Jena. Richtungswechsel ist am Fahrzeug und auf der Straße zu sehen und auch bei Tageslicht gut sichtbar.

Vor allem Fahrradfahrer können ein Lied davon singen: Weil ein Auto plötzlich vor ihnen Spur oder Richtung wechselt, verhindert nur noch eine riskante Notbremsung das Schlimmste. Der gesetzte Blinker wird dabei oft über- oder zu spät gesehen. Jenaer Wissenschaftler haben sich jetzt des Problems toter Winkel oder schlechter Sichtverhältnisse im Straßenverkehr angenommen. Am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF entwickelten sie ein dynamisches Blinklicht, das in kompakter Form auch unter Tageslichtbedingungen größtmögliche Sichtbarkeit garantieren soll.

Wichtiges Element ist ein Reflektor, der den geplanten Richtungs- oder Spurwechsel auch auf die Fahrbahnoberfläche projiziert. Mit einer Lichtstärke von über siebentausend Lux soll das auch bei großer Helligkeit oder Sonnenlicht nicht zu übersehen sein. Erstmals präsentiert wird die Neuheit in der kommenden Woche bei der Internationalen Fachmesse für Optische Technologien (Optatec) in Frankfurt am Main. Seine Praxisrelevanz kann der Blinker zudem im Oktober im Rahmen der Internationalen Zuliefererbörse (IZB) in Wolfsburg beweisen.

Das Blinksignal wird in einer dynamischen Bewegung auf die Fahrbahn projiziert und zeigt den Richtungswechsel des Autos an. Dank der hohe Lichtintensität ist das Signal auch bei Tageslicht gut sichtbar.
Das Blinksignal wird in einer dynamischen Bewegung auf die Fahrbahn projiziert und zeigt den Richtungswechsel des Autos an. Dank der hohe Lichtintensität ist das Signal auch bei Tageslicht gut sichtbar. © Fraunhofer IOF | Fraunhofer IOF

Jenaer setzen auf kostengünstige Mikrolinsen

Bei der technischen Umsetzung setzen die Entwickler auf sogenannte mikrooptische Projektoren. Diese seien stark miniaturisierbar und ermöglichten dem Auto die Kommunikation mit seiner Umgebung, seien es andere Autos, Fußgängerinnen oder Fahrradfahrer. Die Forschenden am Fraunhofer IOF entwickelten dafür eigens ein System aus zweiseitigen, pfeilförmigen Mikrolinsen. Deren Beleuchtung unter unterschiedlichen Einfallswinkeln ermögliche die Projektion einer dynamischen Sequenz von Winkelzeichen auf die Straße. Der Designansatz ermögliche es zudem, mit einem einzigen Projektor-System Winkelzeichen an unterschiedlichen Positionen zu erzeugen, was die Montage vereinfacht sowie Kosten und Platzbedarf reduziert.