Berlin. An Ostern bringt der Osterhase Eier. Aber warum eigentlich? Was ist die Bedeutung des Fests? Und welche wichtigen Bräuche gibt es?

  • Ostern 2023 ist da
  • Die Feiertage haben im Christentum eine besondere Bedeutung
  • Doch welche ist das? Und was sind die Ursprünge des Fests? Alle Infos

Ostereier, freie Tage, Auferstehung - jeder Mensch verbindet mit Ostern etwas anderes. Jedes Jahr wird das Fest an einem anderen Datum gefeiert, 2022 fällt es auf Anfang April. Doch was feiern Christen eigentlich an Ostern und woher stammt der Name des Festes? Hier finden sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Feiertage.

Woher kommt eigentlich der Name Ostern?

Das ist nicht ganz klar, es kursieren verschiedene Theorien. Einige Sprachforscher nehmen eine Verwandtschaft mit dem Substantiv „Osten“ in der ursprünglichen Bedeutung „Morgenröte“ an. Demnach geht der Name zurück auf ein Fest der Germanen, das sie zu Ehren der Göttin der Morgenröte austrugen.

Von dieser Interpretation war auch Jacob Grimm überzeugt – auch wenn er schon zu Lebzeiten dafür kritisiert wurde. Viele Historiker haben diese Sichtweise von einem „Frühlingsfest“ zu Ehren der Göttin Ostera dennoch übernommen. Auch der Wissenschaftler Friedrich Kluge erklärt Ostern zum Beispiel so in seinem bekannten „Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache“. Lesen Sie auch: Ostern in Islam und Judentum – Ebenfalls ein Feiertag?

Eier stehen wie kein anderes Symbol für Ostern.
Eier stehen wie kein anderes Symbol für Ostern. © alirazagurmani/pixabay

In anderen Sprachen ist die Herleitung sehr viel einfacher. Die Niederländer nennen das Fest „Pasen“, die Isländer „Páskar“, die Schweden “Påsk“ – überall wird die Nähe des christlichen Osterfestes mit dem älteren jüdischen Passah- oder Pessachfest deutlich.

Was hat Ostern mit Eiern zu tun?

Tatsächlich haben Eier wenig mit dem christlichen Osterfest zu tun. Vielmehr sind sie ein grundsätzliches Symbol für das Leben und vor allem für Fruchtbarkeit. Zudem steht das Ei für die Wiedergeburt, weil sich hinter der Schale ein neues leben verbirgt.

In der religiösen Bildersprache ist das Ei jedoch auch zum eindeutigen Zeichen der Auferstehung und des ewigen Lebens geworden. Die an Ostern gefeierte Auferstehung Christi erklärt so die Bindung des Eies an das christliche Fest. Auch interessant: Osterbräuche weltweit – So feiert man in anderen Ländern

Woher kommt die Tradition des Osterfeuers?

Während sich der Begriff Ostern nicht eindeutig auf die Germanen zurückzuführen lässt, ist der Ursprung des Osterfeuers einfacher zu bestimmen: Die älteste schriftliche Erwähnung ist ein Briefwechsel aus dem Jahr 751 zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias. Der Missionar beschreibt einen germanisch-heidnischen Brauch, der als „Ignis Pachalis“ bezeichnet wird.

Das Wort „Pachalis“ wiederum deutet auf einen Zusammenhang mit dem jüdischen Pessachfest hin. So gibt es im Judentum im Frühjahr noch heute traditionelle Feuer. In vielen ländlichen Gemeinden hat das Osterfeuer aber auch einen praktischen Hintergrund: Am Anfang des Jahres beschneiden viele Menschen ihre Bäume. Die dabei anfallenden Äste können dann beim Osterfeuer verbrannt werden. Mehr zum Thema: Osterdeko selbst basteln – Das sind die besten Ideen

Was feiert man an Ostern überhaupt?

Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums – wichtiger noch als Weihnachten. Nach christlicher Überlieferung wurde Jesus an Ostern gekreuzigt und ist danach von den Toten wieder auferstanden.

  • Gründonnerstag: An diesem Tag gedenken Gläubige des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Nach der Messe werden oft Blumen, Schmuck und Kerzen aus Kirchen entfernt. Kirchenglocken bleiben bis zur Nacht auf Ostersonntag still.
  • Karfreitag: Laut der biblischen Erzählung wurde Jesus an diesem Tag gekreuzigt. Um sich darauf zu besinnen, beten und fasten Christen am Karfreitag.
  • Ostersonntag: Ein Engel soll das leere Grab von Jesus gefunden haben. Nach christlicher Vorstellung ist er auferstanden. Darauf gründet sich der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ostersonntag ist jeweils der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
  • Ostermontag: Nach der Bibel trafen zwei Jünger den von den Toten auferstandenen Jesus, erkannten ihn aber zunächst nicht. In Anlehnung daran pilgern dann besonders im Süden Deutschlands einige Menschen. Andere machen einen Osterspaziergang.

Wann feiert man Ostern?

Die Feier zur Auferstehung von Jesus Christus wird nach dem Mondkalender berechnet. Das Fest fällt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühjahrs. Frühestens wird Ostern damit am 22. März gefeiert – und spätestens am 25. April.

An dem Termin orientieren sich viele andere christliche Feiertage, etwa Christi Himmelfahrt und Pfingstsonntag. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag, eine Woche vor dem Ostersonntag. Vierzig Tage vor Ostern ist die Fastenzeit, die unmittelbar nach Karneval beginnt. Mehr rund um Ostern: Karfreitag – Warum Let's Dance und die heuteshow ausfallen

Wann ist Ostern in den nächsten Jahren?

  • Ostern 2024: 31. März
  • Ostern 2025: 20. April
  • Ostern 2026: 5. April

In welchen Religionen feiert man Ostern?

Alle Christen feiern die Auferstehung von Jesus Christus: katholische und protestantische genauso wie orthodoxe Christen. Allerdings unterscheiden sich von Land zu Land die Bräuche zum Fest. Die Australier verzichten zum Beispiel wegen einer Kaninchen-Plage auf den Osterhasen – stattdessen stehen kleine Beuteltiere, Bibys, aus Schokolade in den Supermarktregalen.

Typisch für Ostern: Bunte Eier, die der Osterhase bringt.
Typisch für Ostern: Bunte Eier, die der Osterhase bringt. © dpa | Caroline Seidel

Wie kam es zum Brauchtum des Osterhasen?

Das erste Mal erwähnt wird der Osterhase wohl in einer Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier, der Ende des 17. Jahrhunderts den Brauch schilderte, dass der Hase Eier verstecke. Er nannte das „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“.

Ab dem 19. Jahrhundert hat sich der Osterhase dann eindeutig als österliches Symbol durchgesetzt. Er gilt gemeinhin als Symbol der Fruchtbarkeit – Häsinnen können mit einem Wurf fünf Junge zur Welt bringen. (fmg/dpa)