Erfurt. Ein paar dürre Gräser auf einem Boden aus Blähton? Dachbegrünung geht auch im großen Stil, wie unser Autor Casjen Carl entdeckt hat.

Für neue Erkenntnisse in seinem Leben muss man manchmal hoch hinaus. Doch keine Angst, jetzt folgt an dieser Stelle keine philosophische Offenbarung. Denn es geht um Gründächer.

Genau! Das sind jene Flächen auf vielerlei Gebäuden, die nicht aus üblichen Ziegeln, Blechen oder Dachpappen bestehen. Sondern so flache Dinger, auf denen etwas wächst. Das ist gut für das Stadtklima, denn das Wasser, sprich die Feuchtigkeit, wird länger gehalten und sorgt im Endeffekt für eine gewisse Kühle.

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Ich habe auch so eine Fläche auf einem Anbau. Dieses Jahr ist es hier sogar bis jetzt außergewöhnlich üppig und kürzlich blühte es noch heftig gelb. Drüber laufen kann man übrigens auch. Oder einen Liegestuhl hinstellen, was ob des mediterranen Pflanzen-Mixes ein bisschen Toscana-Feeling aufkommen lässt.

Apropos Ferne. Mein neuer Büroausblick führt direkt auf die historischen Bahnhallen zwischen Löberstraße und Hauptbahnhof. Sofort fühle ich mich an die Weiten Sibiriens erinnert – als das schöne Wort noch das Brummen von Braunbären und Heulen der Wölfe assoziierte. Denn wächst auf den Grün-Dächern? Zauberhafte Birken – und das zum Teil über zehn Meter hoch.