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So hilfreich sind Wander-Apps – Fünf Programme im Test

Berlin.  Wandern liegt im Trend. Apps können bei Routenplanung oder der Navigation helfen. Wir haben fünf der Helfer fürs Smartphone getestet.

Fünf Corona-Tips für Wanderer

Aufgrund der Corona-Pandemie werden viele Menschen dieses Jahr in Deutschland Urlaub machen und wandern gehen. Hier sind fünf Tips, die den Wanderurlaub garantiert zum Erfolg werden lassen.

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Viele Urlaube fallen dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie aus – oder sie werden umgeplant. Was aber unternehmen, wenn Auslandsreisen oder Menschenansammlungen als unsicher empfunden werden? „Viele Menschen entdecken das Wandern in diesem Jahr neu für sich,“ sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbands, Ute Dicks. Wander-Apps könnten helfen, die schönsten Routen aufzuspüren. IMTEST, das Verbrauchermagazin der Funke Mediengruppe, hat fünf Apps getestet.

Apps für Wandern liegen im Trend

Zwar gibt es keine offiziellen Statistiken, vielerorts berichten Tourismusverbände aber von steigenden Besucherzahlen. So auch Uwe Stanke, beim Tourismusverband Oberbayern für das Wegemanagement zuständig: „Insgesamt sind auf unseren Fernwanderwegen dreimal so viele Wanderer wie in den Vorjahren unterwegs.“

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Die richtige Ausrüstung kann solche Expeditionen erleichtern – eine Wander-App zum Beispiel. Dabei beschränken sich die meisten Mini-Programme für Smartphone oder Tablett nicht nur auf Wanderungen, auch Fahrradstrecken, Klettertouren, Reitausflüge und Kanufahrten sind dabei. Das Prinzip ist bei allen ähnlich: Route suchen oder planen, abspeichern und am Ausgangspunkt die Navigation starten.

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Apps helfen beim Erstellen und Finden von Touren

Neue Touren lassen sich entweder am PC oder in der App selbst entdecken. Dazu reicht es, etwa nach Touren mit bestimmten Kriterien in der Umgebung oder an einem bestimmten Ort zu suchen. Zur Auswahl stehen im Idealfall Rund- und Start-Ziel-Touren, auf Wunsch lassen sich Schwierigkeitsgrad, Dauer und andere Kriterien bestimmen. Zudem gibt’s weitere Informationen etwa zur Distanz, Angaben zu Höhenmetern und eine detaillierte Routenbeschreibung samt Karte.

Bereits an diesem Punkt trennt sich die Spreu vom Weizen: Während die Apps von Komoot und Outdooractive mit vielen Filteroptionen – Einkehrmöglichkeiten zum Beispiel – glänzen, ist die Auswahl bei Viewranger, Bergfex und Ape@Map auf die wichtigsten Dinge wie Entfernung und Schwierigkeitsgrad beschränkt.

Touristen geben anderen Touristen Tipps

Darüber hinaus lassen sich mithilfe der Apps eigene Routen zusammenstellen. Besonders gut funktioniert das mit Komoot. Am Smartphone gestaltet sich das Ganze zwar etwas fummelig, dafür zeigt der Dienst sogenannte Highlights auf der Karte an, die sich in die Tour einbauen lassen.

Diese Empfehlungen stammen von anderen App-Nutzern und kennzeichnen interessante Stellen oder Passagen, die es zu entdecken lohnt. Garniert ist das Ganze in der Regel mit Fotos und Kommentaren. Die anderen Apps im Test bieten das in dieser Vielfalt nicht. Schlusslicht in Sachen Tourenplanung ist Ape@Map. Das liegt vor allem daran, dass die Bedienung der App einer Katastrophe gleicht.

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Apps als Wanderführer

Auf der Piste mussten die Apps ihre Qualitäten als Wanderführer unter Beweis stellen. Besonders praktisch ist, wenn das Smartphone dabei in der Tasche bleiben kann und Sprachanweisungen den Weg weisen. Diese Funktion bieten aber nur Komoot und Outdooractive. Diese Apps liefern auch optisch die beste Übersicht, indem sie beispielsweise per großem Pfeil und Anzeige der Restentfernung auf die nächste Abbiegung hinweisen. Mit Abstrichen punktet in dieser Disziplin auch Viewranger.

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Apps funktionieren gratis nicht in vollem Umfang

Kostenlos laden lassen sich alle getesteten Apps, keine aber funktioniert gratis in vollem Umfang. Bei Komoot fehlen ohne gekaufte Karten beispielsweise die Sprachanweisungen, auch lassen sich die Touren nicht aufs Smartphone herunterladen. Das ist für die Praxis aber wichtig, schließlich spart das Akkukapazität und sorgt dafür, dass die Navigation unabhängig von Mobilfunknetzen funktioniert.

Offline-Karten gibt es bei keiner App umsonst. Bei Ape@Map geht ohne gekauftes Kartenmaterial (ab 9,99 Euro pro Region) gar nichts, die Navigation lässt sich nicht mal starten. Ärgerlich ist der Trend zu Abos – wie bei Outdooractive, Viewranger und Bergfex. Bei Outdooractive fallen monatliche Gebühren von mindestens 2,50 Euro an. Von Vorteil ist, wenn sich Karten einzeln kaufen lassen, wie bei Komoot. Einzelne Regionen kosten 3,99 Euro, die ganze Welt 29,99 Euro. Eine Region gibt es gratis. Outdooractive und Bergfex lassen sich einen Monat umsonst testen. Wer die App erst mal nur für einen Urlaub braucht, ist mit den Probierversionen gut bedient.

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Fazit

Die App Komoot verdient sich die IMTEST-Empfehlung. Planen und Navigieren geht kinderleicht, das Bezahlmodell ist fair. Dazu kommt eine umtriebige Nutzerschaft, die stets für neue Inspirationen sorgt. Ebenfalls empfehlenswert: Outdooractive, die aber für die dauerhafte Nutzung ein Abo benötigt.