Rampe für Erfurter Luthermarkt fehlt noch

Erfurt  Holzkonstruktion soll barrierefreien Zugang ermöglichen. Marktbetreiber hoffen auf rasche Genehmigung der Stadt

Vier Varianten denkbar: Skizzen hatte Peter Jahr dabei und zeigte sie Pfarrer Tilman Cremer, der Bürgerbeauftragten Uta Michelfeit-Ulrich, der Stadträtin Marion Walsmann und Christoph Jahn (von links).

Foto: Lydia Werner

Von allen vier Himmelsrichtungen aus ist der Luthermarkt zugänglich – aber wegen der Stufen nicht barrierefrei. Das stieß bei Lesern und, wie die Bürgerbeauftragte Uta Michelfeit-Ulrich berichtet, auch bei der Arbeitsgemeinschaft „Barrierefreies Erfurt“ auf Kritik.

Das soll sich möglichst schnell ändern. Eine Holzrampe könnte Abhilfe schaffen. Einen erneuten Anlauf, der bis zur Genehmigung durch die Stadtverwaltung führen soll, wollen die Marktbetreiber Christoph Jahn und Peter Jahr starten. Zur Premiere des kleinen Marktes auf der Grünfläche in kirchlichem Eigentum hatte das nicht geklappt. Gestern gab es auf Initiative von CDU-Stadträtin Marion Walsmann ein Treffen auf dem adventlichen Markt zwischen Kaufmannskirche und Luther­denkmal.

Einen Minilift in der Nähe aufzutreiben, ist Christoph Jahn nicht gelungen. Nun scheint eine Holzrampe die einfachste Lösung. Doch die Steigung darf nicht mehr als sechs Prozent betragen. In welcher Form und an welcher Stelle sie entstehen kann, war bei der Runde ebenso Thema wie die Frage, welche Variante für eine möglichst schnellen Genehmigung durch die Stadtverwaltung sorgen könnte. „Es wäre schön, wenn wir bis zum 2. Advent einen solchen barrierefreien Zugang anbieten könnten“, hofft Christoph Jahn.

Der Zugang müsste auf dem Weg in Kirchenhand zwischen der Kirche und den Steinstufen etwa die doppelte Höhe überwinden wie ein Zugang von der Seite des Lutherdenkmals aus. Doch dort würde die Rampe auf öffentlicher Fläche stehen und wäre mehrere Meter lang. Auf dieser Seite wäre der barrierefreie Zugang allerdings besser zu finden. Zudem gab Pfarrer Tilmann Cremer zu bedenken, dass der Weg zwischen Kirche und Grünfläche möglicherweise als Feuerwehrzufahrt frei bleiben müsste und aus seiner Sicht eher die Notvariante wäre.

„Wie viel Aussicht auf Erfolg hat unser Antrag?“, fragte Peter Jahr. Marion Walsmann und Uta Michelfeit-Ulrich, die als Bürgerbeauftragte auch zuständig für die Belange behinderter Menschen ist, wollten das mit Anrufen im Bürgeramt und beim Gewerbeamt klären. „Ich finde es gut, dass das Bewusstsein für solche Situationen geschärft ist“, sagte die Bürgerbeauftragte. In der AG „Barrierefreies Erfurt“ habe die fehlende Rampe jedenfalls schon eine Debatte ausgelöst.

Und sei das Problem einmal verinnerlicht, dürfte es ja beim nächsten Mal gleich von Anfang an funktionieren.

Da der Luthermarkt keine einmalige Angelegenheit bleiben soll, könnte die Lösungsvariante gleich die bevorzugte für die nächste Adventszeit werden.

Geöffnet hat der Luthermarkt bis 29. Dezember täglich ab 11 Uhr.

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