten von größter Wichtigkeit. Ameis verweist zudem darauf, dass die Entstehung neuer Kunsthäuser und Museen einerseits ein Indiz für die nicht zu unterschätzende touristische Bedeutung der Kunst sei. Dadurch andererseits aber eine Verdichtung des Kunstmarktes entstünde, was sich unter anderem in der Preisdynamik bei den Leihgebühren widerspiegele.

Durch das stabile Netzwerk aber sei es gelungen, bis 2022 schon jetzt Ausstellungsprojekte zu sichern, die dank der Künstlernamen und der Inhalte ein Ausweis für Qualität sind.

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