Beteiligt am Zuchtprogramm für den Karpaten-Luchs

Gotha  Im Tierpark Gotha durch das Jahr Nachmittags sind die Raubkatzen in ihrer neuen Anlage am besten zu beobachten

Die Karpaten-Luchse im Gothaer Tierpark haben regelmäßig Nachwuchs. Der nächste wird im Mai erwartet.Foto: Lutz Ebhardt

Die Karpaten-Luchse im Gothaer Tierpark haben regelmäßig Nachwuchs. Der nächste wird im Mai erwartet.Foto: Lutz Ebhardt

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Neben Tigern und China-Leoparden zeigt der Tierpark Gotha mit den Karpaten-Luchsen eine dritte Raubkatzenart. "Luchse haben in freier Wildbahn ein großes Verbreitungsgebiet auf der nördlichen Erdhalbkugel", macht Roland Walther, der Leiter des Gothaer Tierparks, aufmerksam. "Es gibt sie von Nord- bis nach Mitteleuropa und in Asien sowie in den südlichen USA eine Unterart."

Daneben seien Insel-Vorkommen bekannt – wie der Karpaten-Luchs, der im gleichnamigen Gebirge in Südeuropa sein Zuhause hat. "Er zeichnet sich durch viele dunkle Flecken im rotbraunen Fell aus", sagt Walther. "Das ist eine Anpassung an seinen Lebensraum. Uns hat diese Art gefallen, und sie wurde Anfang der 2000er-Jahre, als wir sie aufgenommen haben, selten in Zoos gezeigt." Mit der Haltung der Tiere beteiligt sich Gothas Tierpark auch am Zuchtprogramm für den Karpaten-Luchs.

"Unsere Tiere stammen aus einem Zoo in Ostrava in Tschechien", sagt der Tierparkleiter. Vor drei Jahren sind sie von ihrer alten Anlage in ein neues Gehege umgezogen. "Sie hatten bisher jedes Jahr Junge. Momentan sind noch drei Junge aus dem Vorjahr da", berichtet Roland Walther. Ein Zoo in der Slowakei habe Interesse an dem Nachwuchs aus Gotha. Anfang Mai würden die nächsten Jungen erwartet. Walther: "Unser Paar ist sehr zuverlässig. Die beiden lieben sich wie verrückt."

Ein Jahr bleiben sie bei ihrer Mutter

Die Tragzeit dauert 90 Tage. Das Luchsweibchen kümmert sich dann allein um maximal vier Junge, die ein Jahr bei ihr bleiben. Danach suchen sie sich ein eigenes Revier, in dem sie allein zurechtkommen.

Luchse sind inzwischen auch in Mitteleuropa wieder heimisch, zum Beispiel im Harz. Sie verbreiten sich sternförmig und nutzen dazu Korridore mit Wäldern in der Landschaft.

In freier Wildbahn fressen Luchse Kleinsäuger – meistens Mäuse und Ratten. Aus dem Harz ist bekannt, dass die Luchse dort Rehe jagen. Zudem würden sie auf wildernde Hunde losgehen und sie auch fressen. "Hunde sollten im Wald also angeleint sein", rät der Leiter des Tierparks. Eigentlich würden Luchse dem Menschen aus dem Weg gehen – es sei denn, der ist mit einem Hund unterwegs.

Die Karpaten-Luchse im Gothaer Zoo werden mit Rindfleisch gefüttert, erhalten aber auch Ganzkörperfutter wie Meerschweinchen, Kaninchen und Hühner. Das sei wichtig wegen der Innereien, die den Raubkatzen wichtige Nährstoffe liefern.

Wer die Karpaten-Luchse im Gothaer Tierpark beobachten möchte, der braucht ein wenig Geduld. "Meist sind sie in den Nachmittagsstunden aktiv", gibt Roland Walther einen Hinweis.

Der Tierpark Gotha hat täglich geöffnet von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet sechs Euro für Erwachsene, drei Euro für Kinder, vier Euro ermäßigt.

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