Leser erinnern sich an die Olsenbande

Vor dem Auftritt von Morten Grunwald ("Benny") in Erfurt baten wir um Geschichten rund um das Gauner-Trio. Zahlreiche Leser schrieben uns - die ersten Briefe veröffentlichen wir heute in Auszügen.

In Ohrdruf bilden Ingolf Darr als Benny, Lutz Nagel als Egon und Manfred Ständer als Kjeld (von links) die Thüringer Olsenbande. Sie haben bereits einen Film gedreht. Foto: Alexander Volkmann

In Ohrdruf bilden Ingolf Darr als Benny, Lutz Nagel als Egon und Manfred Ständer als Kjeld (von links) die Thüringer Olsenbande. Sie haben bereits einen Film gedreht. Foto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Für die Olsenbande Schule geschwänzt

Für mich ist die Olsenbande Kult! Als Kind habe ich sogar die Schule geschwänzt, um mir die Olsenbanden-Filme im Kino ansehen zu können. Mein Handyton ist - richtig - die Filmmusik. Ich bin 48 Jahre alt und noch immer Fan - und werde es auch bleiben.

Ronald Wiegand, Erfurt

Der Botschafter im Theater

Am 29. Dezember 2002 besuchten wir im Geraer Theater die Vorstellung des Theaterstückes "Die Olsenbande dreht durch" von Peter Dehler. Das Theater war ausverkauft, es herrschte eine gute Stimmung und viele Familien waren wie auch wir mit ihren Kindern da.

Zur Auflockerung der Inszenierung wurden vor Beginn der Vorstellung schon dänische Papierfähnchen ans Publikum ausgeteilt und vor allem die Kinder fanden das sehr lustig. 14 Uhr trat ein Theatermitarbeiter vor den Vorhang und bat die Zuschauer noch um etwas Geduld. Der dänische Botschafter habe seinen Besuch angekündigt und verspäte sich auf dem Weg aus Berlin.

Ungläubiges Gemurmel, vielleicht war es ja ein Regieeinfall? Nach etwa 10 Minuten betrat dann tatsächlich der dänische Botschafter, der echte wohlgemerkt, in Begleitung den Zuschauerraum, die dänische Nationalhymne wurde gespielt, das Publikum erhob sich spontan von den Plätzen und winkte mit den dänischen Fahnen.

Es war ein bewegender, fast unwirklicher Moment, denn das war kein Theater, das war echt!

Frank Palmowski, Erfurt

Die Olsenbande im Dorfkino

Meine schönsten Erinnerungen an die Olsenbande stammen aus meiner Schulzeit. Zum Kindertag oder zu Ferienbeginn wurde uns etwas ganz Besonderes geboten. Wir versammelten uns im Saal unserer Dorfkneipe, stärkten uns mit Bockwurst und Brause, dann wurden die Gardinen zugezogen, es wurde dunkel und los ging es: Die Olsenbande als Dorfkino!

Wir Kinder waren begeistert und lachten uns über die sympathischen Kleinganoven mit ihrem todsicheren Plan schlapp. Natürlich sollte wieder ein Tresor der Marke "Franz Jäger, Berlin" geknackt werden - mächtig gewaltig! Besonders liebten wir "Die Olsenbande stellt die Weichen", weil uns die Züge und Lokomotiven so imponierten und wir das durch die drei Antihelden angestellte Chaos auf Schienen Klasse fanden. Noch heute liebe ich die Olsenbande und freue mich jedes Mal, wenn wieder einer ihrer genialen Coups im Fernsehen kommt.

Manuela Klaiber, Apolda

Ohne Ton im Freiluftkino

Der dritte Film, "Die Olsenbande fährt nach Jütland", lief 1972 im Rahmen des Kinosommers auf Freiluftkinoleinwänden, auch in Jena im Paradies.

Ich war damals Schülerin und wollte mit Freunden den Film sehen, ohne Geld auszugeben. Irgendjemand hatte uns gesagt, man kann die Filme auch hinter der Leinwand sehen, zwar seitenverkehrt, aber das war, außer beim Vor- oder Abspann, kein Problem.

Es klappte: Wir saßen mit Decken und Kissen hinter der Leinwand, der Film fing an, die Erkennungsmelodie konnte man fast mitträllern, die Spiegelschrift interessierte uns auch nicht so sehr. Es dauerte, bis wir mitkriegten, dass wir nichts mitkriegten: Die Lautsprecher waren nicht in unsere Richtung ausgerichtet, wir verstanden kein Wort!

Aber wir lachten, wenn das Publikum lachte, sogar noch mehr, denn es war eine doofe Situation, dennoch haben wir durchgehalten, irgendwie war der Film auch ohne Ton zu verstehen.

Regina Rothenberger, Erfurt

Höhepunkt der Sommerferien

Schon als Kind habe ich alle Filme zu den damaligen Sommerfilmfestspielen in Berlstedt gesehen. Sie waren für uns Kinder jedes Jahr etwas Besonderes. Egal, ob Indianer oder die Olsenbande über die Leinwand rannten, es war für jeden etwas dabei und ein Highlight in den Sommerferien.

Meinen Filmvorführerschein machte ich 1983 im damaligen Berlstedter Kulturhaus und an der Seite meines damaligen Arbeitskollegen Thomas Walther freuten wir uns immer, wenn wir über die damalige Kreisfilmstelle Weimar einen Olsenbande-Film angeboten bekamen. Heute bin ich 52 Jahre, aber kein bisschen älter im Bezug auf Filme.

Thomas Geffarth, Großobringen

"Knackescharf" restauriert

Die Olsenbanden-Filme begleiten mich jahrein und jahraus. Mehrfach im Jahr lege ich eine DVD oder Bluray in meinen Player und verwöhne mich 90 Minuten lang mit den zeitlosen und liebevollen Filmen. Und weil mich diese Filme so faszinieren, mache ich mich seit einiger Zeit – nebenbei als Hobby – daran, die Filme in ihrer DEFA-Fassung professionell zu restaurieren und wiederherzustellen.

Film 3 (einer meiner Lieblingsfilme) ist bereits fertig und so geworden, dass er knackescharf ist und sich bestens in das dänische HD-Master einfügt.

Matthias Grunert, Erfurt

Endlich im Kino

Neben dem Umstand, dass ich mit den Filmen aufgewachsen bin, gehören sie heute immer noch zu meinem Alltag. Und wenn es nur ein Trällern der Titelmelodie ist. Alle Filme besitze ich dazu natürlich auf DVD und in der alten DEFA-Fassung. Die haben zwar ein schlechtes Bild, sind aber eben genauso wie ich sie damals kennengelernt habe: mit Mauervorspann und handgemalten DEFA-Einblendungen, um deutsche Schilder usw. zu haben.

Mein prägendster Moment ist sicher der von vor vielen Jahren. Es ist bestimmt zehn Jahre her, es war im Luxor-Kino in Chemnitz. Weil ich erst 1981 geboren wurde und daher noch recht jung bin, war es mir nicht vergönnt, eines der Olsenbande-Abenteuer im Kino zu schauen.

Damals in Chemnitz hatte man den Film Nr. 3 herausgekramt und auf Leinwand gezeigt. War das ergreifend!

Die Olsenbande im Kino-Feeling - das ist ja dann doch immer noch einmal etwas anderes als daheim auf dem Sofa! Ich werde nie vergessen, wie ich damals glücklich im Studio-Kino (so hieß der Saal) saß.

Rolf Meusinger, Ilmenau

Die Männer sind schuld

Eigentlich sind die Männer in meiner Familie "schuld", dass ich Egon, Benny und Kjeld kennengelernt habe. Mein Papa hat die Olsenbande schon immer gern geschaut und bleibt bis heute immer am TV hängen, wenn einer der Filme läuft. Und so bin auch ich von dem netten Trio in den Bann gezogen worden.

Egon, Benny und Kjeld sind einfach so liebenswert, richtige Stehaufmännchen und alles mit Witz und Charme und - heutzutage schon ein kleines Wunder – völlig blutfrei!

Dann habe ich vor ein paar Jahren meinen Mann kennengelernt - richtig, auch ein Olsenbanden-Fan. Und weil er noch ein bisschen mehr Fan ist als mein Papa und ich, wusste er meinem Papa sogar eine Neuigkeiten zu berichten. Da hatten sich zwei gefunden.

Seit einiger Zeit versucht sich auch schon unser Wellensittich an der Olsenbanden-Melodie – mit Hilfe meines Mannes.

Sarah Amberg, Erfurt

Aller guten Dinge sind drei

Ich weiß noch, wie ich damals das Kino-Heft in der Hand hielt und von "dieser Olsenbande" gelesen hatte. Es muss wohl so um 1970 gewesen sein. Früher waren die Hefte ja liebevoll illustriert und die Filme beschrieben.

Aber den ersten Film ließ ich links liegen, weil mir Freunde sagten, er sei nicht so gut. Auch den zweiten Film schaute ich nicht im Kino. Es konnte ja keiner ahnen, dass sich daraus eine fantastische Filmserie entwickeln würde.

Nachdem aber der dritte Film gut anlief, entschlossen sich meine Frau und ich, die drei dänischen Darsteller anzuschauen. Und was soll ich sagen: Wir haben sie seither – wie wohl die meisten DDR-Bürger - in unser Herz geschlossen. Die Filme sind einfach zeitlos.

Werner Grunert, Erfurt

Leser-Aktion verlängert

Aufgrund der großen Resonanz haben wir unsere Leser-Aktion verlängert. Noch bis zum 25. Februar haben Leser die Möglichkeit, uns ihre Erinnerungen an die Olsenbande zu schicken.

Schreiben Sie dazu bitte an:

Thüringer Allgemeine

Kennwort "Olsenbande"

Gottstedter Landstraße 6

99092 Erfurt

oder per E-Mail an:

beilage@thueringer-allgemeine.de

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