Nordhausen: Mentorenprogramm fördert Grundschulkinder im außerschulischen Bereich

Nordhausen. Wenn das Leben manchmal wie ein Dschungel ist, gibt es nichts Besseres als einen wirklich guten Freund und Wegbegleiter, ein Vertrauter, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Da ist es gut zu wissen, dass es junge Menschen gibt, die sich mit großer Begeisterung im Mentorenprogramm "Balu und Du" engagieren.

Die Paten und ihre kleinen Schützlinge aus Nordhausen. Foto: Mary-Ellen Witzmann

Die Paten und ihre kleinen Schützlinge aus Nordhausen. Foto: Mary-Ellen Witzmann

Foto: zgt

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Das 2002 an der Universität Osnabrück entwickelte Programm hat seine positiven Effekte in der Wirksamkeitsforschung mehrfach unter Beweis gestellt. Mit über 50 Standorten deutschlandweit und über 5000 erfolgreich vermittelten Gespannen, bestehend aus einem ehrenamtlichen Erwachsenen "Balu" zwischen 18 und 30 Jahren sowie einem "Mogli" im Grundschulalter bis zum 10. Lebensjahr.

Seit dem Wintersemester 2013 gibt es dieses Programm auch in Nordhausen. Koordiniert wird es von Kirsten Lamschus, Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Fachhochschule, welche das Projekt bereits in Gera aufgebaut hat, Renate Treyße vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit sowie Brigitte Just von der pädagogischen Werkstatt "Globales Lernen Gera e."V".

15 Studierende der Fachhochschule Nordhausen entscheiden sich jedes Jahr im Rahmen eines Projektes für eine Patenschaft auf Zeit und bekommen neben 14-tägigen Reflexionsrunden, Workshops und Ideenaustausch das gute Gefühl, einen kleinen Menschen ein Stück auf seinem Lebensweg zu begleiten. Sich Zeit nehmen, Zeit geben, Aufmerksamkeit schenken und Talente fördern umschreibt diese Patenschaft mit wenigen Worten.

Angelehnt an die Geschichte von "Balu, dem Bären", welcher Mogli als guten Freund durch die Abenteuer des Dschungels begleitet, geht auch der ehrenamtliche Balu mit seinem Mogli für ein ganzes Jahr - immer einmal die Woche für ein bis drei Stunden - durch die kleinen Abenteuer des Lebensdschungels. Meist wird ein fester Termin gemeinsam mit den Eltern abgestimmt.

Hier geht es nicht um Hausaufgabenbetreuung oder einen Ersatz für den Hort. vielmehr geht es um eine inhaltliche und freundschaftliche Begleitung. Gemeinsam Erfahrungen sammeln und teilen, gemeinsam Zeit verbringen, entdecken, was man auch mit wenig Mitteln alles erleben kann - und ganz nebenbei werden anlassbezogene Alltagskompetenzen gelernt und trainiert.

Derzeit arbeitet das Projekt in Nordhausen mit der Käthe-Kollwitz- und der Berthold-Brecht-Grundschule zusammen. Weitere Kooperationspartner als Unterstützer sind angedacht, damit irgendwann in allen Stadtteilen von Nordhausen "Balu´s" und "Mogli`s" leben und die Wege unter den Freunden zukünftig immer kürzer werden. Jedes Kind im Grundschulalter kann "Mogli" werden, wenn es von Lehrern oder Erziehern mit Einverständnis der Eltern für das Projekt vorgeschlagen wird.

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